Nagelpilz (Onychomykose)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nagelpilz ist eine Infektion des Nagels durch winzige Pilze. Die Pilze wachsen in warmen, feuchten Umgebungen, zum Beispiel in Schuhen. Sie ernähren sich von Hornsubstanz im Nagel und können so den Nagel verfärben, verdicken und brüchig machen.
Wichtige Fakten
- Nagelpilz kommt häufig vor und ist meist nicht gefährlich.
- Die Behandlung braucht Geduld, weil der Nagel langsam nachwächst.
- Mit der richtigen Behandlung und Hygiene ist der Pilz gut beseitigbar.
Ja, Nagelpilz ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Etwa jeder zehnte Mensch in Deutschland ist irgendwann betroffen.
Nagelpilz kann jeden treffen. Besonders häufig betroffen sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Diabetes, Durchblutungsstörungen, sowie ältere Menschen und Sportler.
Symptome
- Ruf umgehend die 112 an, wenn du plötzlich hohes Fieber, Schüttelfrost und starke Schmerzen im Fuß bekommst und sich eine Rötung rasch ausbreitet.
- Wenn der Fuß sehr anschwillt, warm wird und du fieberst, kann das ein Zeichen einer schweren bakteriellen Infektion sein.
- ⚠Wenn du Diabetes hast und eine Rötung, Schwellung oder Fieber auftritt, suche noch am selben Tag ärztliche Hilfe auf.
- ⚠Wenn sich Eiter bildet oder der Nagel stark einwächst, ist eine rasche ärztliche Untersuchung sinnvoll.
Häufige Symptome
- Der Nagel verfärbt sich gelblich, bräunlich oder weiß.
- Der Nagel wird dicker und brüchig.
- Der Nagel kann sich vom Nagelbett teilweise lösen.
- Es kann ein unangenehmer Geruch entstehen.
- Schmerzen sind selten, außer wenn sich die Haut mitentzündet.
Symptome bei Kindern
- Nagelpilz ist bei Kindern seltener. Er zeigt sich oft durch helle Streifen oder Flecken auf dem Nagel. Eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt kann das verlässlich beurteilen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen werden die Nägel oft dick und schwer zu schneiden. Das kann die Fußpflege erschweren und zu eingewachsenen Zehennägeln führen.
Ursachen
Hauptursachen
- Pilze sind mikroskopisch kleine Lebewesen, die Hornsubstanz abbauen. Sie gedeihen besonders gut in feuchten und warmen Bereichen wie Schuhen oder Schwimmbädern.
- Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit befallenen Haut- oder Nagelteilchen, zum Beispiel auf Böden von Duschen, Umkleidekabinen oder in Schwimmbädern.
- Geschädigte Nägel, enge Schuhe oder kleine Verletzungen am Nagel erleichtern den Pilzen den Eintritt.
Risikofaktoren
- Barfußgehen in öffentlichen Duschen, Saunen oder Schwimmbädern
- Enge und wenig luftdurchlässige Schuhe
- Starkes Schwitzen an den Füßen
- Hautpilz (Fußpilz)
- Diabetes mellitus
- Durchblutungsstörungen in den Beinen
- Schwaches Immunsystem, zum Beispiel durch bestimmte Medikamente oder Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn du Diabetes hast und zusätzlich Rötung, Schwellung, Wärme oder Fieber bemerkst.
- Wenn sich die Verfärbung schnell ausbreitet und der Nagel schmerzt.
- Wenn sich Eiter oder Krusten rund um den Nagel bilden.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn du seit mehreren Wochen eine Verfärbung oder Verdickung an einem Zehennagel bemerkst.
- Wenn du unsicher bist, ob es sich um Nagelpilz handelt.
