Mumps (Ziegenpeter)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Mumps ist eine ansteckende Virusinfektion. Sie lässt vor allem die Ohrspeicheldrüsen anschwellen – das sind Speicheldrüsen vor und unter den Ohren. Die Krankheit wird auch Ziegenpeter genannt.
Wichtige Fakten
- Die Ansteckung passiert durch winzige Tröpfchen in der Luft, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen.
- Eine Schutzimpfung kann zuverlässig vor Mumps bewahren.
- Die Schwellung der Wangen beginnt meist zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung.
Dank der Impfung ist Mumps in Deutschland heute selten. In manchen Gegenden gibt es jedoch immer wieder kleine Ausbrüche, vor allem bei Menschen, die nicht geimpft sind.
Früher erkrankten vor allem Kinder. Heute sind es häufiger junge Erwachsene, die keine oder nur eine unvollständige Impfung haben.
Symptome
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfälle – sofort den Notruf 112 wählen
- Sehr starke Kopfschmerzen mit steifem Nacken
- Atemnot oder Schluckbeschwerden mit Atemproblemen
- ⚠Hohes Fieber über mehrere Tage
- ⚠Starke Schmerzen im Hoden
- ⚠Doppelbilder oder Sehstörungen
- ⚠Starke Bauchschmerzen
Häufige Symptome
- Schwellung einer oder beider Wangen vor dem Ohr
- Fieber
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen
- Müdigkeit
- Appetitlosigkeit
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern verläuft Mumps oft mild. Häufig sind nur die Speicheldrüsen geschwollen.
- Manche Kinder haben nur leichte Erkältungszeichen, ohne dass eine deutliche Wangenschwellung sichtbar wird.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Erwachsenen und älteren Jugendlichen verläuft Mumps oft schwerer. Die Schwellung kann sehr schmerzhaft sein.
- Bei Männern kann eine schmerzhafte Hodenentzündung auftreten, die zu den typischen Komplikationen gehört.
Ursachen
Hauptursachen
- Mumps wird durch das Mumps-Virus ausgelöst. Das Virus wird über Tröpfchen in der Luft übertragen, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen.
- Eine Ansteckung ist bereits ein bis zwei Tage bevor die Schwellung sichtbar wird möglich, und bis etwa fünf Tage nach Beginn der Schwellung.
Risikofaktoren
- Keine oder unvollständige Impfung gegen Mumps
- Enger Kontakt zu einer erkrankten Person
- Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten, Schule oder Wohnheim
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Verdacht auf Mumps sollten Sie noch am selben Tag eine Arztpraxis kontaktieren. Die Praxis kann die Ansteckungsgefahr einschätzen und die nötigen Schritte besprechen.
- Wenn Komplikationen wie Hodenentzündung, starke Kopfschmerzen, hohes Fieber oder Verwirrtheit auftreten, ist eine sofortige ärztliche Untersuchung sinnvoll.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie bei Ihrem nächsten Arztbesuch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, ob Ihr Impfschutz vollständig ist.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zunächst nach Ihren Beschwerden und untersucht die geschwollenen Wangen und den Hals. Die typische Schwellung zusammen mit Fieber und möglichem Kontakt zu einer erkrankten Person weist meist schon auf Mumps hin. Ärztinnen und Ärzte orientieren sich dabei an der aktuellen AWMF-Leitlinie.
Mögliche Untersuchungen
- Im Zweifel kann ein Bluttest das Immunsystem-Antikörper gegen Mumps nachweisen.
- Manchmal wird auch ein Abstrich aus dem Mund oder eine Urinprobe untersucht, um das Virus selbst zu finden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist unkompliziert und tut nicht weh. Die Ergebnisse der Labortests können ein bis zwei Tage dauern. Bis dahin sollten Sie den Kontakt zu anderen Menschen meiden.
Behandlung
Es gibt kein Medikament, das das Mumps-Virus direkt bekämpft. Die Behandlung lindert die Beschwerden und hilft dem Körper, die Infektion selbst zu überwinden.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhe und Schlaf geben dem Körper Kraft
- Viel trinken, am besten Wasser oder Kräutertee
- Weiche und nicht säurehaltige Kost, zum Beispiel Kartoffelbrei, Joghurt oder Suppe
- Warme oder kühle Umschläge auf den Wangen können die Schwellung angenehm beeinflussen
Medizinische Behandlungen
Bei Bedarf können fachkundige Ärztinnen und Ärzte Mittel gegen Schmerzen und Fieber empfehlen. Diese wirken auf die Beschwerden, aber nicht auf das Virus selbst. Bei Komplikationen wie Hodenentzündung oder Hirnhautentzündung ist eine ärztliche Überwachung notwendig, in manchen Fällen auch im Krankenhaus.
Leben mit der Erkrankung
Solange die Speicheldrüsen geschwollen sind, sollten Sie zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen Personen vermeiden. Meist ist man etwa fünf Tage nach Beginn der Schwellung nicht mehr ansteckend. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ab wann Sie wieder in die Schule, den Kindergarten oder die Arbeit gehen können.
Tipps für den Alltag
- Viel trinken und am besten im Bett bleiben, solange Fieber besteht
- Die Speicheldrüsen schonen: wenig sprechen und weiche Kost essen
- Bei Hodenschwellung lockere Unterwäsche tragen und viel liegen
Ernährung und Bewegung
Essen Sie mehrmals täglich kleine Mahlzeiten mit weicher Kost. Vermeiden Sie saure und scharfe Speisen, da sie die Speicheldrüsen reizen und Schmerzen verstärken können. Bewegung ist während der akuten Krankheitsphase nicht sinnvoll – erst nach der vollständigen Erholung können Sie langsam wieder Sport treiben.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine ansteckende Krankheit kann belastend sein, besonders wenn man isoliert lebt. Es ist wichtig, sich trotzdem mit vertrauten Menschen per Telefon, Video oder Nachrichten auszutauschen, damit man sich nicht allein fühlt.
Vorbeugung
Ja, die wichtigste Vorbeugung ist die Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Mumps-Impfung für alle Kinder sowie für Erwachsene, die bisher nicht oder unvollständig geimpft sind.
Impfungen
Die Mumps-Impfung ist als Kombinationsimpfung mit Masern und Röteln erhältlich. Sie wird normalerweise zweimal im Kindesalter vergeben. Ob Ihr Impfschutz vollständig ist, können Sie am besten in Ihrer Hausarztpraxis überprüfen lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei männlichen Betroffenen kann eine schmerzhafte Hodenentzündung auftreten.
- Bei weiblichen Betroffenen kann es zu einer Entzündung der Eierstöcke kommen, die Unterbauchschmerzen auslöst.
- Selten entzünden sich die Hirnhäute – dann spricht man von einer Hirnhautentzündung.
- In sehr seltenen Fällen kann eine Entzündung des Innenohrs zu einseitigem Hörverlust führen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen erholen sich vollständig von Mumps. Schwere Komplikationen sind selten. Mit einer vollständigen Impfung ist das Risiko, überhaupt an Mumps zu erkranken, sehr gering. Und auch bei Komplikationen kann die moderne Medizin heute gut helfen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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