Photokeratitis: Sonnenbrand im Auge
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Photokeratitis ist eine schmerzhafte Entzündung der Augenhornhaut. Sie entsteht, wenn das Auge zu viel ultraviolettes Licht (UV-Licht) bekommt – zum Beispiel von der Sonne oder von Schweißgeräten. Man kann es sich wie einen Sonnenbrand vorstellen, nur eben auf dem Auge. Die Beschwerden klingen meist von selbst wieder ab.
Wichtige Fakten
- Die Hornhaut ist die klare, gewölbte Schicht ganz vorne am Auge.
- UV-Licht schädigt die obersten Zellen der Hornhaut.
- Die Beschwerden beginnen oft erst einige Stunden nach der UV-Exposition.
- Normalerweise ist die Heilung vollständig und dauert ein bis zwei Tage.
Photokeratitis ist nicht selten. Besonders häufig tritt sie beim Skifahren, Bergsteigen oder am Strand auf, wenn viel UV-Licht von Schnee, Wasser oder Sand ins Auge gespiegelt wird.
Sie kann jede Person treffen, die ihre Augen ohne ausreichenden Schutz dem UV-Licht aussetzt. Besonders betroffen sind Skifahrer, Bergwanderer, Menschen in sonnigen Regionen und Personen, die mit Schweißgeräten oder UV-Lampen arbeiten.
Symptome
- Plötzliche, schwere Sehverschlechterung oder Blindheit
- Starke Schmerzen, die trotz einfacher Maßnahmen nicht nachlassen
- Verletzung des Auges, z. B. durch einen Fremdkörper oder eine Chemikalie
- ⚠Anhaltende Schmerzen über mehr als zwei Tage
- ⚠Eiter oder gelblicher Ausfluss aus dem Auge
- ⚠Wenn die Augenlider stark geschwollen sind
- ⚠Wenn Sie schon einmal eine Augenkrankheit hatten
Häufige Symptome
- Augenschmerzen, oft wie ein Brennen
- Rötung der Augen
- Tränende Augen
- Gefühl, als hätte man Sand oder Staub im Auge
- Lichtempfindlichkeit
- Verschwommenes Sehen
- Lidschwellung
Ursachen
Hauptursachen
- Direkte Sonnenstrahlung (insbesondere UV-B-Strahlen)
- Grelle Sonne, die auf Schnee, Eis, Wasser oder Sand trifft und ins Auge gestrahlt wird
- UV-Lampen (z. B. im Solarium oder in der Medizintechnik)
- Schweißarbeiten oder andere Arbeiten mit Lichtbögen
Risikofaktoren
- Aufenthalt in großen Höhen (dünnere Atmosphäre, mehr UV-Strahlung)
- Heller, reflektierender Untergrund wie Schnee oder Wasser
- Lange Zeit im Freien ohne Sonnenbrille
- Arbeiten mit UV-Strahlern oder Schweißgeräten
- Medikamente, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen – fragen Sie bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nach
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Fremdkörper im Auge stecken könnte
- Wenn Sie sehr starke Schmerzen haben
- Wenn Sie plötzlich schlechter sehen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen nicht besser werden
- Wenn Sie sich unsicher sind, ob die Augen verletzt sind
- Wenn Sie regelmäßig an UV-Strahlung arbeiten und Ihre Augen schmerzen
Diagnose
Die Diagnose stellt in der Regel eine Ärztin oder ein Arzt – oft in einer Praxis für Allgemeinmedizin oder Augenheilkunde. Sie fragt nach Ihren Beschwerden und der Situation, in der die Augen schmerzten. Danach schaut sie mit einer Spaltlampe in Ihre Augen. Das ist ein Gerät, mit dem man die Hornhaut und das Augeninnere gut untersuchen kann.
Mögliche Untersuchungen
- Untersuchung mit der Spaltlampe
- Sehtest
- Benetzung der Augen mit einem Farbstoff (Fluoreszein), um geschädigte Stellen sichtbar zu machen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzlos. Vielleicht fühlt sich das Auge etwas gereizt an. Eine betäubende Probe-Tropfenlösung kann helfen, besser aufschauen zu können. Nach der Untersuchung können Sie direkt wieder nach Hause, meist sind keine Proben oder Bluttests nötig.
