Akne (Pickel und Mitesser)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Akne ist eine sehr häufige Hauterkrankung, bei der die Haarbälge (Poren) der Haut verstopfen. Dadurch bilden sich Mitesser, Pickel und manchmal entzündete Knötchen. Akne ist meist harmlos, kann aber die Haut dauerhaft verändern und das Wohlbefinden belasten.
Wichtige Fakten
- Akne tritt vor allem im Gesicht, am Rücken und auf der Brust auf.
- Mitesser entstehen, wenn Talg und Hornzellen die Poren verschließen.
- Bei Akne können Bakterien eine Entzündung verursachen, die zu Pickeln und Eiterbläschen führt.
- Akne verschwindet oft nach der Pubertät, kann aber bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben.
- Mit der richtigen Pflege und Behandlung lässt sich Akne meist gut in den Griff bekommen.
Ja, Akne ist eine der häufigsten Hauterkrankungen weltweit. Etwa 70 bis 95 von 100 Jugendlichen sind zeitweise betroffen, aber auch viele Erwachsene haben Akne.
Akne beginnt meist in der Pubertät bei Jugendlichen beiderlei Geschlechts. Sie tritt auch bei Erwachsenen auf, besonders bei Frauen in den 20ern und 30ern. Jungen sind oft schwerer betroffen als Mädchen.
Symptome
- Eine plötzliche, sehr starke Schwellung im Gesicht mit Luftnot könnte eine schwere allergische Reaktion sein – dann sofort 112 anrufen. Ein solcher Fall ist allerdings bei Akne äußerst selten.
- ⚠Hohes Fieber, Schüttelfrost oder starke Schmerzen in einem Hautbereich
- ⚠Rote, heiße, stark schmerzende Haut und eitrige Schwellungen, die sich schnell ausbreiten
- ⚠Wenn eine plötzliche Sehstörung oder starke Kopfschmerzen auftreten, weil Akne im Gesicht sehr stark entzündet ist (sehr selten)
Häufige Symptome
- Mitesser (offene Poren mit dunklem Pfropf)
- Weiße Pickel (geschlossene Poren)
- Rote, entzündete Pickel (Papeln)
- Eitergefüllte Pickel (Pusteln)
- Schmerzhafte Knoten und Zysten bei schwerer Akne
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern im Vorpubertätsalter sind oft die Nase und Stirn betroffen.
- Akne kann bei Kindern ähnlich aussehen wie bei Jugendlichen, aber die Ausprägung ist meist leichter.
- Bitte lassen Sie Akne bei Kindern immer von einem Kinder- oder Hausarzt/einer -ärztin beurteilen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Akne bei Erwachsenen tritt oft im unteren Gesicht, am Kinn und am Hals auf.
- Die Pickel sind häufig weniger stark entzündet, dafür bilden sich leichter Hautverfärbungen (dunkle Flecken).
- Auch Männer in den 40ern können Akne bekommen, dann oft als Folge von Medikamenten oder hormonellen Veränderungen.
Ursachen
Hauptursachen
- Verstopfte Haarbälge durch Talg und abgestorbene Hautzellen
- Hormonveränderungen, die die Talgproduktion anregen
- Bakterien auf der Haut (insbesondere „Cutibacterium acnes“), die Entzündungen auslösen können
- Vererbung: Akne tritt in manchen Familien häufiger auf
- Entzündungsfördernde Ernährung – vor allem sehr zuckerreiche Speisen und bestimmte Milchprodukte können Akne verstärken
Risikofaktoren
- Pubertät (Alter 12 bis 20 Jahre)
- Hormonelle Schwankungen, z.B. durch Menstruation oder Schwangerschaft
- Starke Trockenheit der Haut durch aggressive Waschungen oder fettige Cremes
- Drücken, Quetschen oder Aufkratzen von Pickeln
- Dauerhaft mechanische Reize (z.B. Handy am Ohr, Helm, enge Kleidung)
- Wenn die Mutter oder der Vater in jungen Jahren schwere Akne hatte
- Stress als Auslöser für Schübe
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn eine sehr schwere Akne mit tiefen Knoten oder Zysten auftritt
- Wenn sich eine Entzündung rasant ausbreitet oder starke Schmerzen verursacht
- Wenn Fieber, Übelkeit oder allgemeines Krankheitsgefühl dazukommen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Akne trotz pflegender Hautreinigung mehrere Wochen nicht besser wird
- Wenn Pickel und Mitesser Narben hinterlassen oder dunkle Flecken bilden
- Wenn Akne das Selbstwertgefühl stark belastet, Traurigkeit oder Rückzug auslöst
- Wenn Sie Verhütungsmittel oder andere Medikamente einnehmen und unsicher sind, ob diese Akne auslösen
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel von einem Hausarzt oder einer Hausärztin gestellt. Dabei wird die Haut genau angeschaut. Eine eindeutige Diagnose ist meist ohne weitere Untersuchungen möglich.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung der betroffenen Hautbereiche
- Meist ist weder eine Blutabnahme noch ein Abstrich nötig
- In besonderen Fällen (z.B. V.a. hormonelle Störung) können Bluttests durchgeführt werden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Ärztin oder der Arzt wird Sie bitten, die betroffenen Stellen zu zeigen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Anschließend bespricht man mit Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten – zum Beispiel welche Pflegeprodukte geeignet sind und ob eine dermatologische (hautärztliche) Vorstellung sinnvoll ist.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, die Poren frei zu halten, Entzündungen zu verringern und Narben zu vermeiden. Die Behandlung hängt von der Schwere der Akne ab. Es gibt gute Möglichkeiten, die mehrere Wochen konsequent angewendet werden müssen. Es gibt keine Therapie, die Akne über Nacht beseitigt.
