Mastitis – Entzündung der Brust
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Mastitis ist eine Entzündung der Brustdrüse. Sie tritt am häufigsten beim Stillen auf, kann aber auch unabhängig davon vorkommen. Die Brust schmerzt, ist gerötet, geschwollen und fühlt sich oft heiß an. Meist ist eine Mastitis gut behandelbar.
Wichtige Fakten
- Die Entzündung entsteht oft durch Bakterien, die über kleine Risse in der Brustwarze eindringen.
- Beim Stillen hilft häufiges Entleeren der Brust, um den Milchstau zu lösen.
- Mit ärztlicher Behandlung heilt eine Mastitis meist folgenlos aus.
Ja, Mastitis ist recht häufig. Etwa jede zehnte stillende Frau erlebt im ersten Jahr nach der Geburt eine Mastitis.
Hauptsächlich betrifft die Mastitis stillende Frauen. Sie kann aber auch bei nicht stillenden Frauen, seltener auch bei Männern und Kindern, auftreten – etwa durch eine Entzündung der Brustwarze oder im Rahmen anderer Erkrankungen.
Symptome
- Wenn zu Fieber und Brustschmerzen Verwirrtheit, starkes Krankheitsgefühl, Atemnot oder ein rascher Verfall auftritt, kann eine Blutvergiftung vorliegen – sofort die 112 anrufen.
- Wenn sich die Rötung innerhalb weniger Stunden über einen großen Teil der Brust ausbreitet.
- ⚠Anhaltendes Fieber über 38,5 °C
- ⚠Sehr starke Schmerzen in der Brust
- ⚠Eitriger Ausfluss aus der Brustwarze
- ⚠Schwellung, die trotz Maßnahmen nicht zurückgeht
Häufige Symptome
- Schmerz in der Brust
- Rötung und Überwärmung der Haut
- Schwellung der Brust
- Grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit
- Ausfluss aus der Brustwarze, manchmal eitrig
Symptome bei Kindern
- Bei Säuglingen kann die Brustdrüse durch hormonelle Umstellung kurz nach der Geburt anschwellen. Das ist meist harmlos.
- Eine echte Mastitis bei Kindern ist selten und zeigt sich durch Rötung, Schwellung, Schmerz und Fieber.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch ältere Frauen können eine Mastitis entwickeln, insbesondere bei Hautveränderungen oder Grunderkrankungen.
- Eine plötzliche Rötung, Schwellung oder Einziehung der Brustwarze sollte ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien – meist Staphylokokken – die durch feine Risse oder wunde Stellen der Brustwarze eindringen
- Milchstau, wenn die Brust nicht ausreichend entleert wird
- Entzündungen außerhalb der Stillzeit durch Bakterien oder im Zusammenhang mit Grunderkrankungen
Risikofaktoren
- Stillen, besonders in den ersten Wochen nach der Geburt
- Risse oder wunde Brustwarzen
- Unregelmäßiges oder seltenes Anlegen
- Geschwächtes Immunsystem
- Rauchen, da es die Durchblutung verschlechtert und Entzündungen begünstigt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Fieber über 38 °C zusammen mit Brustschmerzen
- Wenn sich der Zustand trotz Hausmitteln innerhalb von 24 Stunden verschlechtert
- Bei eitrigem Ausfluss aus der Brustwarze
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Brustschmerzen oder Rötung länger als zwei Tage bestehen
- Wenn Sie unsicher sind, ob die Beschwerden eine Mastitis sind
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und untersucht die Brust. Dabei beurteilt sie oder er Rötung, Schwellung und Druckempfindlichkeit. Häufig wird zusätzlich ein Ultraschall gemacht, um die Ursache genauer zu erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Abtasten der Brust
- Ultraschall der Brust, um einen Abszess (abgekapselte Eiteransammlung) zu erkennen
- Bei unklaren Fällen: Abstrich vom Wundsekret oder Blutuntersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist schmerzarm und dauert nur wenige Minuten. Sie können sich entspannt darauf einlassen. Die Ärztin oder der Arzt erklärt jeden Schritt und bespricht gemeinsam mit Ihnen das weitere Vorgehen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Bei einer stillbedingten Mastitis hilft oft schon häufiges Entleeren der Brust. Bei einer bakteriellen Infektion wird eine Antibiotika-Therapie verordnet. Die Behandlung orientiert sich unter anderem an den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Selbsthilfe zu Hause
- Weiter stillen oder abpumpen, damit die Brust nicht zu voll wird
- Vor dem Stillen warme Umschläge auflegen – das fördert den Milchfluss; danach kühlen, um Schwellung und Schmerz zu lindern
- Viel trinken und ausreichend Ruhe gönnen
- Die Brustwarzen sanft pflegen und auf saubere Wundheilung achten
Medizinische Behandlungen
Wenn Bakterien die Ursache sind, verordnet die Ärztin oder der Arzt ein Antibiotikum, das auch in der Stillzeit verträglich ist. Schmerzlindernde Medikamente können zusätzlich helfen. Nehmen Sie Medikamente immer nur in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn sich ein Abszess (eine Eiterhöhle) gebildet hat, muss dieser punktiert oder in einem kleinen Eingriff geöffnet werden. Dies geschieht örtlich betäubt und ist meist schnell überstanden.
Leben mit der Erkrankung
Während einer Mastitis sollten Sie es ruhig angehen lassen. Der Körper braucht Zeit zur Heilung. Bei stillenden Frauen ist das regelmäßige Entleeren der Brust Teil der Behandlung – das kann anstrengend sein, hilft aber, den Stau zu lösen.
Tipps für den Alltag
- Auf das Rauchen verzichten oder reduzieren, da das die Durchblutung und Heilung verbessert
- Einen gut sitzenden, nicht zu engen Büstenhalter tragen
- Für ausreichend Schlaf und Entspannung sorgen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ausreichend Flüssigkeit unterstützt das Immunsystem. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist erlaubt, anstrengender Sport sollte bei akuter Entzündung eine Weile pausieren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schmerzen und mögliche Stillprobleme können belasten. Es ist normal, sich angespannt, traurig oder sorgenvoll zu fühlen. Sprechen Sie offen mit Ihrer Hebamme, Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber – Sie müssen damit nicht allein bleiben.
Vorbeugung
Nicht immer lässt sich eine Mastitis verhindern, aber Sie können das Risiko senken: Entleeren Sie die Brust regelmäßig und vollständig, achten Sie auf wunde Brustwarzen und suchen Sie frühzeitig Hilfe bei Stillproblemen.
Impfungen
Gegen die typische Mastitis gibt es keine vorbeugende Impfung.
Früherkennungsprogramme
Bei wiederkehrenden oder unklaren Brustbeschwerden kann eine ärztliche Kontrolle mit Ultraschall sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Es kann sich ein Abszess bilden, der punktiert oder chirurgisch geöffnet werden muss.
- Die Entzündung kann sich auf umliegendes Gewebe ausbreiten.
- In seltenen Fällen kann eine Blutvergiftung (Sepsis) entstehen.
- Bei chronischem Verlauf können kleine Fistelgänge entstehen.
Langzeitprognose
Die meisten Mastitis-Fälle heilen innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Mit der richtigen Behandlung und guter Pflege bleiben dauerhafte Schäden oder Folgen für das Stillen selten. Auch nach einem Abszess ist die Prognose weiterhin gut.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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