Uveitis – Entzündung im Auge
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Uveitis ist eine Entzündung der Uvea, der mittleren Schicht des Augapfels. Diese Schicht enthält viele Blutgefäße, die das Auge versorgen. Die Entzündung kann vorne, in der Mitte oder hinten im Auge auftreten. Sie kann Schmerzen und Sehstörungen auslösen. Mit einer raschen ärztlichen Behandlung ist die Prognose meist gut.
Wichtige Fakten
- Uveitis kann ein Auge oder beide Augen betreffen.
- Es gibt verschiedene Formen, je nachdem welcher Teil der Uvea entzündet ist.
- Unbehandelt kann eine Uveitis das Sehvermögen dauerhaft schädigen.
Uveitis ist nicht sehr häufig, aber auch nicht selten. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 15 bis 20 von 100.000 Menschen neu.
Uveitis tritt am häufigsten bei Erwachsenen zwischen 20 und 50 Jahren auf. Aber auch Kinder und ältere Menschen können betroffen sein. Häufig liegt eine Autoimmunerkrankung wie Rheuma oder Morbus Crohn zugrunde.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem Auge – sofort den Notruf 112 wählen
- Sehr starke, plötzliche Augenschmerzen
- Gefühl, als ob ein Vorhang das Sichtfeld einschränkt
- ⚠Augenrötung mit Sehstörungen
- ⚠Zunehmende Lichtempfindlichkeit
- ⚠Anhaltender Augenschmerz
- ⚠Plötzlich viele schwarze Punkte oder Lichtblitze
Häufige Symptome
- Rotes Auge
- Augenschmerzen oder Druckgefühl
- Lichtempfindlichkeit
- Verschwommenes Sehen
- Tränenfluss
- Umherziehende Punkte oder Fäden im Sichtfeld
Symptome bei Kindern
- Das Kind reibt sich häufig die Augen
- Das Kind schielt oder kneift ein Auge zusammen
- Kopfschmerzen
- Veränderte oder trübe Pupille
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufiger eine Sehverschlechterung als Schmerz
- Weniger ausgeprägte Rötung
- Fremdkörpergefühl oder Augendruck
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen, z. B. durch Viren, Bakterien oder Parasiten
- Autoimmunerkrankungen wie Rheuma, Morbus Crohn oder Morbus Behçet
- Augenverletzungen
- Häufig findet sich keine auslösende Ursache – die Entzündung tritt dann ohne erkennbaren Grund auf
Risikofaktoren
- Alter zwischen 20 und 50 Jahren
- Rauchen
- Bekannte Autoimmunerkrankung
- Genetische Veranlagung, z. B. das Gewebemerkmal HLA-B27
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei roten Augen mit Schmerzen oder Sehstörungen noch am selben Tag zum Augenarzt gehen
- Wenn die Beschwerden innerhalb weniger Stunden stärker werden
- Wenn die Pupille verformt erscheint oder sich nicht richtig auf Licht verändert
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn wiederholt Augenbeschwerden auftreten, die aber rasch wieder abklingen
- Wenn in der Familie Autoimmunerkrankungen bekannt sind und Sie Augenprobleme bemerken
- Zur Kontrolle, wenn bereits eine Uveitis behandelt wurde oder behandelt wird
Diagnose
Ihr Hausarzt kann erste Anzeichen erkennen und Sie an eine Augenärztin oder einen Augenarzt überweisen. Der Augenarzt fragt nach Ihren Beschwerden und untersucht das Auge mit einer Spaltlampe. Dabei sieht er die vorderen und mittleren Teile des Auges stark vergrößert. Für den hinteren Teil wird die Pupille mit Augentropfen erweitert.