Behandlung
Photokeratitis heilt meist von allein. Das Ziel der Behandlung ist, die Beschwerden zu lindern und die Augen zu schützen, während sie sich erholen.
Selbsthilfe zu Hause
- Ziehen Sie sich in einen dunklen Raum zurück
- Ruhe bewahren und die Augen geschlossen halten
- Kühle, feuchte Kompressen auf die geschlossenen Augen legen
- Tragen Sie eine Sonnenbrille, wenn Sie nach draußen müssen
- Benetzende (feuchtigkeitsspendende) Augentropfen ohne Konservierungsstoffe können aus der Apotheke helfen – fragen Sie dort nach
- Nehmen Sie keine Schmerzmittel ohne ärztliche Absprache – lassen Sie sich in der Apotheke beraten
Medizinische Behandlungen
In der ärztlichen Praxis werden oft keine speziellen Medikamente benötigt. Gegen starke Schmerzen oder Entzündungen kann die Ärztin oder der Arzt für kurze Zeit entzündungshemmende Augentropfen verschreiben. Antibiotische Tropfen kommen nur zum Einsatz, wenn eine Infektion dazugekommen ist. Die Heilung selbst wird dadurch nicht beschleunigt – die Zeit allein macht es.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Photokeratitis nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Solange die Augen schmerzen, ist es am besten, viel zu blinzeln, das Licht zu meiden und dem Körper Ruhe zu geben. Nutzen Sie eine Sonnenbrille, wenn Sie doch aufstehen müssen. In aller Regel finden Sie sich nach zwei Tagen im Alltag wieder normal zurecht.
Tipps für den Alltag
- Schützen Sie Ihre Augen bei viel Sonne immer mit einer qualitativ hochwertigen Sonnenbrille mit UV-Filter
- Beim Schleifen, Schweißen oder Arbeiten mit UV-Lampen stets spezielle Schutzbrillen tragen
- Kontaktlinsen gegebenenfalls herausnehmen, wenn die Augen gereizt sind
Ernährung und Bewegung
Besondere Regeln bei der Ernährung gibt es nicht. Leichte Bewegung tut gut, jedoch sollten Sie bei heller Sonne den Aufenthalt im Freien kurz halten. Trinken Sie ausreichend, damit die Augen gut durchfeuchtet sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Auch wenn die Krankheit kurz ist, kann sie unangenehm und beängstigend sein – besonders, wenn das Sehen kurzfristig verschwommen ist. Vertrauen Sie darauf, dass die Beschwerden vorübergehen. Wenn Sie sich sehr unwohl fühlen und Angst haben, sprechen Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Vorbeugung
Ja. Photokeratitis ist zu fast 100 % vermeidbar. Tragen Sie im Freien bei hellem Licht eine Sonnenbrille mit UV-Schutz (UV-400). Schützen Sie die Augen bei Arbeiten mit UV-Strahlern oder Schweißgeräten immer mit speziellen Schutzbrillen. Auch im Schatten kann helle Umgebung UV-Licht ins Auge reflektieren.
Impfungen
Keine Impfung schützt vor Photokeratitis. Der Schutz kommt ausschließlich von UV-blockierenden Brillen und dem richtigen Verhalten.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Reihenuntersuchung für Photokeratitis. Wer jedoch regelmäßig mit UV-Licht arbeitet, sollte einmal im Jahr eine augenärztliche Vorsorge wahrnehmen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Hornhaut kann sich ohne Behandlung innerhalb von zwei Tagen erholen, aber bei wiederholter oder sehr starker Einwirkung können langfristig Zellen geschädigt bleiben.
- Das Risiko für Augenoberflächenerkrankungen oder einen Grauen Star könnte durch zu viel UV-Strahlung insgesamt steigen.
Langzeitprognose
Die Prognose ist sehr gut. Nach einem einmaligen Ereignis heilt die Photokeratitis in den meisten Fällen ohne sichtbare Narben. Vollständige Erholung des Sehens ist die Regel. Bei wiederholter, starker UV-Strahlung ist es wichtig, konsequent zu schützen, um langfristige Augenschäden zu vermeiden.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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