Furunkel und Karbunkel – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Furunkel ist eine schmerzhafte, eitrige Entzündung eines Haarfollikels (der Wurzel eines Haares). Wenn mehrere benachbarte Haarfollikel gleichzeitig entzündet sind und die Entzündung zusammenfließt, spricht man von einem Karbunkel. Es entsteht eine gerötete, geschwollene, mit Eiter gefüllte Beule unter der Haut.
Wichtige Fakten
- Furunkel sind meist nicht gefährlich und heilen oft von allein.
- Man sollte nie versuchen, einen Furunkel selbst auszudrücken – das kann die Infektion verschlimmern.
- Wenn Fieber oder eine sich ausbreitende Rötung dazu kommt, ist ärztlicher Rat wichtig.
Ja, Furunkel kommen häufig vor. Viele Menschen haben mindestens einmal im Leben einen Furunkel. Karbunkel sind seltener.
Sie können in jedem Alter auftreten, häufiger aber bei jungen Erwachsenen und Männern. Auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Diabetes oder bestimmten Hauterkrankungen sind öfter betroffen.
Symptome
- Wenn sich die Rötung plötzlich stark ausbreitet oder ein roter Streifen in Richtung Körpermitte sichtbar wird
- Bei hohem Fieber über 39 Grad Celsius oder Schüttelfrost
- Bei Verwirrtheit, Herzrasen oder Atemnot
- Bei unerträglichen Schmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Wenn Fieber über 38 Grad Celsius auftritt
- ⚠Wenn Schwellung oder Rötung trotz selbstpflegender Maßnahmen zunehmen
- ⚠Wenn Sie Diabetes oder ein geschwächtes Immunsystem haben und einen Furunkel bemerken
- ⚠Wenn der Furunkel starke Schmerzen verursacht
Häufige Symptome
- Schmerzhafter, geröteter Knoten unter der Haut
- Eitergefüllte Spitze, die später aufbrechen kann
- Schwellung und Wärmegefühl an der betroffenen Stelle
- Möglicherweise leichtes Fieber oder Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern treten Furunkel oft an Stellen auf, die Reibung ausgesetzt sind, zum Beispiel an der Innenseite der Oberschenkel.
- Kinder können unruhig sein, weil der Knoten weh tut.
- Achten Sie darauf, dass Kinder nicht am Furunkel drücken oder kratzen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen heilt eine Hautinfektion oft langsamer.
- Fieber oder Schmerzen können weniger deutlich sein.
- Eine ärztliche Untersuchung ist früher sinnvoll, da das Risiko für Komplikationen höher sein kann.
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, meist Staphylococcus aureus (eine häufige Hautbakterie), gelangen durch eine kleine Hautverletzung in den Haarfollikel.
- Dort vermehren sie sich und verursachen eine eitrige Entzündung.
- Wenn mehrere benachbarte Follikel betroffen sind, verschmelzen sie zu einem Karbunkel.
Risikofaktoren
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Medikamente oder Krankheiten
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Übergewicht und starkes Schwitzen
- Reibung durch enge Kleidung an der Hautstelle
- Hauterkrankungen wie Ekzeme oder Akne
- Enger Kontakt zu Personen mit pustulösen Hautinfektionen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn sich der Knoten innerhalb von zwei Tagen nicht bessert
- Wenn Sie plötzlich Fieber bekommen
- Wenn sich die Rötung auf die Umgebung ausbreitet
- Wenn der Schmerz sehr stark wird
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Furunkel immer wiederkehren
- Wenn sich ein Furunkel im Gesicht befindet, vor allem in der Nasengegend, da dort das Risiko für Komplikationen erhöht ist
- Wenn Sie unsicher sind, was Sie tun sollen
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Ärztinnen und Ärzte erkennen einen Furunkel an der typischen Schwellung mit Eiterpunkt und den umgebenden Entzündungszeichen.
Mögliche Untersuchungen
- Ein Abstrich des Eiters kann im Labor untersucht werden, wenn die Infektion schwer or wiederkehrend ist.
