Malaria – Was Sie über Symptome, Behandlung und Schutz wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Malaria ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch den Stich infizierter Moskitos übertragen wird. Sie wird durch winzige Parasiten im Blut verursacht und kann zu Fieber, Schüttelfrost und grippeähnlichen Beschwerden führen. Unbehandelt kann Malaria lebensbedrohlich werden.
Wichtige Fakten
- Die Übertragung erfolgt fast immer durch den Stich der Anopheles-Mücke, meist nachts.
- Ohne Behandlung kann Malaria lebensbedrohlich verlaufen, besonders bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen.
- Bei rechtzeitiger Behandlung ist Malaria in den meisten Fällen heilbar.
In Deutschland ist Malaria selten – die meisten Fälle sind Reiserückkehrer aus tropischen Regionen. Weltweit ist Malaria in über 100 Ländern verbreitet.
Besonders betroffen sind Menschen in tropischen Regionen, Reisende ohne ausreichenden Schutz, kleine Kinder, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Bewusstlosigkeit oder Krämpfe
- Schwere Verwirrtheit oder Teilnahmslosigkeit
- Atemnot oder bläuliche Lippen
- Dunkler Urin oder Gelbsucht (Gelbfärbung von Augen oder Haut)
- Unstillbares Erbrechen, sodass keine Flüssigkeit aufgenommen werden kann
- ⚠Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet – noch am selben Tag ärztlich abklären lassen
- ⚠Schwere Kopfschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Wiederholtes Erbrechen oder Durchfall
- ⚠Zeichen einer Austrocknung, zum Beispiel trockene Zunge oder seltenes Wasserlassen
Häufige Symptome
- Fieber und Schüttelfrost
- Kopfschmerzen
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Starkes Schwitzen und Erschöpfung
Symptome bei Kindern
- Fieber, oft ohne typische Fieberschübe
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit
- Erbrechen und Durchfall, die schnell zu Austrocknung führen
- Krämpfe bei schwerer Malaria
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsveränderungen
- Ausgeprägte Müdigkeit und Schwäche
- Kurzatmigkeit und Brustschmerzen
- Geringeres Fieber als bei jüngeren Menschen – die Krankheit kann trotzdem schwer sein
Ursachen
Hauptursachen
- Malaria wird durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht
- Die Parasiten werden durch den Stich einer infizierten Anopheles-Mücke übertragen
- Selten auch durch Bluttransfusion, Organspende oder von der Mutter auf das ungeborene Kind
Risikofaktoren
- Aufenthalt in tropischen oder subtropischen Gebieten, insbesondere in Afrika südlich der Sahara
- Fehlender Schutz durch Moskitonetze oder Mückenschutzmittel
- Keine vorbeugende Medikamenteneinnahme (auch Chemoprophylaxe genannt)
- Abgeschwächtes Immunsystem, Schwangerschaft, hohes oder sehr junges Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber innerhalb von mehreren Monaten nach einer Reise in ein Malariagebiet – sofort ärztlich abklären
- Unwohlsein mit Fieber und Schüttelfrost während einer Reise in ein Malariagebiet – vor Ort ärztliche Hilfe suchen
- Gelbfärbung von Augen oder Haut, dunkler Urin, Verwirrtheit oder Krämpfe – Notruf 112
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vor einer Reise in ein Malariagebiet rechtzeitig (6–8 Wochen vorher) eine reisemedizinische Beratung wahrnehmen
- Nach der Rückkehr bei anhaltender Müdigkeit oder unklaren Beschwerden einen Arzttermin vereinbaren
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Reisezielen, Aufenthalten und Symptomen und entnimmt eine Blutprobe. Die Diagnose wird durch den direkten Nachweis der Parasiten im Blut gesichert.
Mögliche Untersuchungen
- Blutprobe mit Mikroskopie (dünner oder dicker Tropfen): Die Parasiten werden direkt sichtbar gemacht
- Schnelltest (Antigen-Test): Er liefert Ergebnisse in wenigen Minuten
- Blutbild und Laboruntersuchungen: Sie beurteilen Leber, Nieren und Blutgerinnung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist nicht lange. Der Schnelltest gibt oft schon nach etwa einer Stunde ein Ergebnis. Bei unklarem Befund kann die Probe an ein spezialisiertes Labor geschickt werden. In manchen Fällen ist eine weitere Blutentnahme nach einigen Stunden nötig.