- Wenn du schon ein Hausmittel ausprobiert hast und es nicht hilft.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt schaut sich den Nagel an und entnimmt meist etwas Nagelmaterial. Damit lässt sich feststellen, ob wirklich Pilze vorhanden sind und um welche Pilzart es sich handelt.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung von Fuß und Nagel
- Mikroskopische Untersuchung von Nagelspänen
- Pilzkultur: Dabei wird versucht, den Pilz im Labor anzuzüchten
- Bei Bedarf ein PCR-Test, um das Erbmaterial des Pilzes nachzuweisen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist schnell und kaum schmerzhaft. Mit einem kleinen Skalpell wird etwas Nagelmaterial entnommen. Das Ergebnis kann ein paar Minuten dauern, wenn der Pilz direkt unterm Mikroskop sichtbar ist, oder ein bis mehrere Wochen, wenn eine Pilzkultur angelegt wird.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, wie weit der Nagelpilz fortgeschritten ist. Bei leichten Infektionen reichen oft Mittel, die direkt auf den Nagel aufgetragen werden. Bei stärkerem Befall kann ein Arzneimittel in Tablettenform nötig sein, das den Pilz von innen bekämpft. Die Behandlung dauert meist mehrere Wochen bis Monate.
Selbsthilfe zu Hause
- Halte deine Füße sauber und trocken, besonders zwischen den Zehen.
- Trage luftdurchlässige Schuhe und wechsle die Socken täglich.
- Nutze in öffentlichen Duschen und Schwimmbädern immer Badeschuhe.
- Schneide deine Fußnägel gerade und feile verdickte Stellen vorsichtig.
- Verwende für die Füße ein eigenes Handtuch und teile Nagelfeilen nicht mit anderen.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Antipilzmittel, die als Nagellack, Creme, Gel oder in schwereren Fällen als Tabletten eingesetzt werden. Diese Mittel hemmen das Wachstum der Pilze. Tabletten können Nebenwirkungen haben und sind deshalb nicht für jeden geeignet. Welches Mittel passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten nötig. Sie kann in Betracht kommen, wenn der Nagel stark eingewachsen ist, der Pilz sehr tief sitzt oder sich eine bakterielle Infektion entwickelt hat. Der Nagel kann dann entfernt werden, damit ein neuer gesunder Nagel nachwächst.
Leben mit der Erkrankung
Nagelpilz lässt sich gut in den Alltag einbauen. Wichtig sind eine konsequente Behandlung und gute Fußhygiene. Auch wenn die Besserung langsam kommt, solltest du die Behandlung nicht vorzeitig abbrechen.
Tipps für den Alltag
- Bevorzuge offene Schuhe oder Sandalen, wenn es die Situation erlaubt.
- Lüfte deine Schuhe regelmäßig und trage sie nicht zwei Tage hintereinander.
- Desinfiziere deine Nagelfeile und anderes Fußpflegegerät regelmäßig.
- Wenn du Sport machst, dusche danach und trockne die Füße gründlich ab.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung unterstützen das Immunsystem. Wenn du Diabetes hast, ist eine gute Blutzuckereinstellung besonders wichtig, da sie die Abwehrkräfte stärkt und die Heilung fördert.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Nagelpilz kann unangenehm sein oder Scham auslösen. Das ist verständlich. Es handelt sich aber um eine medizinische Krankheit, die jeden treffen kann. Wenn dich die Veränderung psychisch belastet, sprich deine Ärztin oder deinen Arzt darauf an.
Vorbeugung
Nagelpilz lässt sich nicht immer verhindern. Du kannst das Risiko aber deutlich senken: Fußnägel regelmäßig schneiden, Füße trocken halten, Badeschuhe tragen, eigene Handtücher und Fußpflegewerkzeuge verwenden. Behandle Fußpilz frühzeitig, damit er nicht auf die Nägel übergeht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Pilz kann sich auf weitere Zehennägel oder andere Körperstellen ausbreiten.
- Der Nagel kann dauerhaft dick, verfärbt oder zerstört bleiben.
- Bei Menschen mit Diabetes oder geschwächtem Immunsystem kann sich eine zusätzliche bakterielle Hautinfektion entwickeln, zum Beispiel eine Wundrose.
- Bei älteren Menschen kann die Nagelverdickung zu Schmerzen beim Gehen und erschwerter Fußpflege führen.
Langzeitprognose
Nagelpilz ist gut behandelbar, auch wenn es Geduld braucht. Mit einer konsequenten Therapie und einem gesunden Lebensstil kann ein neuer, gesunder Nagel nachwachsen. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Aussichten. Auch nach einer erfolgreichen Behandlung kann ein erneuter Befall auftreten – guter Schutz durch Hygiene bleibt daher wichtig.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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