- Bei bestimmten Anzeichen kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein, zum Beispiel um den Allgemeinzustand oder eine Diabetes-Erkrankung einzuordnen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Fachperson tastet die Stelle ab und fragt nach Vorerkrankungen, Medikamenten und Umständen im Alltag. Die Untersuchung ist meist unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Nachfragen sind ausdrücklich erwünscht.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, wie groß und wie ausgeprägt der Furunkel ist. Ein kleiner Furunkel lässt sich zu Hause behandeln. Bei größeren oder andauernden Entzündungen kann eine medizinische Behandlung mit Antibiotika – als Salbe oder als Tablette – nötig sein. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird das für Sie entscheiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Mehrmals täglich gut warme, feuchte Umschläge für etwa 10–15 Minuten auflegen.
- Die Stelle sauber halten und mit einem Pflaster abdecken.
- Auf keinen Fall selbst ausdrücken oder aufstechen.
- Nach jedem Kontakt mit der Stelle die Hände gründlich mit Seife waschen.
- Lockere, nicht scheuernde Kleidung tragen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund können ärztlich verschriebene Antibiotika eingesetzt werden. Diese werden als Salbe oder als Tabletten verordnet. Bei größeren Abszessen kann eine Ärztin oder ein Arzt die Eiterhöhle mit einem kleinen Schnitt öffnen und den Eiter ablassen. Das lindert Schmerzen und beschleunigt die Heilung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn sich ein Karbunkel oder ein sehr großer Furunkel nicht von selbst öffnet, ist ein kleiner chirurgischer Eingriff – die Eröffnung und Entleerung – in der Arztpraxis oder ambulanten Klinik meist der schnellste Weg zur Heilung.
Leben mit der Erkrankung
In den ersten Tagen ist der Furunkel oft schmerzhaft. Meiden Sie Druck, Reibung und enge Kleidung. Wechseln Sie Pflaster regelmäßig und achten Sie auf Hygiene, um die Bakterien nicht weiterzugeben.
Tipps für den Alltag
- Gönnen Sie sich Ruhe, wenn Sie sich schlapp fühlen.
- Halten Sie Ihre Haut sauber und trocken, besonders in Hautfalten.
- Teilen Sie Handtücher, Waschlappen und Rasierer nicht mit anderen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung kräftigt das Immunsystem und unterstützt die Heilung. Leichte Bewegung ist in der Regel in Ordnung, aber belastende Aktivitäten, die auf der betroffenen Stelle scheuern, sollten Sie vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sichtbare Furunkel können belastend sein. Es ist normal, dass man sich unsicher fühlt. Sprechen Sie mit einer Vertrauensperson, wenn Sie stark unter der Hauterscheinung leiden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen auch Anlaufstellen für psychologische Unterstützung nennen.
Vorbeugung
Gute Hygiene, zum Beispiel regelmäßiges Händewaschen, kann das Risiko verringern. Vermeiden Sie Hautverletzungen und teilen Sie persönliche Gegenstände wie Handtücher und Rasierer nicht mit anderen. Bei wiederholten Furunkeln ist es sinnvoll, nach einer Ursache zu suchen, etwa Diabetes oder ein geschwächtes Immunsystem.
Impfungen
Es gibt keinen speziellen Impfstoff gegen durch Bakterien verursachte Furunkel. Die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standardimpfungen, zum Beispiel gegen Tetanus, sind generell wichtig, bieten aber keinen direkten Schutz vor dieser Hautinfektion.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie häufiger Furunkel haben, wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt möglicherweise einen Blutzuckertest vorschlagen, um Diabetes auszuschließen oder zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Infektion kann sich in das umliegende Gewebe ausbreiten und eine Phlegmone (eine tiefe Entzündung der Haut und des Unterhautgewebes) verursachen.
- Bakterien können in die Blutbahn gelangen und eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.
- Nach dem Abheilen können Narben zurückbleiben.
Langzeitprognose
In den meisten Fällen heilen Furunkel und Karbunkel ohne bleibende Schäden. Selbst wenn eine ärztliche Behandlung oder ein kleiner Eingriff nötig ist, sind die Aussichten sehr gut. Mit guter Hygiene und – falls vorhanden – der Behandlung von Grunderkrankungen lassen sich Rückfälle meist verhindern.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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