Hornhautabschürfung – Kratzer auf der Hornhaut im Auge
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Hornhautabschürfung ist eine oberflächliche Verletzung der Hornhaut – der durchsichtigen Schicht, die die Vorderseite des Auges bedeckt. Die Hornhaut ist wie ein empfindliches Fenster vor dem Auge. Ein Kratzer darauf verursacht meist Schmerzen und ein Fremdkörpergefühl, heilt aber bei richtiger Behandlung meist ohne Folgen ab.
Wichtige Fakten
- Die Hornhaut ist die klare, empfindliche Scheibe vor der Regenbogenhaut.
- Ein Kratzer auf der Hornhaut fühlt sich an, als wäre Sand im Auge, und kann sehr schmerzhaft sein.
- Mit einer schnellen ärztlichen Kontrolle heilt eine Hornhautabschürfung in der Regel innerhalb weniger Tage aus.
Ja. Eine Hornhautabschürfung zählt zu den häufigsten Augenverletzungen, die in Hausarztpraxen gesehen werden. Viele Menschen erleben sie mindestens einmal im Leben.
Sie kann jede Altersgruppe betreffen. Besonders gefährdet sind Menschen mit trockenen Augen, Kontaktlinsenträger, Personen mit staubigen Tätigkeiten (etwa in Werkstätten oder bei der Gartenarbeit) sowie Kinder, die beim Spielen das Auge anstoßen können.
Symptome
- Ein Auge wurde durch eine Chemikalie, einen heißen Gegenstand oder einen spitzen Gegenstand verletzt
- Ein Fremdkörper steckt nach einem Aufprall sichtbar im Auge
- Plötzlich starker Sehverlust oder Blindheit auf einem Auge
- Starke Blutung aus dem Auge oder eine sichtbare Deformation des Augapfels
- Die Augenverletzung geht mit Bewusstlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen einher
- ⚠Die Beschwerden bleiben nach 24 Stunden trotz Behandlung unverändert oder werden schlimmer
- ⚠Sie tragen Kontaktlinsen und haben starke Schmerzen oder eine starke Rötung
- ⚠Bei einem geschwächten Immunsystem, Diabetes oder einer anderen chronischen Erkrankung
- ⚠Wenn nach einer Verletzung mit einem schmutzigen Gegenstand (Pflanzenteil, Dorn, Holzsplitter) zusätzlich Eiter austritt
Häufige Symptome
- Stechende oder brennende Schmerzen im Auge
- Gefühl, als wäre ein Sandkorn oder Fremdkörper unter dem Augenlid
- Rötung des Auges
- Starker Tränenfluss
- Lichtempfindlichkeit
- Verschwommenes Sehen
- Unwillkürliches Zukneifen des Auges
Symptome bei Kindern
- Das Kind reibt sich häufig das Auge
- Das Kind blinzelt oder kneift ein Auge zusammen
- Das Kind weint und lässt sich kaum beruhigen
- Es hält das betroffene Auge geschlossen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Schmerzen sind oft etwas weniger stark als bei Jüngeren
- Die Heilung dauert bei älteren Menschen oft etwas länger
- Häufig besteht ein zusätzliches Gefühl von Trockenheit oder Druck
- Bestehende Augenerkrankungen können die Beschwerden verstärken
Ursachen
Hauptursachen
- Rutschen oder Reiben am Auge mit den Fingern oder einem Handtuch
- Staub, Sand oder kleine Partikel, die ins Auge geraten
- Falsch eingesetzte oder beschädigte Kontaktlinsen
- Kratzer durch einen Ast, eine Papierkante oder einen anderen scharfen Gegenstand
- Trockene Augen, die die Hornhaut empfindlicher machen
Risikofaktoren
- Tragen von Kontaktlinsen, besonders über Nacht
- Arbeiten mit Holz, Metall, Steinen oder Chemikalien ohne Schutzbrille
- Sportarten mit schnellfliegenden Bällen oder Schlägern (etwa Squash, Badminton)
- Kinder, die im Sandkasten spielen
- Trockene Augen durch Computerarbeit, Klimaanlage oder im Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Auge stark schmerzt und das Sehen beeinträchtigt ist
- Wenn das Auge zunehmend gerötet ist oder Lichtempfindlichkeit besteht
- Wenn Sie Kontaktlinsen tragen und ein rotes, schmerzendes Auge haben
- Wenn nach einer Augenverletzung eine Stunde später noch ein Fremdkörpergefühl besteht
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen nicht besser werden
- Wenn Sie an einer Erkrankung wie Diabetes oder einer Immunschwäche leiden
- Wenn sich bereits ein Pfeil auf dem Auge gebildet hat, aber keine akuten starken Schmerzen auftreten
Diagnose
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt schaut mit einer Spaltlampe (einem speziellen Mikroskop) auf Ihr Auge. Ein Tropfen mit einem gelben Farbstoff (Fluorescein) wird aufgetragen, damit der Kratzer unter blauem Licht sichtbar wird.
