Strongyloidiasis (Zwergfadenwurm-Infektion)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Strongyloidiasis ist eine Infektion mit einem sehr kleinen Wurm, dem Zwergfadenwurm. Der Wurm dringt durch die Haut in den Körper ein und lebt später im Darm. Dort kann er sich vermehren und viele Jahre bleiben, oft ohne Beschwerden zu verursachen.
Wichtige Fakten
- Der Wurm kommt vor allem in warmen, tropischen und subtropischen Regionen vor.
- Die Ansteckung erfolgt meist durch Hautkontakt mit feuchter Erde, zum Beispiel wenn man barfuß läuft.
- Mit einer Behandlung lässt sich die Infektion in der Regel gut heilen.
In Deutschland ist Strongyloidiasis selten. Häufiger tritt sie bei Menschen auf, die sich in tropischen oder subtropischen Ländern aufgehalten haben.
Betroffen sind vor allem Reisende, Migrantinnen und Migranten aus Endemiegebieten sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Auch Menschen, die beruflich viel mit Erde zu tun haben, können sich anstecken.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112 an, wenn Sie plötzlich starke Bauchschmerzen haben.
- Rufen Sie die 112 an, wenn blutiger Durchfall oder Teerstuhl auftritt.
- Rufen Sie die 112 an, wenn schwere Atemnot entsteht.
- Rufen Sie die 112 an, wenn Zeichen einer schweren Infektion auftreten, wie hohes Fieber, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme.
- ⚠Anhaltender Durchfall über mehr als ein bis zwei Wochen
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust
- ⚠Fieber ohne klare Ursache
- ⚠Verschlechterung des Allgemeinzustands
Häufige Symptome
- Hautrötungen oder Juckreiz an der Eindringstelle, oft an den Füßen
- Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall
- Übelkeit und Appetitlosigkeit
- Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein
Symptome bei Kindern
- Juckende kleine Hautveränderungen, besonders am Gesäß
- Bauchschmerzen und Durchfall
- Bei längerer Infektion: Wachstums- oder Gedeihstörungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Oft wenige oder keine Beschwerden
- Bei schwachem Immunsystem: schwere Verläufe mit starkem Durchfall und Gewichtsverlust
- Beschwerden können leicht mit anderen Magen-Darm-Erkrankungen verwechselt werden
Ursachen
Hauptursachen
- Ansteckung durch Hautkontakt mit Erde, die mit Larven des Zwergfadenwurms verunreinigt ist.
- Die Larven sind winzige Jungtiere des Wurms, die durch die Haut in den Körper gelangen.
- Im Darm werden die Larven zu erwachsenen Würmern, die Eier legen.
- Bei manchen Menschen können die Larven die Haut erneut durchdringen und so zu einer neuen Runde von Würmern führen.
Risikofaktoren
- Reisen oder längerer Aufenthalt in tropischen oder subtropischen Ländern
- Barfußlaufen auf feuchtem Boden in Gebieten mit dem Wurm
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Erkrankungen oder bestimmte Medikamente
- Beruflicher oder enger Kontakt mit Erde, etwa in der Landwirtschaft oder im Gartenbau
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden nach einer Tropenreise
- Bei Fieber, starkem Durchfall oder ungewolltem Gewichtsverlust
- Wenn Sie ein geschwächtes Immunsystem haben und in einem Risikogebiet waren
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie in einem Risikogebiet waren und auch ohne Beschwerden eine Untersuchung wünschen
- Bei wiederkehrenden Magen-Darm-Problemen, ohne dass eine Ursache gefunden wurde
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Reisen, Symptomen und möglichen Risiken. Die Diagnose wird meist über eine Stuhlprobe gesichert, in der die Larven nachgewiesen werden. Auch eine Blutuntersuchung kann Hinweise auf die Infektion geben.
Mögliche Untersuchungen
- Mehrere Stuhlproben an verschiedenen Tagen
- Bluttest auf Antikörper gegen den Wurm
- In manchen Fällen: Gewebeprobe aus dem Darm im Rahmen einer Magenspiegelung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind unkompliziert. Stuhlproben können Sie zu Hause oder in der Praxis abgeben. Die Auswertung dauert einige Tage. Falls die Diagnose bestätigt wird, erhalten Sie eine medikamentöse Therapie.
Behandlung
Die Behandlung besteht aus Medikamenten, die die Würmer im Körper abtöten. Sie wird meist über ein bis zwei Tage eingenommen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist eine längere oder wiederholte Therapie nötig. Die Behandlung wird immer von einer Ärztin oder einem Arzt überwacht.
Selbsthilfe zu Hause
- Gute Händehygiene, vor allem vor dem Essen und nach dem Toilettengang
- Gründliches Waschen von Obst und Gemüse
- Saubere Unterwäsche und Handtücher verwenden
- Achten Sie auf eine insgesamt gesunde Lebensweise, um Ihr Immunsystem zu unterstützen
Medizinische Behandlungen
Es gibt wirksame Medikamente gegen Fadenwürmer. Welches Mittel für Sie geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Wichtig ist, die Behandlung vollständig und wie verordnet durchzuführen. Bei schweren Verläufen kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist in der Regel nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Nach erfolgreicher Behandlung verschwinden die Beschwerden meist. Es ist wichtig, zur Sicherheit Stuhlkontrollen durchzuführen, damit sichergestellt ist, dass die Würmer vollständig beseitigt sind.
Tipps für den Alltag
- Behalten Sie auch nach der Behandlung gute Hygieneregeln bei.
- Achten Sie auf Zeichen wie unerklärlichen Juckreiz oder Durchfall und suchen Sie dann ärztlichen Rat.
- Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Reiseplanungen, falls Sie wieder in tropische Gebiete reisen möchten.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung stärken die Abwehrkräfte. Wenn Sie unter Durchfall leiden, trinken Sie ausreichend Wasser oder Tee, um Flüssigkeitsverluste auszugleichen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Infektion mit Würmern kann unangenehm und belastend wirken. Es hilft zu wissen, dass die Krankheit gut heilbar ist. Bei anhaltenden Ängsten oder Sorgen sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Vorbeugung
Ja, durch gute Hygiene und Schutz vor Hautkontakt mit verunreinigter Erde. In tropischen Gebieten ist es wichtig, feste Schuhe zu tragen, nicht auf feuchtem Boden zu laufen oder zu liegen und auf sauberes Wasser und hygienische Toilettenanlagen zu achten.
Impfungen
Gegen Strongyloidiasis gibt es keine Schutzimpfung.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen mit erhöhtem Risiko, zum Beispiel vor einer Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, kann eine Stuhluntersuchung sinnvoll sein. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt dazu.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei geschwächtem Immunsystem können die Larven in andere Organe wandern und dort schwere Entzündungen verursachen.
- Schwere Darmentzündung mit blutigem Durchfall und starken Bauchschmerzen
- Lungenentzündung durch wandernde Larven in der Lunge
- Ausbreitung der Erreger über den Blutkreislauf, die lebensbedrohlich sein kann
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Behandlung sind die Heilungsaussichten sehr gut. Auch schwere Verläufe sind behandelbar, wenn sie früh erkannt werden. Bleiben Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Kontakt und nehmen Sie Nachuntersuchungen wahr.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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