Krebs – verständlich erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Krebs ist eine Gruppe von vielen verschiedenen Krankheiten. Gemeinsam ist ihnen, dass sich Körperzellen unkontrolliert teilen und so bösartige Tumore entstehen oder das Blut und das Immunsystem beeinträchtigt werden können.
Wichtige Fakten
- Krebs ist nicht ansteckend.
- Nicht jeder Knoten oder jede Veränderung ist bösartig.
- Es gibt mehr als 200 verschiedene Krebsarten.
- Je früher eine Krebserkrankung entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
Ja, Krebs ist eine der häufigsten Krankheiten. In Deutschland erkranken jedes Jahr viele tausend Menschen neu an Krebs. Die meisten Betroffenen sind über 65 Jahre alt, aber auch jüngere Menschen können erkranken.
Krebs kann jeden Menschen treffen, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Auch erbliche Veranlagung spielt bei manchen Krebsarten eine Rolle.
Symptome
- Starke, nicht stillbare Blutungen
- Plötzliche Lähmungen oder Sprachstörungen
- Schwere Atemnot
- Krampfanfall
- Bewusstlosigkeit
- ⚠Blut im Stuhl oder im Urin
- ⚠Anhaltender Husten mit blutigem Auswurf
- ⚠Schwellung, die innerhalb weniger Tage stark zunimmt
- ⚠Wiederholtes Erbrechen über mehrere Tage
Häufige Symptome
- Ein Knoten oder eine Schwellung, die nicht weh tut und wächst
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Anhaltende Müdigkeit oder Erschöpfung
- Fieber ohne erkennbare Ursache
- Veränderung eines Leberflecks, einer Hautstelle oder der Form eines Muttermals
- Länger anhaltende Schmerzen, die neu auftreten
Symptome bei Kindern
- Unerklärliches Fieber über mehrere Tage
- Blässe oder blasse Farbe der Haut
- Plötzliche Wachstumsstörungen oder Störungen der Bewegung
- Schwellungen im Bauch oder am Körper
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Anhaltende Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
- Zunehmende Verwirrtheit oder Wesensänderung
- Schwierigkeiten beim Schlucken oder beim Wasserlassen
Ursachen
Hauptursachen
- In den Zellen entstehen Veränderungen im Erbgut (der DNA). Dadurch teilen sie sich unkontrolliert.
- Diese Veränderungen können durch äußere Faktoren wie Rauchen, Strahlung oder bestimmte Viren ausgelöst werden.
- Einige Menschen erben Veränderungen, die das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen.
Risikofaktoren
- Tabakrauchen
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Ungeschützte Sonneneinstrahlung (UV-Strahlung)
- Infektionen mit Viren wie HPV oder Hepatitis B und C
- Schadstoffe am Arbeitsplatz, zum Beispiel Asbest
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Blut im Stuhl, im Urin oder beim Husten bemerken, sollten Sie innerhalb weniger Tage einen Termin machen.
- Ein neu aufgetretener Knoten oder eine Schwellung sollte schnell abgeklärt werden.
- Ungewollter Gewichtsverlust über mehrere Wochen ist ein Warnzeichen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nehmen Sie regelmäßig an angebotenen Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen teil, auch wenn Sie keine Beschwerden haben.
- Bei anhaltenden Beschwerden, die Sie verunsichern, können Sie jederzeit einen Beratungstermin vereinbaren.
Diagnose
Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Danach müssen gezielte Untersuchungen zeigen, ob überhaupt ein Tumor vorliegt und um welche Art es sich handelt.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung – dabei werden bestimmte Werte im Blut gemessen, die auf eine Erkrankung hinweisen können.
- Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).
- Biopsie – dabei wird eine kleine Gewebeprobe entnommen und im Labor unter dem Mikroskop untersucht. Nur mit einer Biopsie lässt sich eine Krebserkrankung sicher nachweisen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden in der Regel an eine Fachpraxis oder ein Krankenhaus mit Erfahrung in der Krebsbehandlung überwiesen. Dort besprechen die Behandelnden mit Ihnen die nächsten Schritte. Es kann einige Wochen dauern, bis alle Ergebnisse vorliegen. Sie dürfen jederzeit Fragen stellen und sich Unterstützung holen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Krebsart, dem Stadium und Ihrer allgemeinen Gesundheit ab. Oft werden mehrere Verfahren kombiniert. Ihr Behandlungsteam erstellt einen persönlichen Plan für Sie.
