Hakenwurmerkrankung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Hakenwurmerkrankung (auch Hakenwurminfektion genannt) entsteht, wenn winzige Würmer in Ihren Körper gelangen und sich im Dünndarm festsetzen. Dort saugen sie Blut und können auf Dauer zu Blutarmut führen. Mit der richtigen Behandlung ist die Erkrankung gut heilbar.
Wichtige Fakten
- Die Ansteckung erfolgt meist über die Haut, zum Beispiel beim Barfußlaufen auf verseuchtem Boden.
- Hakenwürmer kommen vor allem in feucht-warmen Gebieten mit eingeschränkter Hygiene vor.
- Unbehandelt kann die Infektion zu Blutarmut führen, weil die Würmer Blut saugen.
In Deutschland ist die Hakenwurmerkrankung selten. Sie tritt vor allem in tropischen und subtropischen Ländern auf, etwa in Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas. Wer in solche Gebiete reist, kann sich anstecken.
Menschen jeden Alters können sich infizieren. Häufiger betroffen sind Personen, die in Regionen mit schlechten Toiletten- und Hygieneverhältnissen leben oder arbeiten, zum Beispiel in der Landwirtschaft. Auch Reisende können sich anstecken, wenn sie barfuß über feuchten Boden laufen.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Bauchschmerzen mit Erbrechen
- Blut im Stuhl oder schwarzer, teeriger Stuhl
- Ohnmacht oder starke Bewusstseinsveränderung
- Plötzliche schwere Atemnot oder Anschwellen von Gesicht und Zunge
- ⚠Anhaltende Bauchschmerzen, Durchfall oder Müdigkeit
- ⚠Blässe, Schwindel oder Atemnot im Alltag
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust
- ⚠Beschwerden nach einer Reise in ein Tropengebiet mit möglichem Kontakt zu verunreinigtem Boden
Häufige Symptome
- Juckreiz und Rötung der Haut, oft zwischen den Zehen
- Husten oder Räuspern, wenn die Larven durch die Lungen wandern
- Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall
- Müdigkeit, Blässe und Schwäche durch Blutarmut
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
Symptome bei Kindern
- Wachstums- und Entwicklungsstörungen
- Konzentrationsschwierigkeiten und Lernprobleme
- Anhaltende Müdigkeit und Blässe
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Starke Müdigkeit und allgemeine Schwäche
- Schwindel und erhöhte Sturzgefahr
- Atemnot bei körperlicher Belastung
- Verschlechterung von bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Ursachen
Hauptursachen
- Die Ansteckung erfolgt, wenn Larven von Hakenwürmern aus feuchtem Boden in die Haut eindringen, zum Beispiel beim Barfußlaufen.
- In seltenen Fällen können die Larven auch über ungekochtes Wasser oder kontaminiertes Obst und Gemüse aufgenommen werden.
- Im Darm saugen sich die erwachsenen Würmer an der Darmschleimhaut fest und ernähren sich von Blut.
Risikofaktoren
- Aufenthalt in tropischen oder subtropischen Ländern mit schlechten Toiletten- und Hygieneanlagen
- Barfußlaufen auf feuchtem Boden, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder an Stränden
- Mangelndes Händewaschen nach Kontakt mit Erde
- Leben in Gebieten, in denen menschliche Ausscheidungen nicht sicher entsorgt werden
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie blutigen Durchfall oder dunklen Stuhl bemerken.
- Wenn Sie unter anhaltender Erschöpfung, Blässe oder Atemnot leiden.
- Wenn Sie nach einer Tropenreise Fieber mit Bauchschmerzen entwickeln.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie sich Sorgen wegen einer möglichen Ansteckung machen.
- Wenn Sie nach einer Reise anhaltende Magen-Darm-Beschwerden haben.
- Wenn Sie wissen möchten, ob eine Stuhluntersuchung für Sie sinnvoll ist.
Diagnose
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird zunächst mit Ihnen über Ihre Beschwerden, Reisen und mögliche Kontakte sprechen. Die sichere Diagnose wird mit einer Stuhlprobe gestellt, die im Labor auf Wurmeier untersucht wird.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhluntersuchung: Eine kleine Probe Ihres Stuhls wird auf Wurmeier geprüft.
