Adenomyose: Gutartige Veränderung der Gebärmutter verstehen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei der Adenomyose wächst Gewebe, das wie die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut ist, in die Muskelwand der Gebärmutter hinein. Dadurch kann die Gebärmutter dicker und empfindlicher werden. Diese Veränderung ist gutartig, also kein Krebs.
Wichtige Fakten
- Adenomyose ist nicht bösartig – sie ist kein Krebs.
- Sie kann schmerzhafte und starke Regelblutungen verursachen.
- Nach den Wechseljahren lassen die Beschwerden oft von selbst nach.
Eine genaue Zahl ist unbekannt, weil viele Frauen keine Symptome haben. Man schätzt, dass etwa 10 bis 20 von 100 Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind.
Adenomyose tritt vor allem bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren auf, besonders bei solchen, die ein Kind bekommen haben. Sie kommt aber auch bei jüngeren Frauen vor.
Symptome
- Sehr starke Blutungen, bei denen Sie mehr als eine Binde oder einen Tampon pro Stunde benötigen
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen im Unterleib, die nicht aufhören
- ⚠Fieber zusammen mit Unterleibsschmerzen
- ⚠Starke Schmerzen, die Ihren Alltag unerträglich machen
Häufige Symptome
- Starke oder verlängerte Regelblutungen
- Schmerzhafte Perioden (auch schon vor der Blutung)
- Druckgefühl oder Schmerzen im Unterleib
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Völlegefühl oder vergrößerter Bauchumfang
Symptome bei Kindern
- Diese Erkrankung tritt erst nach der Pubertät auf. Kinder sind nicht betroffen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren lässt die Hormonproduktion nach, dadurch werden die Beschwerden meist deutlich weniger.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen Hormone und Entzündungen eine Rolle.
- Möglicherweise gelangen Zellen der Gebärmutterschleimhaut während einer Operation in die Muskelwand.
- Eine Schwangerschaft oder Geburt könnte das Risiko erhöhen.
Risikofaktoren
- Alter zwischen 40 und 50 Jahren
- Schon ein oder mehrere Kinder bekommen
- Frühere Eingriffe an der Gebärmutter (zum Beispiel Kaiserschnitt oder Ausschabung)
- Gleichzeitige Endometriose (Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich sehr starke Blutungen oder sehr starke Schmerzen haben, suchen Sie noch am selben Tag eine ärztliche Praxis auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über mehrere Monate schmerzhafte und sehr starke Regelblutungen haben, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Diagnose
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird zuerst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen und Ihre Beschwerden erfragen. Danach folgt eine gynäkologische Untersuchung. Eine besondere Ultraschalluntersuchung über die Scheide (transvaginaler Ultraschall) zeigt oft typische Veränderungen der Gebärmutterwand. Manchmal ist auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) hilfreich.
Mögliche Untersuchungen
- Gespräch über Ihre Krankengeschichte und Beschwerden
- Gynäkologische Untersuchung
- Ultraschall durch die Scheide
- Magnetresonanztomographie (MRT) bei unklarem Befund
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist nicht schmerzhaft, können aber etwas unangenehm sein. Der Ultraschall zeigt oft eine vergrößerte Gebärmutter oder Veränderungen in der Muskelwand. Eine sichere Diagnose ist manchmal erst bei einer Operation möglich, zum Beispiel wenn aus einem anderen Grund ein Eingriff gemacht wird.
Behandlung
Eine Heilung ist nur durch die Entfernung der Gebärmutter möglich. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungen, die Schmerzen und Blutungen lindern können. Welche Behandlung für Sie passt, hängt von Ihren Beschwerden, Ihrem Alter und Ihrem Kinderwunsch ab.
Selbsthilfe zu Hause
- Wärme anwenden, zum Beispiel mit einer Wärmflasche oder einem warmen Bad
- Sanfte Bewegung wie Spazieren gehen oder Yoga
- Entspannungsübungen, um Stress abzubauen
- Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Schmerzmittel für Sie geeignet sind
Medizinische Behandlungen
Hormonelle Behandlungen wie Verhütungsmittel oder eine Hormonspirale können die Monatsblutung abschwächen und Schmerzen verringern. Es gibt auch andere Hormonpräparate, die den Zyklus beeinflussen. Entzündungshemmende Schmerzmittel können helfen, sollten aber nur in Absprache mit medizinischem Fachpersonal angewendet werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Beschwerden sehr stark sind und andere Behandlungen nicht geholfen haben, kann eine Operation möglich sein. Dabei wird die Gebärmutter entfernt (Hysterektomie). Das ist ein großer Eingriff und nur dann eine Option, wenn keine Kinder mehr gewünscht sind.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Ihren Alltag mit Pausen, besonders während der Periode. Wärme und Entspannung können in akuten Schmerzphasen helfen. Suchen Sie sich ein unterstützendes Umfeld und scheuen Sie sich nicht, von Ihren Beschwerden zu erzählen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige körperliche Aktivität
- Stressbewältigung durch Atemübungen oder Meditation
- Genügend Schlaf und Erholung
- Meiden Sie Rauchen, falls Sie rauchen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkorn und gesunden Fetten kann das Wohlbefinden fördern. Es gibt keine spezielle Diät gegen Adenomyose, aber ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung kann Entzündungen und Schmerzen möglicherweise lindern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Dauerhafte Schmerzen und unregelmäßige, starke Blutungen können sehr belasten. Es ist normal, manchmal erschöpft, traurig oder reizbar zu sein. Dieses Gefühl sollten Sie ernst nehmen und mit Ihrem Umfeld oder Fachleuten darüber sprechen.
Vorbeugung
Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht. Ein gesunder Lebensstil und regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen sind aber sinnvoll, um Beschwerden früh zu erkennen und behandeln zu lassen.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Adenomyose.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening für Adenomyose. Regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt können jedoch Auffälligkeiten frühzeitig zeigen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Unterleibsschmerzen und eingeschränkte Lebensqualität
- Starker Blutverlust kann zu Blutarmut (Anämie) führen, die Müdigkeit und Konzentrationsprobleme verursacht
- Schmerzen können zu Problemen beim Geschlechtsverkehr und in der Partnerschaft führen
Langzeitprognose
Adenomyose ist gutartig und lebensbedrohlich ist sie nicht. Viele Frauen können mit einer passenden Behandlung gut leben. Nach den Wechseljahren verschwinden die Beschwerden in der Regel vollständig. Es gibt also keinen Grund zu verzweifeln – suchen Sie sich Unterstützung und lassen Sie sich von Fachleuten beraten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.