Mögliche Untersuchungen
- Untersuchung mit der Spaltlampe
- Fluorescein-Test (Färbetropfen)
- Prüfung der Sehschärfe
- Bei Bedarf Umstülpen des Augenlids, um einen Fremdkörper zu finden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzlos und dauert nur wenige Minuten. Sie sitzen dabei an einem Gerät und schauen in eine Lampe. Die Ärztin erklärt Ihnen danach, was sie sieht und welche Behandlung sinnvoll ist.
Behandlung
Je nach Ursache und Größe des Kratzers wird Ihre Ärztin eine passende Behandlung einleiten. Das Ziel ist, die Heilung zu fördern, Schmerzen zu lindern und eine Infektion zu verhindern. In den meisten Fällen sind nur Augentropfen oder eine Salbe nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Reiben Sie das Auge nicht und halten Sie die Hände fern
- Schonen Sie das Auge, schließen Sie es öfter und gönnen Sie ihm Ruhe
- Tragen Sie bei Lichtempfindlichkeit eine Sonnenbrille
- Benutzen Sie für die Dauer der Behandlung keine Kontaktlinsen
- Waschen Sie sich vor dem Berühren des Auges gründlich die Hände
- Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob bei Schmerzen eine Schmerztablette für Sie geeignet ist
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin kann künstliche Tränen (Augentropfen ohne Konservierungsstoffe) verschreiben, um das Auge feucht zu halten. Zusätzlich kann eine antibiotische Salbe zum Einsatz kommen, um eine Infektion zu verhindern. Medikamente werden immer individuell angepasst – achten Sie auf die Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes und wenden Sie nichts auf eigene Faust an.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einer einfachen Hornhautabschürfung fast nie nötig. Nur wenn ein tiefer Fremdkörper steckt, eine schwere Infektion vorliegt oder sich eine störende Narbe bildet, kann ein Eingriff durch eine Augenspezialistin oder einen Augenspezialisten empfohlen werden.
Leben mit der Erkrankung
Während der Heilung ist das Auge noch empfindlich. Meiden Sie Rauch, Staub und Zugluft. Arbeiten Sie nicht lange am Bildschirm und legen Sie Pausen ein. Bei windigem Wetter hilft eine Sonnenbrille als Schutz.
Tipps für den Alltag
- Verzichten Sie während der Behandlung auf Kontaktlinsen
- Verwenden Sie die verordneten Tropfen oder Salben regelmäßig
- Besuchen Sie in den ersten Tagen keine Schwimmbäder oder Saunen
- Halten Sie Abstand zu staubigen oder rauchigen Umgebungen
Ernährung und Bewegung
Sport ist grundsätzlich erlaubt, solange Sie das Auge nicht belasten. Vermeiden Sie Aktivitäten, bei denen Sand oder Staub in die Augen gelangen könnten. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und viel Trinken unterstützen die Wundheilung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Augenverletzung kann verständlicherweise beunruhigen – besonders wenn das Auge schmerzt. Es ist beruhigend zu wissen, dass fast alle Hornhautabschürfungen vollständig ausheilen. Wenn die Sorge groß ist, sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Vorbeugung
Ja, viele Hornhautabschürfungen lassen sich vermeiden. Tragen Sie bei Arbeiten mit Holz, Metall oder Chemikalien eine Schutzbrille. Achten Sie bei trockenen Augen auf eine gute Befeuchtung – sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Kontaktlinsen sollten immer sauber und niemals über Nacht getragen werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Infektion der Hornhaut (Keratitis) – eine Entzündung der Hornhaut
- Narbenbildung, die zu anhaltenden Sehstörungen führen kann
- Wiederkehrende Hornhauterosionen – das Auge heilt nicht stabil und reißt leicht erneut auf
- Im seltenen Fall eine tiefe Entzündung im Inneren des Auges
Langzeitprognose
Bei richtiger Behandlung und ärztlicher Kontrolle heilt eine Hornhautabschürfung meist innerhalb von ein bis drei Tagen vollständig aus. Selbst wenn eine kleine Narbe zurückbleibt, bleibt das Sehen in aller Regel erhalten. Ihre Ärztin wird den Verlauf überwachen und Ihnen Sicherheit geben.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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