Hirnhautentzündung (Meningitis)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute – das sind sehr dünne Häute, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Fast immer wird sie durch Krankheitserreger ausgelöst, meist Viren, seltener Bakterien. Eine bakterielle Meningitis ist ein medizinischer Notfall und wird im Krankenhaus behandelt.
Wichtige Fakten
- Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, die Gehirn und Rückenmark schützen.
- Viren sind die häufigste Ursache; eine bakterielle Meningitis ist selten, aber sehr ernst.
- Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen.
- Gegen die wichtigsten bakteriellen Erreger gibt es Impfungen.
Eine bakterielle Meningitis ist in Deutschland selten – jedes Jahr erkranken nur wenige hundert Menschen. Eine Virus-Meningitis ist etwas häufiger, verläuft aber meist leichter.
Meningitis kann in jedem Alter auftreten. Häufiger betroffen sind Säuglinge, Kinder unter fünf Jahren, Jugendliche und ältere oder immungeschwächte Menschen.
Symptome
- Steifer Nacken mit hohem Fieber
- Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit
- Krampfanfall
- Rote Hautflecken, die sich mit Druck nicht wegdrücken lassen – das kann ein Zeichen einer Blutvergiftung sein
- ⚠Sehr starke Kopfschmerzen mit Fieber
- ⚠Fieber mit Hautausschlag
- ⚠Zunehmende Teilnahmslosigkeit
Häufige Symptome
- Starke Kopfschmerzen
- Fieber und Schüttelfrost
- Steifer Nacken – das Kinn lässt sich nur schwer zur Brust beugen
- Übelkeit und Erbrechen
- Lichtempfindlichkeit
- Verwirrtheit oder Benommenheit
Symptome bei Kindern
- Hohes Fieber
- Trinkschwäche oder Trinkverweigerung
- Auffälliges, dauerhaftes Schreien
- Teilnahmslosigkeit und Schlappheit
- Eine vorgewölbte Fontanelle – die weiche Stelle am Schädel bei Säuglingen
- Steife oder angespannte Körperhaltung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Unruhe
- Fieber und Abgeschlagenheit
- Steifer Nacken
- Kopfschmerzen – diese können auch fehlen
- Übelkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
Ursachen
Hauptursachen
- Viren – die häufigste Ursache, zum Beispiel Enteroviren
- Bakterien – zum Beispiel Meningokokken und Pneumokokken
- In seltenen Fällen Pilze oder andere Erreger
Risikofaktoren
- Fehlender Impfschutz gegen Meningokokken oder Pneumokokken
- Ein geschwächtes Immunsystem
- Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten, Schule oder Kaserne
- Reisen in Regionen mit erhöhtem Meningitis-Risiko
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Kopfschmerzen, Fieber und steifem Nacken sollten Sie noch am selben Tag eine Arztpraxis aufsuchen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 anrufen.
- Wenn Sie einen der genannten Notfallsymptome bemerken, rufen Sie sofort die 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Fieber und ungeklärte Kopfschmerzen länger als zwei bis drei Tage anhalten, vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und untersucht Sie körperlich. Um die Diagnose zu sichern, sind meist eine Blutuntersuchung und eine Nervenwasserprobe nötig. Dabei wird mit einer sehr dünnen Nadel etwas Flüssigkeit aus dem Rückenmarkskanal entnommen – das klingt unangenehm, ist aber ein häufig durchgeführter und gut planbarer Eingriff.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit neurologischen Tests – zum Beispiel der Prüfung des Nackens
- Blutuntersuchung auf Entzündungswerte und Erreger
- Lumbalpunktion – Entnahme einer Nervenwasserprobe zur Untersuchung
- Bildgebung mit CT oder MRT, wenn dies vorher medizinisch nötig ist
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung findet meist im Krankenhaus statt, weil eine mögliche Meningitis schnell abgeklärt werden muss. Eine Lumbalpunktion dauert nur wenige Minuten und wird mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt. Sie als Patient oder Patientin werden vorher ausführlich informiert.
Behandlung
Ob eine spezielle Therapie nötig ist, hängt vom Erreger ab. Eine Virus-Meningitis braucht in der Regel keine gezielte Behandlung – der Körper wird unterstützt. Eine bakterielle Meningitis wird sofort im Krankenhaus behandelt, da sie lebensbedrohlich sein kann.
Selbsthilfe zu Hause
- Im Bett ausruhen, bis das Fieber sinkt
- Ausreichend trinken – am besten Wasser oder ungesüßter Tee
- Die Räume abdunkeln, wenn helles Licht stört
- Vom Arzt oder von der Ärztin empfohlene Mittel gegen Fieber und Schmerzen einnehmen
Medizinische Behandlungen
Bei einer bakteriellen Meningitis werden Antibiotika über die Vene gegeben, oft zusammen mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Kortison. Dazu kommen unterstützende Maßnahmen wie Infusionen und Sauerstoffgabe. Bei einer Virus-Meningitis sind nur in bestimmten Fällen antivirale Medikamente nötig. Die Behandlung wird immer von einem erfahrenen Krankenhausteam überwacht.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen erforderlich, zum Beispiel wenn sich eine Eiteransammlung im Bereich der Hirnhäute gebildet hat. Das medizinische Team informiert Sie dann ausführlich über Notwendigkeit und Ablauf.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer überstandenen Meningitis braucht der Körper Zeit. Planen Sie mehrere Wochen mit Ruhe ein. Manche Menschen sind nach wenigen Wochen wieder belastbar, andere brauchen länger. Hören Sie auf Ihren Körper und lassen Sie sich bei Bedarf in der Rehabilitation unterstützen.
Tipps für den Alltag
- In den ersten Wochen anstrengende Aktivitäten vermeiden
- Ausreichend schlafen und regelmäßige Ruhepausen einplanen
- Auf Rauchen und Alkohol verzichten
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und genügend Flüssigkeit. Leichte Spaziergänge sind erlaubt, sobald Sie sich kräftig genug fühlen – fragen Sie Ihr Behandlungsteam, ab wann Bewegung für Sie gut ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine schwere Erkrankung wie eine Meningitis kann auch die Seele belasten. Angst, Unsicherheit oder Stimmungsschwankungen sind normal. Sprechen Sie darüber – das ist ein wichtiger Schritt der Genesung und kein Zeichen von Schwäche.
Vorbeugung
Ja, zu einem großen Teil. Es gibt wirksame Impfungen gegen die wichtigsten bakteriellen Erreger der Meningitis. Wer vollständig geimpft ist, ist deutlich besser geschützt. Auch regelmäßiges Händewaschen und Abstand zu erkrankten Personen helfen, Ansteckungen zu vermeiden.
Impfungen
Für Säuglinge und Kinder werden Impfungen gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Auch für bestimmte Risikogruppen gibt es Empfehlungen. Lassen Sie in Ihrer Arztpraxis den Impfpass prüfen und sich persönlich beraten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Entzündung des Gehirns selbst (Enzephalitis)
- Blutvergiftung (Sepsis) mit Kreislaufversagen
- Bleibende Schäden an Nerven oder Gehirn
- Hörverlust und Gleichgewichtsstörungen
- Epileptische Anfälle
Langzeitprognose
Bei frühzeitiger Behandlung sind die Aussichten heute sehr gut. Die meisten Menschen erholen sich von einer Meningitis vollständig. Nur bei sehr spät behandelten oder schweren Verläufen können Folgeschäden bleiben – auch dafür gibt es gute Reha-Angebote.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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