Vulvitis: Entzündung im äußeren Intimbereich
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Vulvitis bedeutet, dass die Vulva entzündet ist. Die Vulva sind die äußeren Geschlechtsorgane der Frau – also die Hautfalten (Schamlippen) und der Bereich um den Scheideneingang. Eine Entzündung macht sich meist durch Jucken, Brennen und Rötung bemerkbar.
Wichtige Fakten
- Vulvitis ist unangenehm, aber meist nicht gefährlich.
- Die Auslöser sind vielfältig: Reizstoffe, Allergien oder Keime.
- Mit der richtigen Behandlung klingt sie in der Regel gut ab.
Ja. Die meisten Frauen haben mindestens einmal im Leben eine Entzündung im äußeren Intimbereich.
Vulvitis kann in jedem Alter auftreten. Häufig betrifft sie Frauen im gebärfähigen Alter, aber auch Mädchen und ältere Frauen können erkranken.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112: bei plötzlich starken Schmerzen oder einer stark schmerzhaften Schwellung
- Rufen Sie sofort den Notruf 112: bei hohem Fieber (über 38,5 °C) mit Schüttelfrost
- Rufen Sie sofort den Notruf 112: bei Blasen oder offenen Hautstellen, die sich schnell ausbreiten
- Rufen Sie sofort den Notruf 112: bei Kreislaufschwäche, Verwirrtheit oder einem roten Hautausschlag am ganzen Körper
- ⚠Anhaltendes Brennen oder Jucken, das den Alltag stört
- ⚠Unangenehm riechender oder grünlicher Ausfluss
- ⚠Schmerzen beim Wasserlassen, die nicht vergehen
- ⚠Rötung oder Schwellung, die sich ausbreitet
Häufige Symptome
- Juckreiz an den Schamlippen
- Rötung und Schwellung
- Brennen beim Wasserlassen
- Schmerzen bei Berührung
- eventuell ungewohnter Ausfluss
Symptome bei Kindern
- Juckreiz, besonders abends
- Rötung im Höschenbereich
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Kind drückt die Beine zusammen oder vermeidet die Toilette
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Trockenheit und Brennen
- Juckreiz ohne deutliche Rötung
- Schmerzen bei intimem Kontakt
- dünner, wässriger Ausfluss
Ursachen
Hauptursachen
- Hefepilze (eine Pilzinfektion), manchmal auch Bakterien
- Reizungen durch Seifen, Duftstoffe, Waschmittel oder Slipeinlagen
- Allergien zum Beispiel auf Latex oder Intimpflegeprodukte
- Hauterkrankungen wie Ekzeme oder Lichen sclerosus (eine entzündliche Hauterkrankung)
- Hormonveränderungen, besonders in den Wechseljahren
Risikofaktoren
- Enge Kleidung oder Unterwäsche aus synthetischen Fasern
- Starkes Waschen oder Intimsprays
- Behandlung mit Antibiotika (Medikamenten gegen Bakterien)
- Diabetes oder ein geschwächtes Immunsystem
- Häufig wechselnde Intimpflegeprodukte
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Schmerzen oder Fieber
- Wenn die Schwellung immer größer wird
- Wenn Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben
- Wenn sich rote Streifen auf der Haut bilden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Juckreiz oder Brennen länger als zwei Tage anhalten
- Wenn Sie wiederkehrende Beschwerden haben
- Wenn Sie unsicher sind, was die Beschwerden auslöst
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, Ihrem Lebensstil und möglichen Auslösern. Danach schaut sie oder er sich die Haut im äußeren Intimbereich genau an.
Mögliche Untersuchungen
- Abstrich, um Pilze oder Bakterien nachzuweisen
- Urintest, um eine Harnwegsinfektion auszuschließen
- Bei unklaren Hautveränderungen: eine kleine Hautprobe (Biopsie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist kurz und nicht schmerzhaft, auch wenn sie vielleicht unangenehm ist. Sie können vertrauensvoll mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen – Intimgesundheit ist ein wichtiges Thema.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. In vielen Fällen genügen milde Pflegemaßnahmen. Wenn eine Infektion vorliegt, gibt es gezielte Medikamente, die Sie als Creme, Salbe oder Zäpfchen anwenden.
Selbsthilfe zu Hause
- Waschen Sie den Intimbereich höchstens einmal täglich mit klarem Wasser, ohne Seife oder Duschgel
- Verzichten Sie auf parfümierte Produkte wie Slipeinlagen oder Intimsprays
- Tragen Sie luftige Baumwollunterwäsche und meiden Sie enge Hosen
- Trocknen Sie die Haut nach dem Waschen gut ab – am besten durch sanftes Tupfen
- Kalte Umschläge oder ein kühles, feuchtes Tuch können den Juckreiz lindern
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache verschreibt die Ärztin oder der Arzt geeignete Medikamente zum Auftragen oder Einführen, zum Beispiel Cremes gegen Pilze oder Medikamente gegen Bakterien. Auch kühlende oder entzündungshemmende Salben sind möglich. Die AWMF-Leitlinien zur Behandlung von Intiminfektionen empfehlen, die Therapie auf die genaue Ursache abzustimmen. Nehmen Sie Medikamente immer genau so an, wie sie verordnet wurden.
Leben mit der Erkrankung
Vulvitis ist meist gut behandelbar. Mit einer sanften Pflege und einigen Gewohnheitsänderungen können Sie viel dafür tun, dass die Beschwerden abklingen und nicht wiederkommen.
Tipps für den Alltag
- Bevorzugen Sie lockere, atmungsaktive Kleidung
- Wechseln Sie Unterwäsche täglich und waschen Sie sie mit einem milden, parfümfreien Waschmittel
- Benutzen Sie im Alltag keine parfümierten Intimprodukte
- Trocknen Sie sich nach dem Duschen immer gut ab
- Versuchen Sie, sich nicht zu kratzen, auch wenn es schwerfällt
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und ausreichend Wasser unterstützt das Immunsystem. Körperliche Bewegung in luftiger Kleidung hält den Körper fit und kann Stress abbauen. Bei wiederkehrenden Pilzinfektionen kann es helfen, auf stark zuckerhaltige Speisen zu achten – sprechen Sie dazu mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltender Juckreiz oder Schmerz können sehr belasten und den Schlaf stören. Scheuen Sie sich nicht, das Thema anzusprechen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nimmt das ernst und kann Sie zum Beispiel bei Entspannungstechniken oder Beratung unterstützen.
Vorbeugung
Nicht jede Vulvitis ist vermeidbar, aber Sie können das Risiko senken: durch milde Intimpflege, atmungsaktive Kleidung und den Verzicht auf reizende Produkte.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Infektionen können sich auf die Scheide oder die Harnwege ausbreiten.
- Manche Hauterkrankungen können Narben oder Verfärbungen hinterlassen.
- Lange anhaltende Beschwerden können das Wohlbefinden und die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung klingt Vulvitis meist gut ab. Wenn Sie frühzeitig ärztlichen Rat einholen, können Sie die Beschwerden erfolgreich lindern und einer Verschlimmerung vorbeugen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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