Nebenschilddrüsenadenom – gutartiger Tumor an der Nebenschilddrüse
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Nebenschilddrüsenadenom ist ein gutartiger Tumor an einer der vier Nebenschilddrüsen. Diese kleinen Drüsen sitzen im Hals an der Schilddrüse. Sie regulieren den Kalziumhaushalt des Körpers. Der Tumor bewirkt, dass die betroffene Drüse zu viel Parathormon (ein Hormon) ausschüttet. Dadurch steigt der Kalziumspiegel im Blut. Das kann verschiedene Beschwerden auslösen.
Wichtige Fakten
- Das Adenom ist fast immer gutartig und wächst langsam.
- Es ist die häufigste Ursache für einen zu hohen Kalziumspiegel im Blut.
- Eine Operation kann das Problem in der Regel dauerhaft beheben.
Ein Nebenschilddrüsenadenom ist nicht sehr selten. Es tritt bei etwa 1 bis 2 von 1.000 Personen auf. Es ist die häufigste Ursache der sogenannten Nebenschilddrüsen-Überfunktion.
Es trifft häufiger Frauen als Männer. Meist wird es zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr entdeckt. Es kann aber in jedem Alter auftreten.
Symptome
- Starke Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung
- Krampfanfälle
- Herzrhythmusstörungen
- Lähmungserscheinungen
- ⚠Anhaltendes Erbrechen
- ⚠Starke Bauchschmerzen
- ⚠Krampfartige Schmerzen in der Flanke (Nierenkolik)
- ⚠Auffällige Müdigkeit mit Verwirrtheit
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Schwächegefühl und Muskelschmerzen
- Niedergeschlagenheit oder Gereiztheit
- Vermehrtes Wasserlassen und starkes Durstgefühl
- Verstopfung oder andere Verdauungsprobleme
- Wiederkehrende Nierensteine
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind die Beschwerden oft unauffällig: Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Bauchschmerzen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen zeigen sich oft eher Verwirrtheit, Gedächtnisprobleme, Muskelschwäche und Stürze. Auch Knochenbrüche können häufiger auftreten.
Ursachen
Hauptursachen
- In den meisten Fällen ist ein einzelnes gutartiges Adenom die Ursache.
- Seltener sind mehrere Adenome oder eine Vergrößerung aller vier Nebenschilddrüsen verantwortlich.
- Die genaue Entstehung ist noch nicht vollständig geklärt.
Risikofaktoren
- Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
- Das Risiko steigt mit dem Alter.
- Eine frühere Strahlentherapie im Halsbereich kann das Risiko erhöhen.
- In seltenen Fällen spielt Vererbung eine Rolle.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie anhaltende Übelkeit und Erbrechen haben.
- Wenn Sie starke Schwäche oder Verwirrtheit bemerken.
- Bei krampfartigen Schmerzen im Bauch oder in der Flanke.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über Wochen unerklärliche Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Muskelschmerzen haben.
- Wenn Sie wiederholt Nierensteine hatten.
- Wenn Ihr Hausarzt bei einem Bluttest einen erhöhten Kalziumwert feststellt.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch eine Blutuntersuchung. Dabei werden der Kalziumwert und das Parathormon (das Hormon der Nebenschilddrüsen) gemessen. Wenn beide erhöht sind, liegt typischerweise eine Nebenschilddrüsen-Überfunktion vor.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung (Kalzium, Parathormon, Vitamin D, Nierenwerte)
- Urinuntersuchung (Kalzium im 24-Stunden-Sammelurin)
- Ultraschalluntersuchung am Hals
- Knochendichtemessung (um Verlust von Knochenmasse zu erkennen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie zunächst gründlich untersuchen und Ihre Beschwerden genau erfragen. Die Diagnose dauert in der Regel nur wenige Tage. Wenn die Ursache gesichert ist, wird er mit Ihnen die weiteren Schritte besprechen – meist in einer spezialisierten Praxis oder Klinik.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Höhe des Kalziumspiegels, den Beschwerden und den Folgen ab. In vielen Fällen wird eine Operation empfohlen, um das Adenom zu entfernen. Manche Menschen mit leichten Beschwerden kommen auch ohne Operation aus – sie werden regelmäßig kontrolliert.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um Nierensteine zu vermeiden.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, um Knochen und Muskeln zu kräftigen.
- Verzichten Sie auf zusätzliche Kalziumpräparate, solange Ihr Arzt das nicht empfiehlt.
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung werden keine Medikamente eingesetzt, wenn in erster Linie das Adenom die Ursache ist. Nur bei sehr hohem Kalziumspiegel und starken Beschwerden kann der Arzt vorübergehend eine Behandlung im Krankenhaus empfehlen, die den Kalziumspiegel senkt. Diese besteht aus Infusionen und anderen Maßnahmen, die der Arzt anordnet. Welche Mittel im Einzelfall geeignet sind, entscheidet allein der behandelnde Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird meist dann empfohlen, wenn deutliche Beschwerden vorliegen, der Kalziumspiegel stark erhöht ist oder Folgeschäden wie Nierensteine oder Knochenschwund drohen. Dabei wird das erkrankte Gewebe entfernt. Bei Eingriffen durch erfahrene Chirurgen ist das Risiko gering und die Erfolgsaussichten sind sehr gut.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen spüren nach der Behandlung eine deutliche Besserung. Bis dahin sollten Sie auf Ihren Körper hören und bei Beschwerden ärztlichen Rat suchen. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, vor allem wenn Sie nicht operiert werden.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, zum Beispiel mit Spaziergängen oder Radfahren.
- Rauchen Sie nicht, da Rauchen die Knochen zusätzlich schwächt.
- Besprechen Sie alle Medikamente, die den Kalziumhaushalt beeinflussen können, mit Ihrem Arzt.
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät ist meist nicht nötig. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Bei hohen Kalziumwerten kann Ihr Arzt empfehlen, auf kalziumreiche Zusatzpräparate zu verzichten. Körperliche Aktivität mit leichter Belastung stärkt Knochen und Muskeln.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Nebenschilddrüsen-Überfunktion kann sich auf die Stimmung auswirken. Manche Menschen fühlen sich niedergeschlagen, gereizt oder ängstlich. Wenn Sie seelische Belastungen spüren, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt. Auch eine Psychotherapie oder Selbsthilfegruppen können helfen.
Vorbeugung
Ein Nebenschilddrüsenadenom lässt sich nicht gezielt verhindern, weil die genaue Ursache unbekannt ist. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung ist aber immer sinnvoll.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Früherkennungsprogramm für diese Erkrankung. Ein erhöhter Kalziumwert wird oft zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Nierensteine und Nierenschäden
- Knochenschwund (Osteoporose) mit erhöhtem Bruchrisiko
- Magen- und Darmbeschwerden
- Herz-Kreislauf-Probleme
- Psychische Veränderungen wie Depressionen und Verwirrtheit
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung ist die Prognose sehr gut. Nach einer Operation sind die meisten Menschen dauerhaft beschwerdefrei. Auch ohne Operation lässt sich die Erkrankung bei sorgfältiger Kontrolle in vielen Fällen gut begleiten. Es gibt also keinen Grund zu Mutlosigkeit – Ihr medizinisches Team unterstützt Sie auf dem Weg.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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