Trikuspidalatresie: Ein angeborener Herzfehler
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Trikuspidalatresie ist ein angeborener Herzfehler. Dabei ist die Trikuspidalklappe – ein Ventil, das den rechten Herzvorhof mit der rechten Herzkammer verbindet – nicht richtig ausgebildet oder fehlt ganz. Dadurch kann das Blut nicht normal in die Lunge fließen, und der Körper wird mit weniger Sauerstoff versorgt.
Wichtige Fakten
- Die Trikuspidalatresie gehört zu den seltenen angeborenen Herzfehlern.
- Sie ist von Geburt an vorhanden und wird häufig schon im Mutterleib oder kurz nach der Geburt erkannt.
- Mit einer Reihe von Operationen kann die Durchblutung in der Lunge und im Körper verbessert werden.
- Viele Betroffene erreichen dank guter medizinischer Betreuung das Erwachsenenalter.
Nein, die Trikuspidalatresie ist selten. Sie tritt etwa bei 1 von 10.000 Neugeborenen auf.
Die Erkrankung beginnt vor der Geburt und betrifft Jungen und Mädchen gleichermaßen. Ohne Behandlung werden viele Kinder in den ersten Lebenswochen auffällig.
Symptome
- Starke Blauverfärbung der Haut oder Lippen trotz Sauerstoffzufuhr
- Ohnmacht oder Krampfanfall
- Plötzliche schwere Atemnot
- Anhaltende Brustschmerzen oder starkes Herzrasen
- ⚠Leichte Blauverfärbung, die nicht verschwindet
- ⚠Fieber oder Anzeichen einer Infektion bei bekanntem Herzfehler
- ⚠Neue oder zunehmende Müdigkeit oder Appetitlosigkeit über mehr als einen Tag
- ⚠Geschwollene Füße, Knöchel oder Beine
Häufige Symptome
- Bläuliche Verfärbung von Lippen und Haut (Zyanose)
- Schnelle oder angestrengte Atmung
- Müdigkeit und schnelle Erschöpfung
- Schwaches Trinken und geringe Gewichtszunahme
Symptome bei Kindern
- Bläuliche Verfärbung der Haut und Lippen (Zyanose)
- Schnelle Atmung oder Atemnot beim Trinken
- Schwaches Trinken und wenig Gewichtszunahme
- Später: verlangsamtes Wachstum und verminderte körperliche Belastbarkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Herzrhythmusstörungen
- Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
- Atemnot bei Belastung oder geschwollene Beine (Zeichen einer Herzschwäche)
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist unbekannt.
- Während der frühen Schwangerschaft ist die Herzentwicklung gestört.
- Es gibt keine Hinweise, dass das Verhalten der Mutter die Krankheit verursacht.
Risikofaktoren
- Einige Chromosomenveränderungen (zum Beispiel bei Trisomie 21) können mit Trikuspidalatresie einhergehen.
- Auch familiäre Häufungen kommen vor, aber meist tritt die Erkrankung ohne erkennbaren Grund auf.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Ihrem Kind: plötzliche Blauverfärbung, schwere Atemnot, Ohnmacht oder auffallende Trinkschwäche – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Bei einem Erwachsenen: neue Brustschmerzen, Atemnot in Ruhe oder das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihr Kind nicht gut an Gewicht zunimmt oder blass und müde wirkt, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.
- Als Erwachsene mit Trikuspidalatresie sollten Sie regelmäßige kardiologische Kontrollen wahrnehmen.
Diagnose
Die Diagnose wird häufig schon während der Schwangerschaft bei einer Ultraschalluntersuchung gestellt. Nach der Geburt wird das Herz mithilfe spezieller Untersuchungen genau dargestellt.
Mögliche Untersuchungen
- Echokardiographie (Herzultraschall): zeigt die Herzklappen und die Größe der Herzkammern
- Elektrokardiogramm (EKG): misst die elektrische Aktivität des Herzens
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs
- Herzkatheteruntersuchung: misst die Drücke in den Herzräumen und zeigt die genaue Anatomie
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn der Befund schon vor der Geburt bekannt ist, können die Geburt und die erste Behandlung in einem spezialisierten Zentrum mit Kinderherzchirurgie geplant werden. Das Team wird Sie Schritt für Schritt begleiten.