Behandlung
Behandelt wird Malaria je nach Erregerart, Schweregrad und Gesundheitszustand. Wichtig ist ein sofortiger Therapiebeginn. Bei schwerer Malaria ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig, oft mit Infusionen und engmaschiger Überwachung.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust durch Fieber und Erbrechen auszugleichen
- Körperlich schonen und Bettruhe einhalten
- Bei Fieber den Körper nicht zu warm einpacken – laue Wadenwickel können helfen
- Auf Alkohol verzichten
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschreibungspflichtige Medikamente gegen die Parasiten. Die Auswahl hängt von der Malariaart, dem Schweregrad, dem Alter und anderen Faktoren ab. In manchen Fällen werden Kombinationstherapien eingesetzt. Auch Medikamente gegen begleitende Symptome wie Fieber können zum Einsatz kommen – die Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nicht erforderlich – Malaria wird ausschließlich mit Medikamenten behandelt.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer überstandenen Malaria bleibt oft einige Wochen eine Erschöpfung. Es ist wichtig, sich Zeit für die Genesung zu nehmen und ausreichend zu schlafen. Falls Medikamente über mehrere Tage eingenommen werden müssen, sollte die Einnahme strikt nach ärztlicher Anweisung erfolgen – auch wenn man sich bereits besser fühlt.
Tipps für den Alltag
- In den ersten Wochen nach der Erkrankung anstrengende Tätigkeiten vermeiden
- Ausreichend trinken und leicht verdauliche Mahlzeiten wählen
- Weitere Mückenstiche vermeiden – auch nach der Behandlung, um erneute Infektionen zu verhindern
- Bei Reisen in Malariagebiete künftig konsequent Mückenschutz und vorbeugende Medikamente nutzen
Ernährung und Bewegung
In der Erholungsphase sind regelmäßige, aber leichte Bewegungen – zum Beispiel Spaziergänge – gut. Die Ernährung sollte ausgewogen sein, mit viel Gemüse, Obst und vollwertigen Getreideprodukten. Besonders bei Fieber sollte man täglich etwa 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit trinken.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Malaria-Erkrankung kann Angst machen, vor allem wenn der Verlauf schwer war. Erschöpfung, Schlafprobleme und innere Unruhe können Wochen anhalten. Bei anhaltenden psychischen Belastungen ist es sinnvoll, mit der Hausärztin oder dem Hausarzt zu sprechen.
Vorbeugung
Ja, Malaria kann durch eine Kombination aus Mückenschutz und – je nach Reisegebiet – vorbeugenden Medikamenten weitgehend verhindert werden. Moskitonetze, langärmelige Kleidung und Insektenschutzmittel sind zentral.
Impfungen
Ein Malaria-Impfstoff existiert für Kinder in bestimmten afrikanischen Ländern, ist aber für Reisende aus Deutschland meist nicht üblich. Lassen Sie sich zu möglichen Schutzmaßnahmen in einer reisemedizinischen Beratung informieren.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening wie bei anderen Krankheiten. Wer in ein Malariagebiet reist, sollte sich vorher ärztlich zur Vorbeugung (Chemoprophylaxe) beraten lassen und nach der Rückkehr bei möglichen Symptomen einen Bluttest durchführen lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schwere Blutarmut durch Zerstörung der roten Blutkörperchen
- Hirnmalaria mit Verwirrtheit, Krämpfen und Bewusstlosigkeit
- Organversagen – besonders von Nieren, Leber oder Lunge
- Schwere Stoffwechselentgleisung, zum Beispiel Unterzuckerung
- In schweren Fällen kann eine unbehandelte Malaria zum Tod führen
Langzeitprognose
Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung ist Malaria in den meisten Fällen vollständig heilbar. Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Aussichten. Nach einer überstandenen Malaria besteht eine Teilimmunität, die vor schweren Verläufen schützt, aber keinen dauerhaften Schutz bietet – eine erneute Infektion ist möglich.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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