Pocken (Variola) – was Sie heute wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Pocken (medizinisch: Variola) sind eine früher weit verbreitete, schwere Virusinfektion. Das Virus wird von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen oder direkten Kontakt übertragen. Dank einer weltweiten Impfkampagne wurde die Krankheit ausgerottet. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Ausrottung im Jahr 1980 offiziell bestätigt. Es gibt also heute keine natürlichen Pockenfälle mehr.
Wichtige Fakten
- Pocken sind eine Virusinfektion, die früher sehr ansteckend war.
- Die Krankheit ist seit 1980 weltweit ausgerottet.
- In Deutschland gibt es keine natürliche Ansteckungsgefahr.
- Umfangreiches Wissen über die Krankheit hilft, sie in die Vergangenheit einzuordnen und eventuelle Fehldiagnosen zu vermeiden.
Nein. Pocken kommen heute auf der Welt nicht mehr vor. Die Krankheit ist ausgerottet, das heißt, es gibt keine natürlichen Fälle. Nur in wenigen, streng gesicherten Laboratorien werden noch Proben des Virus aufbewahrt.
Die natürliche Erkrankung betrifft niemanden mehr. In der Vergangenheit konnten sich Menschen jeden Alters anstecken. Heute sind höchstens Menschen mit beruflichem Kontakt zu Sicherheitsbeständen des Virus in Labors betroffen. Dafür gelten besonders strenge Sicherheitsregeln.
Symptome
- Wenn Sie plötzlich hohes Fieber und einen ungewöhnlichen, schnell ausbreitenden Hautausschlag haben, rufen Sie sofort den Notruf 112 oder den ärztlichen Notdienst an.
- Auch bei starker Atemnot, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit ist ein Notruf dringend erforderlich.
- ⚠Wenn Sie Fieber und einen Hautausschlag haben und unsicher sind, was es ist, suchen Sie noch am selben Tag eine Hausarztpraxis oder einen ärztlichen Bereitschaftsdienst auf.
- ⚠Wenn Sie in den letzten 14 Tagen Kontakt zu jemandem hatten, der an Pocken erkrankt sein könnte, wenden Sie sich unverzüglich an das örtliche Gesundheitsamt.
Häufige Symptome
- Plötzlich einsetzendes Fieber (oft über 38 °C bis 40 °C)
- Starke Kopf- und Gliederschmerzen
- Ausgeprägtes Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit
- Ein Hautausschlag, der zunächst im Mund- und Rachenbereich beginnt und sich dann auf das Gesicht, die Arme und den ganzen Körper ausbreitet
Symptome bei Kindern
- Früher verliefen Pocken bei Kindern ähnlich wie bei Erwachsenen: Fieber, Ausschlag und starke Abgeschlagenheit.
- Da es keine Pockenfälle mehr gibt, ist diese Beschreibung heute nur noch theoretisch.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Menschen, die in der Vergangenheit geimpft wurden, haben möglicherweise noch einen gewissen Immunschutz.
- Bei älteren Menschen sollte ein fieberhafter Ausschlag immer ärztlich abgeklärt werden, da andere Ursachen häufiger sind.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Ursache ist das Variola-Virus, ein Erreger aus der Gruppe der Pockenviren.
- Das Virus wurde früher durch Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen, außerdem durch direkten Kontakt mit Hautveränderungen.
- Heute kommt das Virus in der Natur nicht mehr vor – eine natürliche Ansteckung ist also nicht möglich.
Risikofaktoren
- In den Zeiten vor der Ausrottung waren ungeimpfte Menschen besonders gefährdet.
- Ein sehr geringes, rein theoretisches Risiko besteht heute nur noch bei Arbeiten in speziell gesicherten Laboren mit Virusbeständen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber in Verbindung mit einem Hautausschlag, der nicht typisch für Windpocken, Masern oder andere bekannte Ausschläge ist.
- Wenn Sie direkt mit jemandem Kontakt hatten, bei dem der Verdacht auf Pocken besteht.
- Wenn Sie aus einem Gebiet zurückkehren, in dem Fieberausschläge vorkommen, und unsicher sind.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eine Reise in abgelegene Regionen planen und sich zu Impfungen beraten lassen möchten.
- Wenn Sie Ihren allgemeinen Impfstatus überprüfen lassen möchten.
