Keuchhusten (Pertussis) – Ursachen, Symptome und Behandlung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Keuchhusten (Pertussis) ist eine ansteckende Infektion der Atemwege, die durch Bakterien ausgelöst wird. Sie führt zu anhaltenden Hustenanfällen, die oft mit einem typischen ziehenden Geräusch beim Einatmen einhergehen.
Wichtige Fakten
- Keuchhusten wird durch Bakterien verursacht und ist sehr ansteckend.
- Die Krankheit beginnt meist wie ein harmloser Erkältungshusten.
- Die Hustenanfälle können mehrere Wochen bis Monate andauern.
- Besonders gefährlich ist Keuchhusten bei Babys und älteren Menschen.
- Eine Impfung kann vor Keuchhusten schützen, aber der Schutz nimmt mit den Jahren ab.
Ja, Keuchhusten kommt in Deutschland häufig vor. Auch Erwachsene können sich trotz Impfung anstecken, weil der Impfschutz im Laufe der Zeit nachlässt.
Keuchhusten kann in jedem Alter auftreten. Besonders betroffen sind ungeimpfte Babys und Kleinkinder, aber auch Erwachsene mit nachlassendem Impfschutz. Für Säuglinge unter sechs Monaten kann die Infektion lebensbedrohlich sein.
Symptome
- Atemaussetzer oder stockende Atmung, besonders bei Babys
- Bläuliche Haut oder bläuliche Lippen
- Schwere Atemnot, bei der die Person kaum zu Luft kommt
- Bewusstlosigkeit oder starke Benommenheit
- ⚠Hohes Fieber, das nicht sinkt
- ⚠Hustenanfälle mit Erbrechen, die zu viel Flüssigkeitsverlust führen
- ⚠Kreislaufprobleme oder Schwäche
- ⚠Zeichen einer Lungenentzündung wie schnelle oder schmerzhafte Atmung
Häufige Symptome
- Zuerst erkältungsähnliche Symptome wie Schnupfen, Husten und leichtes Fieber.
- Nach ein bis zwei Wochen beginnen starke, anfallsartige Hustenstöße.
- Beim Einatmen nach einem Hustenanfall ist oft ein ziehendes Geräusch zu hören.
- Während oder nach dem Husten kann Schleim erbrochen werden.
- Die Hustenanfälle sind nachts oft schlimmer.
Symptome bei Kindern
- Säuglinge können Atemaussetzer haben, die besonders gefährlich sind.
- Babys werden beim Husten manchmal blau um den Mund oder im Gesicht.
- Das typische ziehende Geräusch fehlt bei Säuglingen oft.
- Kleinkinder können sich beim Husten übergeben und erschöpft wirken.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Der Husten hält oft lange an, manchmal über mehrere Monate.
- Typische Hustenanfälle sind möglich, aber das ziehende Geräusch bleibt oft aus.
- Durch den starken Husten können Rippen schmerzen oder sogar Prellungen entstehen.
- Die Betroffenen fühlen sich erschöpft und schlafen schlecht.
Ursachen
Hauptursachen
- Keuchhusten wird durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht.
- Die Bakterien werden durch feinste Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen.
- Die Erreger setzen sich an den Schleimhäuten der Atemwege fest und erzeugen Giftstoffe, die die Atemwege reizen.
- Die Ansteckung erfolgt meist durch engen Kontakt mit erkrankten Personen.
Risikofaktoren
- Zu wenige oder keine Impfungen gegen Keuchhusten
- Abstand zur letzten Impfung ist mehr als zehn Jahre her
- Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kitas
- Geschwächtes Immunsystem
- Ungeimpfte Säuglinge in einem Haushalt mit Erwachsenen, die husten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Hustenanfälle, die länger als zwei Wochen anhalten
- Verschlechterung des Allgemeinzustands oder hohes Fieber
- Atemnot oder Schmerzen beim Atmen
- Bläuliche Verfärbung von Lippen oder Haut
- Säuglinge mit Husten, Atemaussetzern oder Trinkverweigerung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltender Husten nach Kontakt zu einer Person mit Keuchhusten
- Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen und Husten haben
- Wenn Sie in einem Haushalt mit Säuglingen oder ungeimpften Kindern leben und husten
- Nachfrage zu Impfstatus und Auffrischungsimpfung
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist anhand der typischen Krankengeschichte und der Beschreibung der Hustenanfälle. Zusätzlich können Laboruntersuchungen durchgeführt werden, um die Erreger nachzuweisen.
