Schwarzer Hautkrebs (Melanom): Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Melanom ist eine Form von Hautkrebs, die aus den Pigmentzellen der Haut entsteht. Diese Zellen geben der Haut ihre Farbe. Wenn sie sich unkontrolliert vermehren, kann ein bösartiger Tumor entstehen. Man nennt es auch „schwarzen Hautkrebs“, weil die Zellen meist dunkle Farbe haben.
Wichtige Fakten
- Melanome sind gut heilbar, wenn sie früh erkannt und entfernt werden.
- Häufigstes Anzeichen ist eine neu auftretende oder sich verändernde Hautstelle, die dunkel ist und asymmetrisch wirkt.
- Zu viel UV-Strahlung, zum Beispiel durch Sonne oder Solarium, ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor.
- Bei ungewöhnlichen Muttermalen sollte Sie eine Hautärztin oder ein Hautarzt untersuchen.
- Eine Operation ist die Basisbehandlung. Zusätzliche Therapien können je nach Stadium sinnvoll sein.
Das maligne Melanom ist in Deutschland keine seltene Erkrankung. Jedes Jahr erkranken etwa 20.000 bis 30.000 Menschen neu daran. Die Zahl hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen, aber die Heilungschancen haben sich auch deutlich verbessert.
Das Melanom kann in jedem Alter auftreten, ist aber bei Erwachsenen mittleren Alters am häufigsten. Menschen mit heller Haut und vielen Muttermalen sind eher betroffen, ebenso Menschen, die in der Kindheit oft Sonnenbrände hatten. Allerdings kann es auch bei Menschen mit dunklerer Haut vorkommen.
Symptome
- Plötzlich auftretende schwere Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Lähmungserscheinungen, die mit einem bekannten Melanom zusammenhängen könnten.
- Akute Atemnot oder ein plötzlich aufgetretener Husten mit Blut, wenn ein fortgeschrittenes Melanom bekannt ist.
- Bewusstseinsstörungen oder Verwirrtheit bei bekannter Melanom-Erkrankung.
- ⚠Ein Muttermal wächst innerhalb weniger Wochen sichtbar.
- ⚠Eine Hautstelle blutet ohne erkennbarer Grund oder nässelt.
- ⚠Ein Muttermal verändert sich nach einem heftigen Sonnenbrand.
- ⚠Sie entdecken eine neue, dunkle, unregelmäßige Hautstelle, die größer als ein Bleistiftradierer ist.
Häufige Symptome
- Ein neuer dunkler Fleck auf der Haut, der nicht wieder verschwindet.
- Ein vorhandenes Muttermal verändert Form, Größe oder Farbe.
- Ein Muttermal mit unregelmäßiger, asymmetrischer Begrenzung.
- Ein Muttermal, das juckt, nässet oder blutet.
- Eine Stelle, die wie eine offene Wunde aussieht und nicht heilt.
- Ein dunkler Streifen unter einem Fingernagel oder Zehennagel, ohne Verletzung.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Hauptursache ist UV-Strahlung, also Sonnenlicht oder künstliche UV-Strahlung (Solarium). Sie kann das Erbgut der Hautzellen schädigen.
- Auch wiederholte Sonnenbrände, besonders in der Kindheit, erhöhen das Risiko.
- Eine erbliche Veranlagung spielt eine Rolle. In manchen Familien kommen Melanome gehäuft vor.
- Ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel nach einer Organtransplantation oder bei bestimmten Erkrankungen, kann das Risiko erhöhen.
Risikofaktoren
- Helle Haut, rote oder blonde Haare und viele Sommersprossen.
- Viele Muttermale (mehr als 50) oder ungewöhnliche, große Muttermale.
- Mehrere Sonnenbrände in der Kindheit
- Regelmäßiger Aufenthalt im Freien ohne Sonnenschutz, zum Beispiel bei der Arbeit im Garten oder im Beruf.
- Verwandte ersten Grades, die bereits ein Melanom hatten.
- Ein geschwächtes Immunsystem durch Krankheit oder Medikamente.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn ein Muttermal oder eine Hautstelle innerhalb weniger Wochen wächst, blutet oder sich stark verändert, sollten Sie noch am selben Tag eine Hautarztpraxis aufsuchen.
- Wenn Sie eine neue dunkle Stelle entdecken, die unregelmäßig geformt ist und sich von anderen Flecken abhebt.
- Wenn ein Hautbereich nach einer Heilung erneut aufbricht oder eine Wunde nicht abheilt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Auch ohne Beschwerden können Sie ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre das gesetzliche Hautkrebsscreening in Anspruch nehmen.
- Wenn Sie viele Muttermale haben oder in der Familie Melanome vorkommen, ist eine jährliche Kontrolle sinnvoll.
- Bei Menschen mit sehr heller Haut oder vielen Sonnenbränden in der Vergangenheit sollte die Haut regelmäßig ärztlich begutachtet werden.
Diagnose
Zur Diagnose schaut sich die Hautärztin oder der Hautarzt die auffällige Stelle mit einem speziellen Mikroskop an, dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop). Damit können Veränderungen in den obersten Hautschichten beurteilt werden. Wenn ein Melanom vermutet wird, wird die Stelle in der Regel vollständig entfernt und im Labor untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung der gesamten Haut, einschließlich Kopfhaut, Fußsohlen, Nägel und Schleimhäute.
- Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie) zur genaueren Beurteilung der Hautstelle.
- Entfernung der Hautveränderung (Biopsie) und feingewebliche Untersuchung im Labor.