Selbsthilfe zu Hause
- Waschen Sie das Gesicht höchstens zweimal täglich mit lauwarmem Wasser und einer milden Reinigungslotion. Zu häufiges Waschen reizt die Haut.
- Entfernen Sie Abschminke und pflegende Cremes gründlich, auch abends.
- Drücken Sie Pickel und Mitesser nicht aus – das macht Entzündungen schlimmer und kann Narben verursachen.
- Verwenden Sie nicht fettende („nicht komedogene“) Pflegeprodukte und Sonnenschutz.
- Nehmen Sie Ihre Haut nicht mit übermäßig heißen Waschungen oder Peelings aggressiv auseinander.
- Wenn Sie Rasierer verwenden, wechseln Sie die Klinge regelmäßig und rasieren Sie in Wuchsrichtung.
Medizinische Behandlungen
Medizinische Behandlungen gibt es für äußerliche Anwendung als Cremes, Gele oder Lotionen und für innerliche Anwendung in Tablettenform. Diese wirken entzündungshemmend, antibakteriell oder gegen die Verhornung der Haut. Welche Arzneimittel und Wirkstoffe geeignet sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt immer individuell. Bei schwerer Akne gibt es auch fachärztliche Behandlungspläne, die engmaschig überwacht werden. Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke nach der richtigen Anwendung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Akne selbst in der Regel nicht nötig. Nur bei sehr ausgeprägten Entzündungen (Abszessen) oder zur Narbenkorrektur kann ein hautärztlicher Eingriff erwogen werden.
Leben mit der Erkrankung
Akne braucht Geduld. Wichtig ist eine ruhige, regelmäßige Hautroutine: morgens und abends reinigen, passende Pflege auftragen und auf starke Ausreisser in der Kosmetik verzichten. Wenn Sie eine medizinische Behandlung anwenden, müssen Sie diese oft über Wochen treu durchführen, bevor sich Erfolg zeigt. Schützen Sie die Haut außerdem mit Sonnenschutz, da viele Akneprodukte die Haut lichtempfindlicher machen.
Tipps für den Alltag
- Schlafen Sie ausreichend – Schlafmangel fördert Entzündungen.
- Achten Sie auf Stressabbau, z.B. durch Sport, Entspannungsübungen oder Zeit in der Natur.
- Ersetzen Sie stark zuckerhaltige Getränke durch Wasser oder ungesüßten Tee.
- Vermeiden Sie mehrere Stunden Schminke im Gesicht und reinigen Sie Pinsel und Schwämmchen regelmäßig.
Ernährung und Bewegung
Ob bestimmte Nahrungsmittel Akne direkt verursachen, ist nicht eindeutig bewiesen. Aber ausgeprägte Akne kann durch sehr zuckerreiche Ernährung und viel Milchprodukte verstärkt werden. Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkorn. Bewegung an der frischen Luft ist gut – duschen Sie jedoch nach dem Sport, um Schweiß nicht lange auf der Haut zu lassen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Akne ist sichtbar und kann Scham, Traurigkeit und Rückzug auslösen. Das ist verständlich und ernst zu nehmen. Sprechen Sie darüber – mit Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin, mit Freunden oder in einer Beratungsstelle. Eine ärztliche Behandlung kann nicht nur die Hautbeschwerden bessern, sondern auch das seelische Wohlbefinden stabilisieren. Wenn die Stimmung über längere Zeit stark beeinträchtigt ist, suchen Sie professionelle Unterstützung.
Vorbeugung
Akne lässt sich nicht immer verhindern, weil sie stark mit den Hormonen und der Vererbung zusammenhängt. Aber ein guter Hautschutz, sanfte Reinigung und das Meiden von austrocknenden Substanzen können die Entstehung von Akneschüben reduzieren. Eine ausgewogene Ernährung und Stressreduktion haben ebenfalls einen günstigen Einfluss.
Komplikationen
Unbehandelt
- Narben und Hautverfärbungen (dunkle oder rote Flecken), die lange bestehen bleiben können
- Ausgeprägte Entzündungen, die zu dauerhaften Unreinheiten im Hautbild führen
- Seelische Belastungen mit vermindertem Selbstwertgefühl, sozialem Rückzug oder depressiven Verstimmungen
- In sehr seltenen Fällen: Ausbreitung der Entzündung in tieferes Hautgewebe, was ärztlich behandelt werden muss
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Akne ist gut behandelbar. Unter konsequenter Therapie, die mehrere Monate dauern kann, heilt die Haut meist deutlich ab. Auch wenn Akne nicht immer von heute auf morgen verschwindet, lassen sich mit modernen Behandlungsmöglichkeiten die meisten Beschwerden zuverlässig lindern und Narben verhindern. Es gibt also keinen Grund, die Hoffnung aufzugeben – auch wenn es manchmal etwas Geduld erfordert.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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