Erkältung (Gewöhnlicher Schnupfen)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Erkältung ist eine häufige, meist harmlose Virusinfektion der oberen Atemwege. Sie betrifft Nase, Rachen und Nebenhöhlen und wird durch viele verschiedene Viren ausgelöst.
Wichtige Fakten
- Eine Erkältung heilt meist von selbst – Antibiotika helfen nicht, weil Viren die Auslöser sind.
- Die Beschwerden erreichen häufig nach 2 bis 3 Tagen ihren Höhepunkt und klingen innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.
- Regelmäßiges Händewaschen und Abstand zu Erkrankten senken das Ansteckungsrisiko.
Ja, eine Erkältung gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Erwachsene haben durchschnittlich zwei- bis viermal pro Jahr eine Erkältung, Kinder sogar noch öfter.
Jeder kann eine Erkältung bekommen. Besonders häufig betroffen sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Starke Brustschmerzen
- Bewusstseinsstörung oder extreme Verwirrtheit
- Schwere Schluckbeschwerden oder sabbern und Unfähigkeit zu schlucken
- ⚠Hohes Fieber über mehrere Tage, das nicht sinkt
- ⚠Starke Ohrenschmerzen oder plötzliche Hörprobleme
- ⚠Symptome verschlimmern sich nach anfänglicher Besserung
- ⚠Bei Säuglingen unter 3 Monaten mit Fieber
Häufige Symptome
- Schnupfen oder verstopfte Nase
- Halsschmerzen
- Husten
- Niesen
- Leichtes Fieber
- Abgeschlagenheit und Müdigkeit
Symptome bei Kindern
- Ohrenschmerzen oder Druckgefühl in den Ohren
- Reizbarkeit und Weinen
- Verminderter Appetit
- Erhöhte Temperatur oder Fieber
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Länger anhaltende Abgeschlagenheit
- Husten mit zähem Schleim
- Verwirrtheit, die plötzlich auftritt (selten, aber ernst zu nehmen)
Ursachen
Hauptursachen
- Über 200 verschiedene Viren, besonders Rhinoviren
- Übertragung durch Tröpfchen beim Niesen oder Husten
- Übertragung durch Hände, die Viren an Türklinken, Handys oder andere Oberflächen weitergeben
Risikofaktoren
- Viel Kontakt zu anderen Menschen, etwa in Schulen, Bussen oder Büros
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Stress oder Schlafmangel
- Rauchen oder regelmäßige Tabakrauch-Belastung
- Innenräume mit trockener Luft, die die Schleimhäute austrocknen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Atemnot oder starkem Krankheitsgefühl
- Bei sehr hohem Fieber über mehrere Tage
- Bei starken Schmerzen im Hals, in den Ohren oder in der Brust
- Bei Verwirrtheit oder Teilnahmslosigkeit
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten
- Wenn Sie eine chronische Erkrankung wie Asthma oder eine Herzkrankheit haben
- Bei Säuglingen unter 3 Monaten sowie bei Schwangeren bei Fieber
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose meist anhand der typischen Symptome. Dazu schaut sie oder er in den Rachen, an die Ohren und horcht Lunge und Atemwege ab.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung
- In manchen Fällen: Bluttest oder Rachenabstrich zur Abklärung
- Bei speziellen Fragen: Röntgen oder Lungenfunktionstest (nur selten nötig)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten. Die Ärztin oder der Arzt wird Sie zu Ihren Beschwerden und Ihrem allgemeinen Befinden befragen.
Behandlung
Es gibt keine Medikamente, die die Erkältung direkt heilen. Die Behandlung hilft, die Beschwerden zu lindern und den Körper zu unterstützen.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausruhen und genügend Schlaf
- Viel trinken, zum Beispiel Wasser oder ungesüßter Tee
- Mit Wasserdampf inhalieren, um die Schleimhäute zu befeuchten
- Räume regelmäßig lüften und ausreichend feucht halten
- Hände gründlich mit Seife waschen
Medizinische Behandlungen
Arzt oder Ärztin können Mittel empfehlen, die Schnupfen, Husten oder Schmerzen lindern. Auch schmerzlindernde Präparate können sinnvoll sein – immer nach ärztlicher Absprache. Antibiotika wirken nicht gegen Viren und werden bei einer normalen Erkältung nicht eingesetzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei einer Erkältung ist keine Operation nötig.
Leben mit der Erkrankung
Gönnen Sie sich Ruhe und bleiben Sie im Zweifel zu Hause, bis Sie sich besser fühlen. So schützen Sie auch andere vor Ansteckung.
Tipps für den Alltag
- Auf Rauch und starke Düfte verzichten
- Für frische Luft und ausgeglichene Luftfeuchtigkeit zu Hause sorgen
- Genügend schlafen und Stress vermeiden
Ernährung und Bewegung
Eine leichte, vitaminreiche Kost und ausreichend Flüssigkeit unterstützen die Genesung. Bewegung ist in Ordnung, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen – überanstrengen Sie sich aber nicht.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Erkältung kann Sie schlapp und niedergeschlagen machen. Das ist normal und geht mit der Genesung vorüber.
Vorbeugung
Es gibt keine sichere Vorbeugung. Regelmäßiges Händewaschen, Abstand zu erkälteten Menschen und eine gute allgemeine Gesundheit senken das Risiko.
Impfungen
Eine Impfung gegen Erkältungsviren gibt es nicht. Eine Grippeimpfung schützt nicht direkt gegen Erkältungen, aber vor einer schweren Grippe, die ähnlich beginnt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine Vorsorgeuntersuchung für Erkältungen. Bei häufigen oder ungewöhnlich schweren Infekten kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Mittelohrentzündung
- Nasennebenhöhlenentzündung
- Verschlimmerung von Asthma oder anderen Lungenkrankheiten
Langzeitprognose
Die meisten Erkältungen klingen innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. Auch ohne besondere Behandlung verläuft sie meist harmlos und hinterlässt keine bleibenden Schäden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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