Sodbrennen in der Schwangerschaft
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Sodbrennen ist ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein, der vom Magen bis in den Rachen aufsteigen kann. In der Schwangerschaft ist er häufig und meist harmlos, kann aber sehr unangenehm sein.
Wichtige Fakten
- In der Schwangerschaft lockern sich bestimmte Muskeln, sodass Magensäure leichter in die Speiseröhre gelangen kann.
- Sodbrennen tritt oft ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel auf.
- Mit einfachen Maßnahmen wie kleinen Mahlzeiten und aufrechter Körperhaltung kann man viel dagegen tun.
Ja, Sodbrennen gehört zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Fast jede zweite werdende Mutter ist zeitweise betroffen.
Es betrifft schwangere Frauen, besonders ab dem zweiten und dritten Drittel. Auch Frauen, die früher nie Sodbrennen hatten, können es während der Schwangerschaft bekommen.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Sehr starke Schmerzen im Oberbauch oder Brustkorb
- Atemnot oder Schmerzen, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen
- Blut erbrechen oder schwarzer Stuhl
- Hohes Fieber und Schüttelfrost
- ⚠Sodbrennen, das sich trotz Maßnahmen nicht bessert
- ⚠Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken
- ⚠Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit
- ⚠Starkes oder häufiges Erbrechen
Häufige Symptome
- Brennendes Gefühl hinter dem Brustbein
- Saures Aufstoßen
- Druckgefühl im oberen Bauch
- Husten oder Räuspern, besonders nachts
- Schmerzen beim Liegen oder Bücken
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Schwangeren über 35 sind die Beschwerden nicht häufiger, aber die Ursachen sollten ärztlich abgeklärt werden, da auch andere Erkrankungen dahinterstecken können.
Ursachen
Hauptursachen
- Das Schwangerschaftshormon Progesteron entspannt den Schließmuskel am Mageneingang
- Das wachsende Baby drückt von unten auf den Magen
- Der Magen entleert sich langsamer als gewöhnlich
Risikofaktoren
- Mehrere Schwangerschaften
- Übergewicht vor der Schwangerschaft
- Bekanntes Sodbrennen vor der Schwangerschaft
- Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke oder ungewöhnliche Schmerzen, die nicht zu Sodbrennen passen
- Blut im Stuhl oder Erbrechen von Blut
- Blutdruckprobleme, starke Schwellungen oder Kopfschmerzen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sodbrennen häufig auftritt und den Alltag oder Schlaf stört
- Bevor Sie Medikamente einnehmen, fragen Sie Ihre Hebamme, Ärztin oder Ihren Arzt
Diagnose
In der Schwangerschaft reichen meist die Beschreibung der Beschwerden und ein kurzes Gespräch. Eine Magenspiegelung ist nur selten nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Gespräch über die Beschwerden (Anamnese)
- Körperliche Untersuchung
- Bei Bedarf Blutdruck- und Urinkontrolle
- Nur in Ausnahmefällen: Ultraschall oder Magenspiegelung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Ärztin oder der Arzt wird fragen, wann das Brennen auftritt, was es bessert und was es verschlimmert. So lässt sich meist eine gute Behandlung planen.
Behandlung
Zuerst werden einfache Maßnahmen empfohlen. Wenn das nicht reicht, gibt es Mittel, die die Magensäure binden und in der Schwangerschaft als unbedenklich gelten. Welches Medikament im Einzelfall geeignet ist, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
- Fettige, scharfe oder säurehaltige Speisen meiden
- Nach dem Essen eine Weile aufrecht bleiben
- Schlafen mit erhöhtem Oberkörper
- Lockere Kleidung tragen
Medizinische Behandlungen
Manchmal werden Mittel eingesetzt, die die Magensäure binden (Antazida) oder die Säureproduktion verringern. Die Auswahl und Dosierung trifft die behandelnde Ärztin oder der Arzt – selbst kaufen und einnehmen, ohne zu fragen, ist nicht ratsam.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist in der Schwangerschaft praktisch nie notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Sodbrennen lässt sich mit kleinen Tricks lindern: Führen Sie vielleicht ein Tagebuch, um herauszufinden, welche Lebensmittel Sie reizen. Planen Sie nach dem Essen einen Spaziergang ein.
Tipps für den Alltag
- Auf dem Schlafen auf der linken Seite achten – das kann den Druck vom Magen nehmen
- Abendessen nicht zu spät und eher klein
- Kaffee, Zigaretten und Alkohol sind in der Schwangerschaft ohnehin tabu
- Mehrere Kissen zum Schlafen nutzen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn ist auch bei Sodbrennen gut. Leichte Bewegung wie Schwangerschaftsyoga oder Spazierengehen regt die Verdauung an. Direkt nach dem Essen sollte man sich aber nicht stark belasten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltendes Sodbrennen kann Schlaf und Wohlbefinden stören. Es ist normal, dass einen das belastet. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Ärztin – das entlastet.
Vorbeugung
Nicht immer, aber mit der richtigen Ernährung und Essgewohnheiten lässt sich das Risiko deutlich senken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei starkem Sodbrennen kann die Speiseröhre gereizt sein
- Schlafmangel und Erschöpfung können den Alltag belasten
- Weniger Appetit kann zu einer geringeren Nährstoffzufuhr führen
Langzeitprognose
Nach der Geburt verschwindet Sodbrennen meist von selbst. Bis dahin lassen sich die Beschwerden mit ärztlicher Begleitung gut lindern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.