Behandlung
Eine Trikuspidalatresie lässt sich nicht heilen. Das Ziel der Behandlung ist es, die Sauerstoffversorgung des Körpers zu verbessern und das Herz zu entlasten. Dafür sind in der Regel mehrere Operationen notwendig, die zeitlich gut geplant werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf Ihre individuellen Warnzeichen und handeln Sie früh, wenn etwas ungewöhnlich ist.
- Lassen Sie sich vor zahnärztlichen oder chirurgischen Eingriffen beraten, wie eine Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) verhindert werden kann.
- Halten Sie regelmäßige Kontrolltermine bei Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen ein.
Medizinische Behandlungen
Medikamente können das Herz unterstützen, den Herzrhythmus stabilisieren oder den Blutdruck regulieren. Manchmal werden auch Medikamente eingesetzt, um Blutgerinnseln vorzubeugen. Welche Therapie für Sie infrage kommt, entscheidet Ihr Behandlungsteam individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die meisten Kinder benötigen stufenweise Operationen. Eine erste Operation findet oft schon im Neugeborenenalter statt. Eine spätere Operation (die Fontan-Operation) stellt eine stabile Kreislaufsituation her, die ein Leben lang erhalten bleibt.
Leben mit der Erkrankung
Viele Kinder mit behandeltem Herzfehler entwickeln sich gut und können ein nahezu normales Leben führen. Erwachsene sollten sich regelmäßig kardiologisch betreuen lassen, so wie es ihr Arzt oder ihre Ärztin empfiehlt.
Tipps für den Alltag
- Bewegung ist wichtig, aber nur so viel, wie es für Sie angenehm ist und Ihr Herz verträgt.
- Große sportliche Höchstleistungen oder Extremsport sind meist nicht sinnvoll – fragen Sie Ihr Team, was für Sie geeignet ist.
- Meiden Sie starken Leistungsdruck und sorgen Sie für ausreichend Pausen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung ist für alle empfehlenswert. Eine spezielle Diät ist nicht notwendig, außer Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verschreibt etwas anderes. Für Bewegung gilt: regelmäßige, moderate Aktivität ist gut, extreme Belastung sollte gemieden werden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Mit einer chronischen Herzerkrankung zu leben kann belastend sein. Ängste, Erschöpfung und das Gefühl, anders zu sein, sind normal. Scheuen Sie sich nicht, darüber zu sprechen und sich professionelle Unterstützung zu holen. Auch psychosoziale Beratung kann helfen.
Vorbeugung
Trikuspidalatresie lässt sich nicht verhindern, da sie sich früh in der Schwangerschaft entwickelt. Eine gesunde Schwangerschaft mit guter Vorsorge ist dennoch für jede werdende Mutter wichtig.
Impfungen
Die empfohlenen Impfungen für Kinder und Erwachsene sollten Sie wie vom Robert Koch-Institut (RKI) empfohlen wahrnehmen. Ein ausreichender Impfschutz schützt vor Infektionen, die das Herz zusätzlich belasten könnten.
Früherkennungsprogramme
Die Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft können einen Herzfehler erkennen. Nach der Geburt werden Puls und Hautfarbe beurteilt – zusätzlich wird in vielen Kliniken ein Pulsoximetrie-Screening angeboten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Behandlung führt die Trikuspidalatresie oft schon im Säuglingsalter zu schwerem Sauerstoffmangel und Lebensgefahr.
- Das Herz muss dauerhaft mehr leisten, wodurch eine Herzschwäche entstehen kann.
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung sieht die Prognose heute gut aus. Die meisten Kinder erreichen das Erwachsenenalter und führen ein weitgehend aktives Leben. Auch wenn ein Leben lang regelmäßige ärztliche Kontrollen wichtig sind, sind die Aussichten insgesamt ermutigend.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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