Hoher Cholesterinspiegel bei Kindern
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Cholesterin ist ein Fettstoff im Blut. Für den Körper ist Cholesterin wichtig, zum Beispiel für den Aufbau von Zellen. Zu viel Cholesterin ist aber ungünstig: Es kann sich an den Wänden der Blutgefäße ablagern und die Gefäße mit der Zeit verengen. Das kann viele Jahre später zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Auch Kinder können bereits erhöhte Cholesterinwerte haben.
Wichtige Fakten
- Hohes Cholesterin macht lange Zeit keine Beschwerden – weder bei Kindern noch bei Erwachsenen.
- Es gibt eine erbliche Form, die in der Familie weitergegeben werden kann.
- Eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und ausgewogener Ernährung hilft, das Cholesterin zu senken.
- Nur in seltenen, schweren Fällen sind Medikamente nötig.
Bei Kindern ist ein deutlicher Anstieg des Cholesterins seltener als bei Erwachsenen. Allerdings kommt eine erbliche Form bei etwa 1 von 500 Kindern vor.
Betroffen sind Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen. Besonders gefährdet sind Kinder, bei denen nahe Verwandte bereits erhöhtes Cholesterin oder frühe Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Auch Kinder mit starkem Übergewicht haben häufiger höhere Cholesterinwerte.
Symptome
- Wenn Ihr Kind plötzlich starke Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht hat, wählen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Wenn Sie bei Ihrem Kind gelbliche Knoten auf der Haut bemerken, sollten Sie zeitnah einen Kinder- oder Hausarzt aufsuchen.
Häufige Symptome
- In der Regel hat ein erhöhter Cholesterinspiegel keine sichtbaren Beschwerden.
Symptome bei Kindern
- Manchmal können gelbliche Fetteinlagerungen auf der Haut auftreten – zum Beispiel an Augenlidern, Ellbogen oder Knien. Diese Knoten nennt man Xanthome. Sie sind selten und weisen auf eine erbliche Form hin.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Erwachsenen können sich mit der Zeit Durchblutungsstörungen entwickeln. Mögliche Anzeichen sind dann zum Beispiel Schmerzen in der Brust bei Belastung, schnelle Erschöpfung oder Wadenkrämpfe beim Gehen. Für Kinder spielen diese Beschwerden praktisch keine Rolle.
Ursachen
Hauptursachen
- Erbliche Veranlagung: Bei manchen Kindern regelt der Körper das Cholesterin nicht richtig ab – die Werte sind von Geburt an sehr hoch.
- Ungesunde Ernährung: Zu viel fettes Essen, Fast Food, Süßigkeiten und stark verarbeitete Lebensmittel können den Cholesterinspiegel erhöhen.
- Bewegungsmangel: Zu wenig körperliche Aktivität kann zu Übergewicht und höheren Cholesterinwerten führen.
- Andere Erkrankungen: Zum Beispiel Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion oder Nierenerkrankungen können das Cholesterin beeinflussen.
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung: Eltern, Geschwister oder Großeltern haben hohes Cholesterin oder frühe Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Übergewicht oder Fettleibigkeit.
- Ungesunde Essgewohnheiten und wenig Bewegung.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nehmen Sie zeitnah Kontakt zur Arztpraxis auf, wenn Sie bei Ihrem Kind gelbliche Hautknoten oder einen weißlichen Ring am äußeren Rand der Hornhaut bemerken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ein Bluttest kann sinnvoll sein, wenn in der Familie frühe Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder erhöhtes Cholesterin bekannt sind.
- Auch bei starkem Übergewicht sollte das Cholesterin im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung gelegentlich bestimmt werden.
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst nach der Familiengeschichte und dem Lebensstil. Danach kann ein einfacher Bluttest Aufschluss geben. Das Blut wird meist aus einer Vene am Arm entnommen. Bei Verdacht auf eine erbliche Form wird der Test oft nüchtern durchgeführt – das heißt, das Kind sollte vorher 8 bis 12 Stunden nichts essen.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin.
- Bei bestimmten Hinweisen können weitere Blutfette wie Triglyceride gemessen werden.
- Nicht immer ist Nüchternheit nötig, vor allem bei der ersten Einschätzung.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Blutabnahme ist schnell vorbei. Ihr Kind darf währenddessen etwas Ablenkung oder Trost bekommen. Die Ergebnisse bespricht der Arzt mit Ihnen und berät Sie, ob Maßnahmen nötig sind oder ob erst eine Kontrolle reicht.