- Bei bestätigtem Melanom können je nach Tumor dick und Stadium weitere Untersuchungen wie eine Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten oder eine Blutuntersuchung folgen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Ablauf einer Hautuntersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Sie müssen sich dafür nur für die obere Körperhälfte ausziehen. Falls eine Hautstelle entfernt wird, erfolgt das meist unter örtlicher Betäubung – Sie spüren dann keinen Schmerz. Wenn die Untersuchung ein Melanom bestätigt, werden Sie ausführlich über die nächsten Schritte beraten.
Behandlung
Die Behandlung eines Melanoms richtet sich nach dem Stadium und der Ausbreitung. In den allermeisten Fällen ist die erste und wichtigste Maßnahme die vollständige operative Entfernung des Tumors. In fortgeschritteneren Stadien können weitere Therapien hinzukommen. Sogenannte AWMF-Leitlinien, die von Expertinnen und Experten erstellt werden, geben dafür klare Empfehlungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Schützen Sie die Haut während der Behandlung vor direkter Sonne, insbesondere frische Narben.
- Halten Sie die Wunde nach einer Operation sauber und trocken, wie von den Ärztinnen und Ärzten empfohlen.
- Gehen Sie regelmäßig zu Kontrollterminen, auch wenn keine Beschwerden bestehen.
- Beobachten Sie Ihre Haut weiterhin selbst und melden Sie neue Veränderungen.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen verschiedene Ansätze. Die Basis ist immer die Operation. Je nach Stadium können zusätzlich sogenannte Immuntherapien eingesetzt werden, die das körpereigene Abwehrsystem gegen die Krebszellen stärken. Es gibt auch zielgerichtete Therapien, die auf bestimmte Veränderungen in den Tumorzellen einwirken. In manchen Situationen werden Strahlentherapie oder eine Chemotherapie angewendet. Welche Kombination für Sie geeignet ist, entscheiden Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird in der Regel bei jedem lokal begrenzten Melanom durchgeführt. Dabei wird der Tumor mit einem Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe entfernt. Meist ist das ein kleiner Eingriff unter örtlicher Betäubung. Nur bei sehr fortgeschrittenen oder bereits gestreuten Tumoren kann eine Operation allein nicht mehr ausreichen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Melanom-Erkrankung ist die regelmäßige Nachsorge sehr wichtig. Sie umfasst Hautuntersuchungen und – je nach Stadium – weitere Kontrollen. Viele Menschen fühlen sich verunsichert, aber mit der Zeit entwickelt man ein gutes Gefühl für die eigene Haut. Sie können selbst aktiv werden, indem Sie Ihre Haut einmal im Monat in Ruhe ansehen.
Tipps für den Alltag
- Meiden Sie intensive Mittagssonne und gehen Sie in die Sonne nur mit ausreichendem Lichtschutz.
- Verzichten Sie auf den Besuch im Solarium.
- Tragen Sie im Freien schützende Kleidung, einen Hut und eine Sonnenbrille.
- Kontrollieren Sie Ihre Haut regelmäßig im Spiegel oder lassen Sie sich von einer Partnerin oder einem Partner helfen.
- Bei ungewöhnlichen Veränderungen zögern Sie nicht, eine Hautarztpraxis aufzusuchen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung unterstützen das allgemeine Wohlbefinden und können das Immunsystem stärken. Es gibt keine spezielle „Krebsdiät“. Achten Sie darauf, genug zu trinken und frisches Obst und Gemüse in den Alltag einzubauen. Besprechen Sie besondere Wünsche zur Ernährung mit Ihrem Behandlungsteam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Hautkrebs kann Ängste auslösen und das Selbstbild verändern. Es ist völlig normal, belastet zu sein. Manche Menschen haben Sorge vor jedem neuen Muttermal. Suchen Sie sich Unterstützung, wenn Sie sich dauerhaft belastet fühlen. Auch das Gespräch mit Angehörigen kann entlasten.
Vorbeugung
Ein Melanom kann nicht vollständig verhindert werden, aber Sie können Ihr Risiko deutlich senken. Die wichtigste Maßnahme ist der Schutz vor UV-Strahlung. Vermeiden Sie übermäßige Sonnenbestrahlung und künstliche UV-Strahlen. Bei Kindern ist konsequenter Sonnenschutz besonders wichtig, da Sonnenbrände in der Kindheit das spätere Risiko erhöhen.
Impfungen
Eine Impfung gegen das Melanom gibt es derzeit nicht. Allerdings wird in Studien nach Möglichkeiten gesucht, das Immunsystem so zu trainieren, dass es Tumoren besser bekämpfen kann. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, falls Sie Fragen zu neuen medizinischen Entwicklungen haben.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening. Dabei wird die gesamte Haut ärztlich untersucht. Wenn Sie ein erhöhtes persönliches Risiko haben, kann Ihre Hautärztin oder Ihr Hautarzt häufigere Kontrollen empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein Melanom kann in tiefere Hautschichten wachsen und sich über die Lymphbahnen oder Blutgefäße ausbreiten.
- Es können Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen entstehen, zum Beispiel in Lymphknoten, Leber, Lunge oder Gehirn.
- Ohne rechtzeitige Behandlung kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden.
Langzeitprognose
Die Prognose beim Melanom ist heute sehr gut, insbesondere wenn es früh erkannt wird. Bei dünnen Melanomen, die rechtzeitig entfernt werden, liegt die Heilungsrate nahezu bei 100%. In fortgeschrittenen Stadien haben neue Therapieansätze die Überlebensaussichten in den letzten Jahren deutlich verbessert. Auch bei einer Metastasierung gibt es Behandlungsmöglichkeiten, die das Fortschreiten verlangsamen können. Es gibt also großen Grund zur Hoffnung, gerade bei rechtzeitiger Behandlung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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