Neuroblastom
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Neuroblastom ist eine seltene Krebserkrankung, die aus unreifen Nervenzellen entsteht. Diese Zellen kommen im Nervensystem vor, zum Beispiel in der Nähe der Nebennieren oder entlang der Wirbelsäule. Der Tumor kann im Bauch, in der Brust oder am Hals auftreten. Er tritt vor allem bei kleinen Kindern auf.
Wichtige Fakten
- Die meisten betroffenen Kinder sind unter fünf Jahre alt.
- Die Heilungschancen sind bei früher Erkennung oft gut.
- Die Behandlung erfolgt in spezialisierten Kinderkliniken.
Nein, das Neuroblastom ist eine seltene Erkrankung. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 150 bis 200 Kinder daran.
Das Neuroblastom betrifft fast nur Säuglinge und Kleinkinder. Das Durchschnittsalter bei der Diagnose liegt bei etwa 18 Monaten. Erwachsene sind nur sehr selten betroffen.
Symptome
- Akute Atemnot
- Krampfanfall
- Bewusstseinsstörung
- Sehr starke, nicht nachlassende Bauchschmerzen
- ⚠Fieber mit starkem Krankheitsgefühl
- ⚠Ungewöhnliche Blutungen oder blaue Flecken
- ⚠Plötzliche Lähmungserscheinungen
- ⚠Starke Knochenschmerzen
Häufige Symptome
- Ein Knoten oder eine Schwellung im Bauch
- Bauchschmerzen
- Fieber ohne erkennbaren Grund
- Müdigkeit und allgemeine Schwäche
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
Symptome bei Kindern
- Blässe, blaue Flecken oder andere Blutungszeichen
- Beinmüdigkeit oder Humpeln, wenn Knochen betroffen sind
- Augenveränderungen wie hervortretende Augen oder dunkle Augenringe
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Erwachsenenalter ist die Erkrankung sehr selten. Mögliche Zeichen sind unspezifische Schmerzen, geschwollene Lymphknoten oder Fieber. Oft wird die Erkrankung erst spät entdeckt.
- Langsam wachsende Tumore können erst nach Monaten oder Jahren Beschwerden verursachen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist unbekannt. Man geht davon aus, dass bestimmte Veränderungen in Nervenzellen (sogenannte Mutationen) die Krankheit auslösen. Diese Mutationen sind meist nicht erblich, sondern entstehen zufällig während der Entwicklung im Mutterleib.
Risikofaktoren
- Es gibt keine veränderbaren Risikofaktoren. Ein erhöhtes Risiko besteht zum Beispiel bei bestimmten angeborenen Syndromen, aber das ist sehr selten.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn ein Kind einen Knoten im Bauch hat, unerklärliches Fieber über mehrere Tage oder Schmerzen, sollten Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Falls ein Knoten, anhaltende Beschwerden oder ungewöhnliche Anzeichen wie Humpeln auftreten, vereinbaren Sie einen Termin bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt.
Diagnose
Die Diagnose wird in spezialisierten Kinderkliniken gestellt. Typische Untersuchungen sind eine Urinprobe, Ultraschall, MRT und eine Gewebeprobe (Biopsie). Außerdem wird das Stadium der Erkrankung bestimmt. Die Abläufe richten sich nach den Leitlinien der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung auf Katecholamine
- Ultraschall des Bauches
- Magnetresonanztomographie (MRT)
- Computertomographie (CT)
- Gewebeprobe (Biopsie) des Tumors
- Knochenmarkpunktion
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind für das Kind oft anstrengend. Das Ärzteteam erklärt die einzelnen Schritte und versucht, die Untersuchungen möglichst kindgerecht zu gestalten. Die Diagnose kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Behandlung wird anschließend von einem interdisziplinären Team geplant.
Behandlung
Die Behandlung wird individuell geplant. Sie hängt vom Alter, vom Tumorstadium und von den Eigenschaften des Tumors ab. In spezialisierten Zentren arbeiten Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen.
Selbsthilfe zu Hause
- Während der Behandlung braucht das Kind viel Ruhe und Nähe.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Wenn der Appetit schwankt, helfen oft kleinere, häufige Mahlzeiten.
- Halten Sie regelmäßig Kontakt zum Behandlungsteam und fragen Sie, wenn Sie unsicher sind.
Medizinische Behandlungen
Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören die Operation, die Chemotherapie (Medikamente, die Krebszellen zerstören – welche Medikamente genau verwendet werden, entscheidet das Ärzteteam), die Strahlentherapie und die Immuntherapie. Bei manchen niedrigen Tumorstadien kann auch eine abwartende Haltung mit regelmäßigen Kontrollen gewählt werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn der Tumor klar abgegrenzt ist, kann er häufig operativ vollständig entfernt werden. Das ist oft dann möglich, wenn er sich nicht in lebenswichtige Organe ausgebreitet hat.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Behandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig, um den Gesundheitszustand zu überwachen. Das Kind kann je nach Befinden wieder in den Alltag, Kindergarten oder Schule integriert werden. Manche Kinder haben möglicherweise Langzeitfolgen der Behandlung, die das Behandlungsteam mit Ihnen bespricht.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für feste Spiel- und Ruhezeiten.
- Planen Sie auch Zeit für Geschwister ein, denn auch sie brauchen Unterstützung.
- Bewegen Sie sich – das Kind darf sich an manchen Tagen mehr bewegen, an anderen weniger. Hören Sie auf seinen Körper.
Ernährung und Bewegung
Eine normale, ausgewogene Familienernährung ist für Kinder in der Regel ausreichend. Wenn während der Behandlung Probleme wie Übelkeit auftreten, helfen kleinere Mahlzeiten. Nach Rücksprache mit dem Ärzteteam kann leichte Bewegung an der frischen Luft wohltuend sein.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebsdiagnose ist für das Kind und die ganze Familie eine große seelische Belastung. Eltern berichten oft von Ängsten und Erschöpfung. Es ist wichtig, sich selbst Unterstützung zu holen. Psychoonkologische Beratung steht in den Behandlungszentren zur Verfügung.
Vorbeugung
Es gibt keine bekannte Möglichkeit, ein Neuroblastom zu verhindern. Die Erkrankung entsteht durch zufällige Zellveränderungen im Mutterleib.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann ein Neuroblastom weiterwachsen, Organe verdrängen und in andere Körperregionen streuen.
- Es kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen, wenn der Tumor wichtige Funktionen blockiert.
Langzeitprognose
Die Prognose ist für viele Kinder mit Neuroblastom heute deutlich besser als früher. Bei einem frühen, lokal begrenzten Tumor sind die Heilungschancen hoch. Kinder mit fortgeschrittenem Tumor haben dennoch gute Behandlungsmöglichkeiten durch moderne Therapien. Die Ärztinnen und Ärzte besprechen die Prognose offen und ehrlich mit Ihnen. Trotz der schweren Zeit gibt es Hoffnung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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