Peyronie-Krankheit – gekrümmter Penis
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Peyronie-Krankheit ist eine gutartige Veränderung des Penis. Dabei entsteht ein harter, knotiger Bindegewebestreifen (Plaque) unter der Haut des Penis. Diese Plaque beeinflusst den Schwellkörper und kann dazu führen, dass sich der Penis bei einer Erektion krümmt – oft mit Schmerzen und Verkürzung.
Wichtige Fakten
- Die Peyronie-Krankheit ist keine Krebserkrankung und nicht ansteckend.
- In der Frühphase stehen häufig Schmerzen und ein Knoten im Vordergrund.
- Die Verkrümmung kann sich mit der Zeit verstärken oder manchmal auch bessern.
Die Peyronie-Krankheit ist nicht sehr häufig, aber auch kein seltener Befund. Schätzungen zufolge sind etwa 1 bis 5 von 100 Männern davon betroffen.
Betroffen sind fast ausschließlich erwachsene Männer. Das mittlere Erkrankungsalter liegt meist zwischen 40 und 70 Jahren, seltener auch früher.
Symptome
- Plötzlich auftretende, sehr starke Schmerzen im Penis – rufen Sie sofort die 112.
- Eine Erektion, die länger als vier Stunden anhält und stark schmerzt – rufen Sie sofort die 112.
- Völlige Unfähigkeit, Urin zu lassen – rufen Sie sofort die 112.
- ⚠Neu entdeckter harter Knoten oder eine deutlich zunehmende Verkrümmung
- ⚠Starke Schmerzen bei jeder Erektion, sodass Geschlechtsverkehr nicht möglich ist
- ⚠Sichtbare Beule oder Eindellung nach einem Unfall im Genitalbereich
Häufige Symptome
- Ertastbarer harter Knoten oder eine verhärtete Stelle am Penis
- Krümmung des Penis bei der Erektion
- Schmerzen bei der Erektion
- Verkürzung des Penis
- Erektionsprobleme
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht abschließend geklärt.
- Oft geht eine wiederholte, kleine Verletzung des Schwellkörpers voraus, z. B. beim Geschlechtsverkehr oder durch einen Unfall.
- Es wird angenommen, dass eine Störung der Wundheilung im Bindegewebe zu der Plaquebildung führt.
Risikofaktoren
- Zunehmendes Alter
- Häufigere Vorkommen in manchen Familien
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Bestimmte Bindegewebserkrankungen, z. B. die Dupuytren-Kontraktur
- Rauchen und Bluthochdruck
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie einen harten Knoten oder eine Verhärtung am Penis ertasten.
- Wenn sich Ihr Penis plötzlich stärker krümmt als vorher.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eine beginnende Krümmung oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr bemerken, sollte ein Arztbesuch nicht lange aufgeschoben werden.
- Auch wenn die Schmerzen leicht sind, sollten Sie die Veränderung einmal abklären lassen.
Diagnose
Die Diagnose stellt in der Regel eine Ärztin oder ein Arzt für Allgemeinmedizin oder Urologie. Sie erfragen zuerst Ihre Symptome und untersuchen den Penis im schlaffen und gegebenenfalls im erigierten Zustand.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt tastet den Penis und erkennt die Plaque meist sofort.
- Messung der Krümmung durch den Arzt – hierzu kann er vorübergehend eine Erektion anregen.
- Ultraschall (Sonografie) des Penis, um Plaque und ggf. durchblutungsfähige Bereiche zu beurteilen.
- Fotodokumentation zur Verlaufskontrolle.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzarm. Bei Bedarf wird der Arzt Sie an eine fachärztliche Praxis überweisen. Sie werden ausführlich über mögliche Therapien beraten, ohne dass sofort eine Entscheidung getroffen werden muss. Die Versorgung orientiert sich an den Leitlinien der AWMF.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Stärke der Beschwerden und der Dauer der Erkrankung. Man unterscheidet eine abwartende Beobachtung in der Frühphase, Medikamente, Injektionen und in manchen Fällen einen kleinen Eingriff. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern und die Verkrümmung zu vermindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Beobachten Sie die Krümmung und dokumentieren Sie Veränderungen.
- Vermeiden Sie weitere Verletzungen im Genitalbereich beim Geschlechtsverkehr.
- Führen Sie keine Eigenbehandlung mit Cremes oder Geräten durch, ohne vorher mit Ihrem Arzt zu sprechen.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann je nach Ausprägung verschiedene Therapien anbieten, z. B. eine Injektion in die Plaque, eine Stoßwellentherapie oder eine Zugbehandlung. Für manche Männer kommen auch Tabletten infrage. Sprechen Sie gemeinsam ab, welche Option für Ihren Alltag und Ihre Beschwerden sinnvoll ist. Lassen Sie sich nicht auf nicht geprüfte Wundermittel ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur bei einer stabilen Verkrümmung erwogen, also frühestens nach etwa sechs bis zwölf Monaten, wenn keine Besserung eingetreten ist und der Geschlechtsverkehr stark eingeschränkt ist. Die Entscheidung treffen Sie zusammen mit einer Urologin oder einem Urologen.
Leben mit der Erkrankung
Die Krankheit kann sehr belasten, insbesondere das eigene Körpergefühl und die Sexualität. Es hilft, offen mit der Partnerin oder dem Partner zu sprechen und sich klarzumachen, dass die Veränderung nicht durch persönliches Fehlverhalten entstanden ist.
Tipps für den Alltag
- Sprechen Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin über Ihre Sorgen und Wünsche.
- Suchen Sie bei Bedarf frühzeitig eine psychologische Beratung.
- Treffen Sie sich mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe, um Erfahrungen auszutauschen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind allgemein gut für die Durchblutung und das Bindegewebe. Sport stärkt das Wohlbefinden, kann aber diese Erkrankung nicht direkt heilen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Veränderung des Penis kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und zu Ängsten oder Depressionen führen. Das ist nachvollziehbar. Eine psychotherapeutische Unterstützung ist eine gute Ergänzung und keine Schande.
Vorbeugung
Eine gezielte Vorbeugung ist nicht bekannt. Sie können jedoch das Risiko verringern, indem Sie Verletzungen im Genitalbereich vermeiden und Risikofaktoren wie Diabetes und Bluthochdruck gut behandeln lassen.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen die Peyronie-Krankheit. Eine gesunde Lebensweise unterstützt das Immun- und Bindegewebssystem, kann aber die Krankheit nicht sicher verhindern.
Früherkennungsprogramme
Es existiert kein spezielles Screening. Wer bei sich Veränderungen bemerkt, sollte zur Abklärung eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafte und zunehmende Verkrümmung des Penis
- Verkürzung des Penis
- Schmerzen und Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr
- Erektionsstörungen, die die Partnerschaft und die Psyche belasten
Langzeitprognose
Viele Männer erleben eine spontane Besserung, vor allem wenn die Schmerzen zu Beginn stark sind. Mit einer fachkundigen Beratung und passenden Behandlungsmöglichkeiten lassen sich Krümmung und Beschwerden oft gut bessern. Auch bei bleibender Krümmung gibt es Wege, das Sexualleben zufriedenstellend zu gestalten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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