Diagnose
Die Diagnose wird in erster Linie durch die Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung und spezielle Laboruntersuchungen gestellt. Da es keine natürlichen Pocken mehr gibt, ist das wichtigste Ziel, eine andere Erkrankung auszuschließen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung
- Abstrich von Hautveränderungen
- Laboruntersuchung zum Nachweis von Viren oder Antikörpern
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn Sie mit einem fieberhaften Ausschlag in die Praxis kommen, wird die Ärztin oder der Arzt Sie eingehend untersuchen und nach möglichen Kontakten und Reisen fragen. Nötigenfalls wird eine Probe an ein spezialisiertes Labor geschickt. Das Ergebnis dauert meist ein bis zwei Tage.
Behandlung
Eine ursächliche Behandlung gegen Pocken gibt es nicht. Die Therapie besteht darin, die körperlichen Beschwerden zu lindern und den Körper zu stärken. In besonderen Fällen kann eine ärztliche Vorstellung in einer Spezialklinik oder beim Gesundheitsamt sinnvoll sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Bleiben Sie im Bett und schonen Sie sich.
- Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, am besten Wasser oder ungesüßte Tees.
- Senken Sie Fieber mit einfachen Mitteln wie Wadenwickeln – nur nach Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal.
- Befolgen Sie bei ansteckenden Hautausschlägen die Hygienehinweise Ihres medizinischen Teams.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung schwerer Fälle erfolgt im Krankenhaus. Dort überwachen Ärztinnen und Ärzte Flüssigkeitshaushalt, Kreislauf und Haut. In speziellen Situationen können Medikamente eingesetzt werden, die die Vermehrung von Viren hemmen. Auch eine Impfung nach einer möglichen Ansteckung kann von Behörden erwogen werden, wenn sie medizinisch sinnvoll erscheint. Welche Maßnahme im Einzelfall richtig ist, entscheidet allein medizinisches Fachpersonal.
Leben mit der Erkrankung
Da Pocken bei uns nicht vorkommen, müssen Sie im Alltag nichts Besonderes beachten. Sollten Sie jedoch einen fieberhaften Ausschlag bekommen, bleiben Sie zu Hause, bis eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache abgeklärt hat. Das schützt andere Menschen vor einer Übertragung – auch wenn es sich meist um eine harmlose Infektion handelt.
Tipps für den Alltag
- Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Seife.
- Niesen und husten Sie in die Armbeuge.
- Meiden Sie engen Kontakt zu Menschen, die hohes Fieber und einen Ausschlag haben.
- Informieren Sie sich bei Ihrem Gesundheitsamt, wenn Sie Fragen haben.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung stärken Ihre Abwehrkräfte. Ein gesunder Lebensstil kann viele Infektionen verhindern oder den Verlauf mildern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sich mit einer früheren schweren Krankheit zu beschäftigen, kann Verunsicherung auslösen. Es hilft, sich an verlässliche Informationen zu halten und mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen. Sorgen sind ernst zu nehmen, sollten aber nicht den Alltag bestimmen.
Vorbeugung
Ja. Die wirksamste Vorbeugung war und ist die Impfung. Da die Krankheit ausgerottet ist, ist keine allgemeine Vorbeugung mehr nötig. Es gibt keine natürlichen Viren, gegen die man sich schützen müsste.
Impfungen
Es gibt einen Impfstoff gegen Pocken, aber er wird heute nicht für die Allgemeinbevölkerung empfohlen. Der Grund: Die Krankheit ist ausgerottet und der Impfstoff kann – wie jeder Impfstoff – Nebenwirkungen haben. Nur bestimmte Personen, zum Beispiel Laborpersonal, können nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung geimpft werden. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.
Komplikationen
Unbehandelt
- In der Vergangenheit konnte die Krankheit zu Lungenentzündung, Hautinfektionen oder Entzündungen des Gehirns führen.
- Rund ein Drittel der Erkrankten verstarb an den Folgen einer schweren Pockenerkrankung.
Langzeitprognose
Heute ist Ihre Wahrscheinlichkeit, an Pocken zu erkranken, praktisch null. Die Krankheit ist ausgerottet, und selbst im Falle eines Extremereignisses sind moderne Laborverfahren und Sicherheitsmaßnahmen vorhanden, um schnell zu reagieren. Sie müssen sich keine vordergründigen Sorgen machen und können sich auf die gesundheitliche Normalität in Deutschland verlassen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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