Behandlung
Im Vordergrund steht eine Änderung des Lebensstils – ganz ohne Medikamente. Das gilt für Kinder mit milde erhöhten Werten zuerst. Nur wenn die Werte sehr hoch liegen oder eine erbliche Störung vorliegt, kann nach genauer Abwägung eine medikamentöse Behandlung in Betracht kommen. Diese Behandlung gehört dann in die Hände einer spezialisierten Kinderärztin oder eines Kinderkardiologen.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten, wenig Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken.
- Täglich mindestens 60 Minuten Bewegung an der frischen Luft – zum Beispiel Radfahren, Fußball oder Schwimmen.
- Gesunde Fette bevorzugen, zum Beispiel aus Pflanzenölen, Nüssen und fettem Fisch (in Maßen). Tierische Fette wie Wurst, Butter und Sahne reduzieren.
- Gemeinsames Familienkochen statt Fast Food.
Medizinische Behandlungen
In seltenen Fällen und nur bei stark erhöhten Werten, die durch Lebensstil nicht zu senken sind, können Kinderärzte nach genauer Untersuchung eine Behandlung mit cholesterinsenkenden Medikamenten verordnen. Diese Medikamente sind für Kinder nur in schweren Fällen zugelassen und werden regelmäßig kontrolliert. Bitte fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach den genauen Empfehlungen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei erhöhtem Cholesterin bei Kindern praktisch nie nötig.
Leben mit der Erkrankung
Für Ihr Kind ist es am wichtigsten, dass Sie als Familie gesunde Gewohnheiten gemeinsam leben. So fühlt sich das Kind nicht ausgeschlossen. Es hilft, feste Essenszeiten zu haben, Mahlzeiten gemeinsam zu genießen und regelmäßige Bewegung in den Alltag einzubauen.
Tipps für den Alltag
- Kinder brauchen Vorbilder: Wenn Eltern sich viel bewegen und gesund essen, macht es das Kind leichter nach.
- Bildschirmzeit begrenzen – empfohlen sind höchstens ein bis zwei Stunden pro Tag.
- Auf Rauchen und Passivrauchen verzichten – das schädigt die Gefäße zusätzlich.
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau unterstützen den Stoffwechsel.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine bunte Mischung: viel Gemüse und Obst, Vollkornbrot, Haferflocken und Hülsenfrüchte. Fisch enthält gesunde Fette, Fleisch und Wurst sollten nicht täglich auf dem Teller liegen. Als Getränke sind Wasser oder ungesüßter Tee ideal. Bei Bewegung gilt: Toben, Rennen, Spielen – alles hilft. Ideal sind mindestens 60 Minuten Aktivität pro Tag.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Für Kinder kann eine besondere Ernährung wie eine Einschränkung wirken. Nehmen Sie Ihr Kind ernst und erklären Sie altersgerecht, warum eine gesunde Lebensweise wichtig ist. Loben Sie Ihr Kind für sportliche Aktivitäten und gesunde Pausen. So bleibt das Selbstwertgefühl intakt.
Vorbeugung
In vielen Fällen ja. Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht sind die beste Vorbeugung. Die erbliche Form lässt sich nicht durch Lebensgewohnheiten verhindern, aber gut behandeln – je früher sie erkannt wird, desto besser.
Früherkennungsprogramme
Bei Kindern mit Risikofaktoren, zum Beispiel familiärer Vorbelastung oder Übergewicht, kann der Arzt eine Blutuntersuchung empfehlen – meist ab dem Alter von 2 Jahren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Auf Dauer können sich Fettablagerungen in den Blutgefäßen bilden.
- Das erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall im späteren Erwachsenenalter.
- Durchblutungsstörungen können auch schon in jungen Jahren beginnen.
Langzeitprognose
Mit einer frühen Erkennung und gesunden Gewohnheiten lässt sich das Risiko deutlich senken. Kinder mit erblich erhöhtem Cholesterin können heute ein normales, aktives Leben führen, wenn sie regelmäßig ärztlich betreut werden. Mit Geduld und Unterstützung der Familie ist die Prognose insgesamt gut.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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