Aktinische Keratose: Was ist das und was hilft?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine aktinische Keratose ist eine raue, schuppige Hautstelle, die durch langjährige Sonneneinstrahlung entsteht. Sie gilt als Vorstufe von Hautkrebs, ist aber in den meisten Fällen gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird.
Wichtige Fakten
- Sie entsteht durch UV-Strahlung über viele Jahre.
- Sie fühlt sich an wie Schmirgelpapier.
- Ohne Behandlung kann sich daraus Hautkrebs entwickeln.
- Je früher sie erkannt wird, desto einfacher ist die Behandlung.
Ja, sie ist eine der häufigsten Hautveränderungen bei Menschen mit heller Haut, vor allem ab dem 50. Lebensjahr.
Sie betrifft vor allem Menschen mit heller Haut, die viel Zeit in der Sonne verbringen – etwa bei der Arbeit im Freien oder beim Sport – und die in der Jugend häufig Sonnenbrände hatten.
Symptome
- Lebensbedrohliche Notfälle wie Bewusstlosigkeit oder Atemnot – das hat zwar nichts mit einer aktinischen Keratose zu tun, aber bei solchen Symptomen rufen Sie sofort 112 an.
- ⚠Eine Hautstelle blutet plötzlich stark, nässt oder bildet eine offene Wunde
- ⚠Eine Stelle wächst sehr schnell oder verändert Form und Farbe
- ⚠Starke Schmerzen, Schwellung oder Fieber nach einer Behandlung
Häufige Symptome
- Raue, schuppige Stellen, meist an Gesicht, Ohren, Kopfhaut, Handrücken oder Unterarmen
- Die Stellen fühlen sich an wie Sandpapier
- Sie können rot, braun oder hautfarben sein
- Leichter Juckreiz oder Spannungsgefühl
- Immer wiederkehrende Krusten, die abfallen und wiederkommen
Ursachen
Hauptursachen
- Langjährige UV-Strahlung der Sonne
- Künstliche UV-Strahlung zum Beispiel im Solarium
Risikofaktoren
- Helle Haut und blonde oder rote Haare
- Höheres Lebensalter
- Viele Sonnenbrände vor allem in Kindheit und Jugend
- Arbeit im Freien
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel nach einer Organtransplantation
- Chronische Lichtschäden durch jahrelange Sonnenbestrahlung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn eine Stelle plötzlich blutet, nässt oder stark juckt
- Wenn sich ein Knötchen oder eine harte Kruste bildet
- Wenn Sie nach einer Behandlung starke Schwellung oder Fieber bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Jede neue raue, schuppige Stelle, die länger als ein paar Wochen bestehen bleibt
- Vorhandene aktinische Keratosen regelmäßig kontrollieren lassen
- Hautkrebsscreening in Deutschland ab 35 Jahren alle zwei Jahre nutzen
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin schaut sich die Hautstelle genau an und tastet sie ab. Dazu wird oft ein Auflichtmikroskop benutzt, eine Art Spezial-Lupe. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Bei Unsicherheit kann eine Hautprobe entnommen werden.
Mögliche Untersuchungen
- Gespräch über frühere Sonnenbrände und Sonnengewohnheiten
- Dermatoskopie: vergrößerte Betrachtung der Haut mit einem Auflichtmikroskop
- Hautprobe (Biopsie): ein kleines Stück Gewebe wird entnommen und im Labor untersucht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Wenn eine Hautprobe nötig ist, wird die Stelle örtlich betäubt. Das Ergebnis kommt nach einigen Tagen aus dem Labor. Ihr Arzt orientiert sich bei der Behandlung an den aktuellen Empfehlungen der ärztlichen Fachgesellschaften.
Behandlung
Die Behandlung hängt von Anzahl, Größe und Lage der Hautstellen ab. Ziel ist es, die veränderten Zellen zu entfernen, damit sich daraus kein Hautkrebs entwickelt. Die Auswahl trifft die Hautärztin oder der Hautarzt – gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten.
Selbsthilfe zu Hause
- Tragen Sie täglich einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor auf, auch an bewölkten Tagen
- Meiden Sie die pralle Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr
- Pflegen Sie die Haut mit Feuchtigkeitscremes, um sie geschmeidig zu halten
- Kontrollieren Sie Ihre Haut regelmäßig selbst und achten Sie auf neue oder veränderte Stellen
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Verfahren: Vereisung (Kryotherapie), Abtragen der obersten Hautschicht, Laserbehandlung, photodynamische Therapie (eine Lichttherapie mit einer vorher aufgetragenen Creme) oder verschreibungspflichtige Salben. Welche Methode infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt – zum Beispiel nach Anzahl und Dicke der Stellen. Dabei orientiert er sich an den aktuellen Leitlinien der AWMF.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn der Verdacht besteht, dass sich bereits ein Hautkrebs entwickelt hat, wird die Stelle chirurgisch mit einem kleinen Schnitt entfernt. Das geschieht meist unter örtlicher Betäubung.
Leben mit der Erkrankung
Kontrollieren Sie Ihre Haut regelmäßig, auch mit einem Handspiegel für schwer erreichbare Stellen. Machen Sie sich mit Ihren vorhandenen Hautstellen vertraut. Neue oder veränderte Stellen sollten Sie zeitnah Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zeigen.
Tipps für den Alltag
- Verzichten Sie auf Solarium-Besuche
- Tragen Sie im Freien einen Hut oder eine Kappe
- Benutzen Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor großzügig und wiederholt
- Meiden Sie die intensive Mittagssonne
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung stärken das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit. Es gibt keine Belege, dass bestimmte Lebensmittel aktinische Keratosen heilen, aber ein gesunder Lebensstil unterstützt die Hautgesundheit.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Manche Menschen fühlen sich verunsichert, wenn sie eine veränderte Hautstelle sehen. Das ist verständlich. Die gute Nachricht: Aktinische Keratosen sind sehr gut behandelbar, besonders wenn sie früh erkannt werden. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Sorgen.
Vorbeugung
Ja, Sie können das Risiko deutlich senken, indem Sie UV-Strahlung vermeiden und Ihre Haut konsequent schützen. Bereits entstandene Sonnenschäden lassen sich nicht rückgängig machen, aber durch guten Schutz verhindern Sie weitere Schäden und damit neue aktinische Keratosen.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen aktinische Keratosen.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening. Nutzen Sie dieses Angebot, um auch vorhandene Stellen kontrollieren zu lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine aktinische Keratose kann sich zu einem Plattenepithelkarzinom entwickeln, einer Form von Hautkrebs
- Die Stelle kann größer werden und kosmetisch stören
- Bei mehreren unbehandelten Stellen steigt das Risiko, dass eine davon bösartig wird
Langzeitprognose
Die Prognose ist sehr gut, wenn aktinische Keratosen früh erkannt und behandelt werden. Nur ein kleiner Teil entwickelt sich zu Hautkrebs. Mit der passenden Behandlung und konsequentem Sonnenschutz ist die Krankheit meist gut in den Griff zu bekommen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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