- Blutuntersuchung: Dabei wird festgestellt, ob eine Blutarmut vorliegt und ob bestimmte Abwehrzellen erhöht sind, die auf Wurminfektionen hinweisen können.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklärt Ihnen jeden Schritt und nimmt sich Zeit für Ihre Fragen. Meist wird die Infektion mit einem Medikament in einer oder wenigen Einnahmen zuverlässig behandelt. Nach einigen Wochen kann mit einer erneuten Stuhlprobe geprüft werden, ob die Behandlung erfolgreich war.
Behandlung
Die Hakenwurmerkrankung wird mit Medikamenten behandelt, die die Würmer abtöten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verschreibt Ihnen das passende Mittel und stimmt es auf Sie ab. Zusätzlich kann eine Behandlung der Blutarmut nötig sein. In Deutschland orientieren sich Ärztinnen und Ärzte dabei an den Empfehlungen der Fachgesellschaften (AWMF-Leitlinien).
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie Ihre Medikamente genau so ein, wie es die Ärztin oder der Arzt verordnet.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Flüssigkeitsverlust durch Durchfall auszugleichen.
- Essen Sie eisenreiche Lebensmittel wie Linsen, grünes Blattgemüse oder Vollkornprodukte, besonders wenn eine Blutarmut festgestellt wurde.
- Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe, bis die Beschwerden abklingen.
- Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife, um eine Verschleppung von Wurmeiern zu verhindern.
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen ein Medikament gegen Würmer verschreiben. Solche Arzneimittel töten die Hakenwürmer im Darm ab. Je nach Wirkstoff reicht oft eine einzelne Einnahme oder eine kurze Behandlung über wenige Tage. Falls durch die Infektion eine Blutarmut entstanden ist, kann zusätzlich Eisen verschrieben werden. Die genaue Behandlung wird individuell mit Ihnen besprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einer Hakenwurmerkrankung normalerweise nicht erforderlich. Nur in äußerst seltenen Fällen, etwa wenn viele Würmer den Darm verstopfen, könnte ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Ihr Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie informieren, falls das jemals zutrifft.
Leben mit der Erkrankung
Mit der richtigen Behandlung verschwinden die Beschwerden meist innerhalb weniger Wochen. Nehmen Sie Ihre Medikamente zuverlässig ein und halten Sie die geplanten Kontrolltermine ein, damit die Infektion sicher ausheilt.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie im Freien, besonders in Risikogebieten, geschlossene Schuhe.
- Achten Sie auf gründliche Händehygiene, vor allem vor dem Essen und nach dem Kontakt mit Erde.
- Waschen oder erhitzen Sie Obst und Gemüse, wenn Sie in Regionen mit mangelnder Hygiene sind.
- Nutzen Sie wenn möglich sauberes Toiletten- und Trinkwasser.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit eisenreichen Lebensmitteln unterstützt die Erholung, besonders wenn die Blutarmut behandelt werden muss. Körperliche Bewegung ist in Maßen gut, aber hören Sie auf Ihren Körper und planen Sie Pausen ein.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Wurmerkrankung kann seelisch belastend sein, weil sie mit Müdigkeit, Bauchweh und manchmal Unwohlsein einhergeht. Es hilft, sich zu erinnern, dass die Krankheit gut behandelbar ist. Ein offenes Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nimmt Ängste und gibt Sicherheit.
Vorbeugung
Ja, eine Ansteckung lässt sich mit einfachen Maßnahmen sehr gut vermeiden. Besonders wichtig sind geschlossene Schuhe im Freien, sauberes Trinkwasser und eine gute Händehygiene.
Impfungen
Es gibt derzeit keinen Impfstoff gegen Hakenwürmer.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland ist kein Routine-Screening auf Hakenwürmer vorgesehen. Wer aus Risikogebieten zurückkehrt und Beschwerden hat, kann eine Stuhluntersuchung durchführen lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Blutarmut mit Müdigkeit, Blässe und geringerer Leistungsfähigkeit
- Eiweißmangel und Wassereinlagerungen im Körper (Ödeme)
- Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern
- In schweren Fällen: Belastung des Herzens und der Nieren
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Behandlung ist die Hakenwurmerkrankung nahezu immer vollständig heilbar. Die Würmer werden zuverlässig abgetötet und die Beschwerden klingen meist innerhalb weniger Wochen ab. Schwere Verläufe sind selten und entstehen vor allem bei sehr spätem Behandlungsbeginn. Mit guter ärztlicher Betreuung können Sie wieder vollständig gesund werden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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