Dellwarzen (Molluscum contagiosum) – harmlose Hautknötchen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Molluscum contagiosum, im Alltag auch Dellwarzen genannt, ist eine häufige, harmlose Virusinfektion der Haut. Sie erzeugt kleine, glänzende, hautfarbene Knötchen mit einem winzigen Grübchen in der Mitte. Das Immunsystem beseitigt die Infektion in der Regel von selbst.
Wichtige Fakten
- Die Erreger sind Viren (sogenannte Pockenviren).
- Die Knötchen sind ansteckend, aber nicht bösartig.
- Bei Kindern heilen sie meistens nach einigen Monaten bis 2 Jahren von selbst ab.
- Eine ärztliche Behandlung ist nicht immer nötig.
Ja, Molluscum contagiosum ist eine der häufigsten Hautinfektionen bei Kindern weltweit und auch in Deutschland weit verbreitet.
Am häufigsten sind Kinder zwischen 1 und 10 Jahren betroffen. Aber auch Erwachsene können sich infizieren, besonders wenn sie ein geschwächtes Immunsystem haben oder bestimmte Hautkrankheiten wie Neurodermitis.
Symptome
- ⚠Wenn Knötchen im Auge oder am Augenlid sitzen und das Sehen beeinträchtigen
- ⚠Wenn sich Zeichen einer bakteriellen Zusatzinfektion zeigen: starke Rötung, Schwellung, Wärme, Eiter oder Fieber
Häufige Symptome
- Kleine, runde, hautfarbene oder weiße Knötchen (etwa 2 bis 5 mm)
- Knötchen mit einer Delle oder einem Grübchen in der Mitte
- Möglicher leichter Juckreiz
- Knötchen einzeln oder in Gruppen, oft in Körperfalten (Achseln, Leiste)
- Rötung oder Entzündung, wenn man kratzt
Symptome bei Kindern
- Knötchen vor allem im Gesicht, an den Armen, Beinen und am Rumpf
- Auch an Hals, Achseln, Kniekehlen und Ellenbeugen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Erwachsenen treten sie seltener auf, dann häufig im Genitalbereich (durch sexuelle Übertragung).
- Bei geschwächtem Immunsystem können die Knötchen größer, zahlreicher und hartnäckiger sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Direkter Hautkontakt mit einer infizierten Person (zum Beispiel beim Schmusen, Kratzen oder gemeinsamen Spielen)
- Übertragung über gemeinsam benutzte Gegenstände wie Handtücher, Waschlappen, Kämme, Rasierer oder Spielzeug
- Selbstübertragung: Wenn man an einem Knötchen kratzt und dann andere Körperstellen berührt
- Bei Erwachsenen auch durch intensive körperliche oder sexuelle Kontakte
Risikofaktoren
- Hauterkrankungen wie Neurodermitis (chronisch trockene, juckende Haut)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. nach Krankheit oder durch Medikamente)
- Häufiger Aufenthalt in Schwimmbädern oder Sportanlagen
- Kratzspuren oder offene Hautstellen, die der Virus leicht nutzen kann
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Anzeichen einer bakteriellen Infektion: starke Rötung, Schwellung, Eiter, zunehmende Schmerzen oder Fieber
- Wenn Knötchen im Augenbereich auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie unsicher sind, ob es sich wirklich um Dellwarzen handelt
- Wenn die Knötchen stark jucken, nässen oder sich ausbreiten
- Wenn die Knötchen nach mehreren Monaten nicht kleiner werden
- Bei Erwachsenen, besonders bei Genitalbeteiligung, zur Klärung und passenden Beratung
Diagnose
In den meisten Fällen reicht die Betrachtung der Haut aus. Der Arzt oder die Ärztin erkennt die Dellwarzen an ihrer typischen Form: glänzende, runde Knötchen mit Delle in der Mitte.
Mögliche Untersuchungen
- Meist sind keine besonderen Untersuchungen nötig.
- Falls Unsicherheit besteht: Ein Knötchen wird mit einem kleinen scharfen Löffel sanft aufgeschabt und unter dem Mikroskop untersucht.
- Bei Erwachsenen im Genitalbereich kann der Arzt oder die Ärztin zusätzlich auf andere sexuell übertragbare Infektionen testen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schnell und schmerzarm. Nach dem Arztgespräch und einem kurzen Blick auf die Haut erhalten Sie in der Regel eine klare Meinung zu Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.