Selbsthilfe zu Hause
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Erholung.
- Essen Sie so ausgewogen wie möglich – auch wenn der Appetit fehlt, versuchen Sie kleine Mahlzeiten.
- Bewegen Sie sich regelmäßig und sanft – zum Beispiel Spazierengehen oder leichte Gymnastik.
- Nehmen Sie sich Zeit für Dinge, die Ihnen Freude bereiten, und scheuen Sie sich nicht, über Ihre Sorgen zu sprechen.
Medizinische Behandlungen
Zu den üblichen Behandlungen gehören eine Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie, Hormontherapie oder zielgerichtete Therapien. Diese Verfahren werden jeweils auf Ihre Situation abgestimmt. Ihre Ärztinnen und Ärzte erklären Ihnen, welche Behandlung sie empfehlen und warum. Fragen Sie nach den erwarteten Nebenwirkungen und was Sie selbst dagegen tun können.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt infrage, wenn der Tumor noch begrenzt ist und sich möglicherweise vollständig entfernen lässt. Ob ein Eingriff sinnvoll ist, wird in den meisten Fällen in einer Konferenz aus Fachleuten besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Eine Krebserkrankung verändert den Alltag. Es ist normal, dass Ängste, Erschöpfung und Unsicherheit aufkommen. Planen Sie Pausen ein, hören Sie auf Ihren Körper und nehmen Sie Unterstützung von Ihrem Behandlungsteam und Ihren Angehörigen an.
Tipps für den Alltag
- Reduzieren Sie Stress, etwa durch Atemübungen, leichte Bewegung oder Achtsamkeit.
- Wenn Sie rauchen, sprechen Sie mit Ihrem Team über Hilfen zum Rauchstopp.
- Trinken Sie Alkohol nur wenig oder verzichten Sie darauf.
- Halten Sie einen geregelten Tagesablauf mit festen Zeiten für Mahlzeiten und Ruhe.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und ausreichend Flüssigkeit kann Ihr Wohlbefinden unterstützen. Leichte Bewegung wie Spazierengehen, Schwimmen oder Yoga gibt oft Kraft und verbessert die Stimmung. Besprechen Sie mit Ihrem Team, welche Aktivitäten für Sie geeignet sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebserkrankung belastet die Seele. Angst, Traurigkeit, Wut oder Erschöpfung sind häufige Reaktionen. Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen. Psychoonkologische Beratung oder Psychotherapie können helfen, mit der Erkrankung umzugehen. Wenn Sie Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder das Leben nicht mehr ertragen wollen, suchen Sie sofort Hilfe – zum Beispiel in der Notaufnahme eines Krankenhauses oder über die Telefonseelsorge. Im Notfall rufen Sie die 112 an.
Vorbeugung
Nicht alle Krebserkrankungen lassen sich verhindern. Aber ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko deutlich. Dazu gehören: Nichtrauchen, wenig Alkohol, normales Körpergewicht, regelmäßige Bewegung und Schutz vor starker Sonnenstrahlung.
Impfungen
Gegen einige Viren, die Krebs auslösen können, gibt es Schutzimpfungen. So schützt die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten. Die Hepatitis-B-Impfung kann Leberzellkrebs vorbeugen.
Früherkennungsprogramme
Für einige Krebsarten gibt es anerkannte Früherkennungsuntersuchungen. Dazu gehören zum Beispiel die Krebsvorsorge für Darm, Brust und Gebärmutterhals. Diese Untersuchungen können Veränderungen erkennen, bevor Beschwerden entstehen. Fragen Sie in Ihrer Arztpraxis, welche Vorsorge für Sie empfohlen wird.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Tumor kann in umliegendes Gewebe und Organe hineinwachsen und ihre Funktion stören.
- Krebszellen können sich über Blut- und Lymphbahnen im ganzen Körper ausbreiten (Metastasen bilden).
- Unbehandelt können bestimmte Krebsarten zu schweren gesundheitlichen Schäden und zum Tode führen.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Viele Krebserkrankungen sind heute gut behandelbar. Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto größer sind die Aussichten auf Heilung oder ein langes Leben mit guter Lebensqualität. Auch bei fortgeschrittener Erkrankung gibt es Therapien, die das Fortschreiten verlangsamen und Beschwerden lindern. Viele Menschen leben auch mit einer Krebserkrankung viele Jahre gut.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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