Karzinoid-Tumoren der Lunge
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Karzinoid-Tumor der Lunge ist ein seltener, meist langsam wachsender Tumor, der aus bestimmten hormonbildenden Zellen in der Lunge entsteht. Diese Zellen werden neuroendokrine Zellen genannt. Der Tumor ist eine eigene Form von Lungentumor und verhält sich oft anders als die häufigeren durch Rauchen bedingten Lungenkrebse.
Wichtige Fakten
- Karzinoid-Tumoren der Lunge sind selten und wachsen in der Regel langsam.
- Sie verursachen oft lange Zeit keine Beschwerden und werden häufig zufällig entdeckt.
- Eine Operation ist in vielen Fällen die Behandlung der Wahl – die Aussichten sind dann meist sehr gut.
Nein, das ist eine seltene Erkrankung. Karzinoid-Tumoren machen nur etwa 1 bis 2 Prozent aller Lungentumoren aus.
Sie können in jedem Lebensalter auftreten, am häufigsten werden sie jedoch bei Menschen zwischen 40 und 60 Jahren festgestellt. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112 an, wenn Sie große Mengen Blut aushusten.
- Rufen Sie die 112 an, wenn Sie plötzlich schwerste Atemnot bekommen oder ohnmächtig werden.
- Rufen Sie die 112 an, wenn Sie sehr starke Schmerzen im Brustkorb haben.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe auf, wenn Sie Blut im Auswurf bemerken – auch wenn es nur wenig ist.
- ⚠Suchen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt auf, wenn Sie länger als drei Wochen Husten haben.
- ⚠Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin, wenn bei Ihnen wiederholt Lungenentzündungen oder Fieber auftreten.
Häufige Symptome
- Husten, der nicht weggeht
- Pfeifendes Atemgeräusch beim Einatmen
- Kurzatmigkeit
- Wiederkehrende Lungenentzündungen oder Bronchitis
- Blut im Auswurf
- Brustschmerzen
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist unbekannt. Man geht davon aus, dass der Tumor aus bestimmten hormonbildenden Zellen der Lunge entsteht.
- In sehr seltenen Fällen gibt es eine erbliche Veranlagung – zum Beispiel im Rahmen des sogenannten MEN1-Syndroms.
- Anders als bei vielen anderen Lungentumoren ist Rauchen offenbar kein eindeutiger Hauptrisikofaktor.
Risikofaktoren
- Eine sehr seltene erbliche Vorbelastung (MEN1-Syndrom) kann das Risiko erhöhen.
- Es sind keine starken vermeidbaren Risikofaktoren bekannt.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Blut aushusten oder Atemnot haben, suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe auf.
- Wenn Sie wiederholt Lungenentzündungen haben, sollten Sie zeitnah abgeklärt werden.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie länger als drei Wochen husten, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
- Wenn Sie ungewollt Gewicht verlieren, Heiserkeit oder Brustschmerzen bemerken, lassen Sie das ärztlich abklären.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst ausführlich nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte. Danach folgen bildgebende Untersuchungen und meist eine Gewebeprobe, um die Diagnose zu sichern.
Mögliche Untersuchungen
- CT-Untersuchung (Computertomographie) der Lunge
- Bronchoskopie – eine Spiegelung der Atemwege mit einer dünnen Kamera
- Biopsie – Entnahme einer kleinen Gewebeprobe aus dem Tumor
- Blut- und Urintests, um bestimmte Hormonabbauprodukte zu messen
- Bei Bedarf eine PET-Untersuchung oder weitere bildgebende Verfahren
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden an eine Spezialistin oder einen Spezialisten überwiesen – meist an eine Lungenfachklinik oder ein Tumorzentrum. Dort bespricht ein Team aus verschiedenen Fachleuten (zum Beispiel Lungenfachleute, Chirurginnen und Pathologen) den besten Weg für Sie. Sie werden in Ruhe über alle Schritte informiert.
Behandlung
Welche Behandlung zu Ihnen passt, hängt von der Größe, Lage und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors ab. Da diese Tumoren meist langsam wachsen, ist oft eine Operation möglich. Die Behandlung wird in Deutschland nach den aktuellen medizinischen Leitlinien geplant.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie alle vereinbarten Kontrolltermine wahr.
- Verzichten Sie auf das Rauchen, um Ihre Lunge zu entlasten.
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Behandlungsteam über Ängste und Fragen.
- Bewegen Sie sich so, wie Sie sich wohlfühlen – das unterstützt Ihr allgemeines Wohlbefinden.
Medizinische Behandlungen
Die wichtigste Behandlung ist in den meisten Fällen die Operation, bei der der Tumor entfernt wird. Falls eine Operation nicht möglich ist, gibt es andere Verfahren: lokale Behandlungen über ein Endoskop, Medikamente, die die Hormonproduktion des Tumors hemmen, sowie in fortgeschrittenen Situationen Strahlentherapie oder andere systemische Therapien. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, entscheidet Ihr Behandlungsteam individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn der Tumor noch örtlich begrenzt ist, ist die operative Entfernung die erste Wahl. In vielen Fällen ist damit die Erkrankung geheilt.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Behandlung werden Sie regelmäßig kontrolliert – zum Beispiel mit bildgebenden Untersuchungen. Das ist wichtig, um frühzeitig zu erkennen, wenn sich etwas verändert. Viele Menschen führen nach der Behandlung ein ganz normales Leben.
Tipps für den Alltag
- Bleiben Sie körperlich aktiv, so gut es Ihnen möglich ist.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und einen Ausgleich zu Alltagsstress.
- Tauschen Sie sich mit Menschen aus, die Ihnen guttun.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt Ihre Gesundheit. Regelmäßige Spaziergänge oder leichter Sport sind meist gut möglich und können Ihr Wohlbefinden stärken.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Tumordiagnose kann Ängste auslösen – das ist ganz normal. Es ist in Ordnung, sich Unterstützung zu suchen. Psychologische Beratung oder Gespräche mit Angehörigen können helfen, mit der Belastung umzugehen. Wenn es Ihnen seelisch sehr schlecht geht, zögern Sie nicht, Hilfe zu holen – zum Beispiel bei Ihrer Hausärztin, einem psychosozialen Beratungsdienst oder in einer Klinik.
Vorbeugung
Da die genaue Ursache unbekannt ist, gibt es keine sichere Möglichkeit, einen Karzinoid-Tumor der Lunge zu verhindern. Ein gesunder Lebensstil mit Nichtrauchen, ausgewogener Ernährung und Bewegung hilft jedoch, die Lunge allgemein gesund zu halten.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff, der speziell vor dieser Tumorart schützt. Lassen Sie sich aber gegen Grippe und Lungenentzündung impfen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine allgemeine Früherkennungsuntersuchung für Karzinoid-Tumoren der Lunge. Wenn in Ihrer Familie eine seltene erbliche Veranlagung bekannt ist, kann eine spezielle Beratung und Überwachung sinnvoll sein – sprechen Sie dazu mit Ihrer ärztlichen Praxis.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Tumor kann langsam weiterwachsen und Atemwege oder umliegendes Gewebe verdrängen.
- In manchen Fällen kann er sich in Lymphknoten oder andere Organe ausbreiten.
- Selten können vom Tumor gebildete Hormone Beschwerden wie Hautrötungen (Flush) oder Durchfall auslösen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind in den meisten Fällen sehr gut. Weil diese Tumoren langsam wachsen, sind sie häufig früh erkennbar und gut behandelbar. Viele Menschen sind nach einer vollständigen Entfernung dauerhaft beschwerdefrei und führen ein normales Leben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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