Mögliche Untersuchungen
- Sehschärfentest
- Spaltlampenuntersuchung
- Messung des Augeninnendrucks
- Augenspiegelung (Fundoskopie)
- Blutuntersuchung bei Verdacht auf eine Grunderkrankung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist schmerzfrei und dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Die Tropfen zum Erweitern der Pupille können kurz brennen. Danach ist das Sehen für einige Stunden verschwommen – nehmen Sie am besten eine Begleitperson mit und fahren Sie nicht selbst Auto.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, der Form und der Schwere der Uveitis. Ziel ist es, die Entzündung zu stoppen, Schmerzen zu lindern und Folgeschäden am Auge zu verhindern. Je früher die Behandlung beginnt, desto größer sind die Chancen, das Sehvermögen zu erhalten. Ärzte in Deutschland orientieren sich dabei auch an den Leitlinien der AWMF.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie verordnete Medikamente genau nach Absprache ein
- Schonen Sie das Auge, z. B. durch Pausen bei der Bildschirmarbeit
- Tragen Sie bei hellem Licht eine Sonnenbrille
- Vermeiden Sie starkes Reiben der Augen
- Verwenden Sie nur vom Arzt empfohlene Augentropfen
Medizinische Behandlungen
Medizinische Behandlungen können Augentropfen, Salben, Tabletten oder Spritzen umfassen. Es gibt auch Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen – diese werden bei schweren oder chronischen Verläufen eingesetzt. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, bespricht Ihr Behandlungsteam mit Ihnen. Nehmen Sie nichts auf eigene Faust und setzen Sie keine Mittel ohne Rücksprache ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig. Sie kann nötig werden, wenn Komplikationen wie ein Glaukom, eine Netzhautablösung oder eine Linsentrübung auftreten. Ihr Augenarzt erklärt Ihnen dann genau, was geplant ist und warum.
Leben mit der Erkrankung
Bei chronischer oder wiederkehrender Uveitis sind regelmäßige Kontrollen wichtig, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Schützen Sie Ihre Augen vor zu grellem Licht und machen Sie bei Bildschirmarbeit regelmäßig Pausen. Besprechen Sie Ihre berufliche Situation mit Ihrem Arzt, wenn die Augenbelastung groß ist.
Tipps für den Alltag
- Verzichten Sie auf das Rauchen – es begünstigt Entzündungen
- Stress reduzieren, z. B. mit Atemübungen oder leichter Entspannung
- Sicherheitsbrille bei Garten- oder Werkstattarbeiten tragen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind gut für das Immunsystem. Wenn Sie an einer Autoimmunerkrankung leiden, klären Sie Art und Umfang von Sport mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Uveitis kann Ängste auslösen, besonders wenn sie zurückkommt oder das Sehen beeinträchtigt. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie darüber – mit Ihrem Arzt, Ihrer Familie oder einem psychologischen Beratungsangebot. In einer akuten Krise wenden Sie sich sofort an den Notruf 112 oder die nächste psychiatrische Ambulanz.
Vorbeugung
Eine Uveitis lässt sich oft nicht sicher verhindern, weil die Ursache häufig unklar ist. Wenn eine Grunderkrankung wie Rheuma vorliegt, kann eine gute medikamentöse Einstellung das Risiko für Schübe senken. Ein gesunder Lebensstil unterstützt das Immunsystem, kann aber keinen sicheren Schutz bieten.
Impfungen
Lassen Sie die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen durchführen. Sie schützen vor manchen Infektionen, die eine Entzündung im Auge auslösen können.
Früherkennungsprogramme
Menschen mit Autoimmunerkrankungen sollten regelmäßig ihre Augen kontrollieren lassen. Auch bei wiederholten Augenrötungen ohne klare Ursache ist eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafte Narbenbildung in der Netzhaut mit Sehminderung
- Erhöhter Augeninnendruck und Grüner Star (Glaukom)
- Grauer Star (Katarakt)
- Netzhautablösung
- Wiederkehrende Schübe mit zunehmender Schädigung des Auges
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung ist die Aussicht meist gut. Viele Menschen mit Uveitis behalten ein gutes Sehvermögen. Auch wenn die Krankheit nicht immer heilbar ist, lässt sie sich in den meisten Fällen gut kontrollieren. Eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Augenarzt und regelmäßige Kontrollen sind der beste Schutz vor bleibenden Schäden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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