Behandlung
Eine Behandlung ist nicht immer erforderlich, weil das Immunsystem die Viren selbst bekämpft. Eine aktive Therapie kommt vor allem infrage, wenn die Knötchen stark stören, sich ausbreiten, entzündet sind oder die Übertragungsgefahr gesenkt werden soll.
Selbsthilfe zu Hause
- Nicht kratzen! Kratzen verbreitet die Viren und kann Narben hinterlassen.
- Betroffene Hautstellen sauber und trocken halten, am besten mit einem eigenen Handtuch.
- Knötchen abdecken – mit Pflaster, Kleidung oder dichtem Verband, vor allem beim Sport, Schwimmen oder in der Gemeinschaft.
- Fingernägel kurz schneiden und Hände regelmäßig waschen, besonders nach Hautkontakt.
- Bei Juckreiz helfen kühlende, feuchte Umschläge. Fragen Sie in der Apotheke nach geeigneten, nicht-rezeptpflichtigen Pflegeprodukten.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene von Ärztinnen und Ärzten angewendete Methoden. Dazu gehören Lösungen oder Cremes, die lokal auf die Knötchen aufgetragen werden, sowie physikalische Verfahren wie Vereisung (Kryotherapie), Entfernung mit einem scharfen Löffel (Kürettage) oder Laserbehandlung. Welche Option gewählt wird, richtet sich nach Anzahl, Lage und Alter der Person. Bitte benutzen Sie keine rezeptfreien Medikamente ohne ärztliche Rücksprache – viele sind bei Dellwarzen nicht sinnvoll und können die Haut reizen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine kleine Operation ist nur selten nötig, zum Beispiel wenn die Knötchen sehr zahlreich, groß oder in schwer erreichbaren Hautbereichen liegen oder wenn die Diagnose nicht vollständig sicher ist. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erklärt Ihnen dann die Vorgehensweise.
Leben mit der Erkrankung
Das tägliche Leben bleibt normal. Achten Sie darauf, betroffene Stellen zu bedecken, um andere vor Ansteckung zu schützen. Im Kindergarten oder in der Schule sind Dellwarzen kein Grund, das Kind auszuschließen – diese Empfehlung geben auch die Fachgesellschaften.
Tipps für den Alltag
- Fingernägel kurz halten und Hände häufig waschen.
- Eigene Handtücher, Waschlappen und Rasierer benutzen.
- Beim Sport und Schwimmen die betroffenen Hautpartien abdecken.
- Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden, parfümfreien Creme gut pflegen – aber nur nach Rücksprache mit dem Arzt.
- Nach dem Baden oder Schwimmen gründlich abtrocknen.
Ernährung und Bewegung
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt die Immunabwehr. Bewegung und Sport sind grundsätzlich erlaubt, solange die Knötchen abgedeckt sind und direkter Hautkontakt zu anderen vermieden wird. Nach dem Sport ist ein eigenes Handtuch und rasches Duschen empfehlenswert.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Dellwarzen sind harmlos, aber sichtbar und können Unbehagen oder Scham auslösen – bei Kindern und Erwachsenen. Kinder können wegen der Knötchen gehänselt werden. Es hilft, offen darüber zu sprechen, das Kind zu ermutigen und dem Umfeld zu erklären, dass nichts Schlimmes vorliegt. Erwachsene, die im Genitalbereich betroffen sind, können verunsichert sein. Auch hier gilt: Es ist eine behandelbare, gutartige Infektion, die nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat.
Vorbeugung
Eine hundertprozentige Vorbeugung gibt es nicht, aber das Risiko lässt sich deutlich verringern: Vermeiden Sie engen Hautkontakt mit infizierten Personen, teilen Sie keine Handtücher oder Kleidung und decken Sie vorhandene Knötchen ab. Bei Erwachsenen im Genitalbereich reduziert Safer Sex (z. B. mit Kondom) das Ansteckungsrisiko, ersetzt aber nicht den Arztbesuch.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Knötchen können sich auf andere Körperregionen ausbreiten und vermehren.
- Durch Kratzen können Bakterien in die Haut gelangen und eine örtliche Entzündung (Ekzem, Eiterbildung) verursachen.
- Nach starkem Kratzen können kleine Narben zurückbleiben.
- Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Infektion sehr lange bestehen bleiben.
Langzeitprognose
Die Prognose ist sehr gut. Bei den meisten Kindern heilen die Dellwarzen innerhalb von 6 bis 12 Monaten vollständig ab, manchmal dauert es bis zu 2 Jahre. Auch ohne Behandlung verschwinden sie in der Regel folgenlos. Behandlungen können die Dauer verkürzen und die Übertragung verringern. Eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit besteht nicht.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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