Mögliche Untersuchungen
- Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum (PCR-Test) in den ersten Wochen der Erkrankung
- Blutuntersuchung auf Antikörper gegen Keuchhusten-Bakterien, besonders später im Verlauf
- Bei komplizierten Verläufen kann ein Röntgenbild der Lunge sinnvoll sein
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie zu Dauer, Art und Auslösern des Hustens fragen. Lassen Sie sich Zeit und schildern Sie Ihre Beschwerden genau. Falls ein Abstrich nötig ist, wird sanft ein dünner Tupfer in die Nase eingeführt – das ist unangenehm, aber nur kurz. Bei Babys kann eine stationäre Aufnahme zur Beobachtung sinnvoll sein.
Behandlung
Die Behandlung von Keuchhusten besteht vor allem aus körperlicher Schonung, ausreichend Flüssigkeit und bei Bedarf Medikamenten gegen die Bakterien. Diese Medikamente können die Krankheitsdauer verkürzen und die Ansteckungsgefahr verringern, wenn sie früh genug gegeben werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken, am besten Wasser oder ungesüßte Tees, um den Schleim zu lösen
- Bettruhe und Schonung, damit der Körper sich erholen kann
- Kleine, häufige Mahlzeiten statt großer Portionen, um Husten nach dem Essen zu vermeiden
- Staub, Rauch und trockene Luft meiden, da sie den Hustenreiz verstärken
- Auf engen Kontakt zu anderen Menschen verzichten, bis die Ansteckungsgefahr vorbei ist
Medizinische Behandlungen
Ob eine Behandlung mit Antibiotika nötig ist, entscheidet allein der Arzt. Früher Einsatz kann die Krankheit abkürzen und schwere Verläufe verhindern. Bei kleinen Kindern oder schweren Verläufen kann eine Behandlung im Krankenhaus mit Sauerstoffgabe und Überwachung notwendig sein.
Leben mit der Erkrankung
Solange Sie ansteckend sind, sollten Sie zu Hause bleiben und den Kontakt zu Babys, Schwangeren und ungeimpften Personen meiden. Wenn Sie sich erholen, halten Sie die Hustenanfälle kurz: Bewegen Sie sich nach einem Anfall ruhig weiter und atmen Sie langsam durch die Nase ein.
Tipps für den Alltag
- Auf rauchige Räume und Luftschadstoffe verzichten
- Bei Rauchern ist eine Rauchentwöhnung oder zumindest eine Rauchpause während der Erkrankung empfehlenswert
- Regelmäßiges Händewaschen und Lüften der Räume schützt Kontaktpersonen
- Lassen Sie sich nach der Erkrankung den Impfstatus auffrischen
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Vermeiden Sie schwer verdauliche oder sehr kalte Speisen, die Hustenreiz auslösen können. Bewegung ist während der akuten Phase nicht empfehlenswert – erst nach Abklingen der Beschwerden und nach Rücksprache mit dem Arzt können Sie langsam mit leichter Bewegung starten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der lange Husten und die Isolation können sehr belastend sein. Sie können sich müde und erschöpft fühlen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder Freunden über Ihre Gefühle – oder suchen Sie das Gespräch zu Ihrem Hausarzt.
Vorbeugung
Ja, die wichtigste Schutzmaßnahme ist die Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Keuchhusten-Impfung für alle Kinder sowie eine Auffrischung für Erwachsene, insbesondere für enge Kontaktpersonen von Säuglingen. Außerdem helfen einfache Hygieneregeln wie Händewaschen und das Meiden von Erkrankten.
Impfungen
Die Keuchhusten-Impfung wird als Kombinationsimpfung verabreicht, zum Beispiel zusammen mit Tetanus und Diphtherie. Je nach Impfstoff und Alter sind mehrere Teilimpfungen nötig. Lassen Sie sich am besten in Ihrer Hausarztpraxis oder beim Kinderarzt beraten. Die genauen Empfehlungen der STIKO finden Sie auch von Ihrem Arzt erläutert.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei Säuglingen kann Keuchhusten zu Atemstillstand, Lungenentzündung oder sogar Hirnschäden führen.
- Durch heftige Hustenanfälle können Prellungen an den Rippen oder ein Leistenbruch entstehen.
- Häufiges Erbrechen kann zu Gewichtsverlust und Flüssigkeitsmangel führen.
- Mittelohrentzündung oder Nasenbluten können auftreten.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und guten Pflege heilt Keuchhusten bei den meisten Menschen vollständig aus. Besonders Säuglinge und ältere Menschen sollten aber schnell ärztlich behandelt werden. Die Dauer der Erkrankung kann lang erscheinen, aber die meisten Betroffenen werden wieder ganz gesund.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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