Atypische duktale Hyperplasie (ADH) – gutartige Veränderung mit erhöhtem Brustkrebsrisiko
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die atypische duktale Hyperplasie (ADH) ist eine gutartige Veränderung im Brustgewebe. In den Milchgängen der Brust wachsen vermehrt Zellen, die in Form und Größe von normalen Zellen abweichen. Diese Veränderung ist kein Krebs, sie erhöht jedoch das Risiko, später an Brustkrebs zu erkranken.
Wichtige Fakten
- ADH ist keine Krebserkrankung, aber ein Risikofaktor.
- Die Veränderung wird meist zufällig bei einer Gewebeprobe (Biopsie) entdeckt.
- Eine Behandlung ist möglich, zum Beispiel eine kleine Operation, um die Stelle zu entfernen.
- Nach der Diagnose sind regelmäßige ärztliche Kontrollen wichtig.
Es ist nicht selten, aber auch nicht sehr häufig. Bei etwa 1 bis 2 von 100 Brustbiopsien wird ADH gefunden.
Betroffen sind fast ausschließlich Frauen, meist im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Sehr selten kann auch ein Mann betroffen sein.
Symptome
- Starke Brustschmerzen mit Atemnot, Übelkeit oder Kreislaufproblemen – davon können auch andere Ursachen wie ein Herzproblem zugrunde liegen. Rufen Sie sofort die 112.
- ⚠Ein neu aufgetretener Knoten oder eine sichtbare Hautveränderung an der Brust sollte noch am selben Tag ärztlich abgeklärt werden.
- ⚠Fieber mit Rötung und Überwärmung der Brust kann auf eine Entzündung hinweisen – suchen Sie am selben Tag eine Praxis oder eine Notfallambulanz auf.
Häufige Symptome
- Die ADH selbst verursacht in der Regel keine Beschwerden.
- Sie wird oft zufällig bei einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt.
Symptome bei Kindern
- ADH kommt bei Kindern praktisch nicht vor.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen wird ADH selten neu festgestellt. Das erhöhte Brustkrebsrisiko bleibt jedoch bestehen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Es liegt ein vermehrtes Wachstum von Zellen in den Milchgängen vor, die nicht mehr ganz normal aussehen.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Alter über 40 Jahre
- Brustkrebs in der Familie (insbesondere bei Verwandten ersten Grades)
- Frühere gutartige Brusterkrankungen mit Zellveränderungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Neue Knoten oder Verhärtungen in der Brust
- Einziehungen der Haut oder der Brustwarze
- Blutiger oder wässriger Ausfluss aus der Brustwarze
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn ADH bereits diagnostiziert wurde, sollten Sie die empfohlenen Kontrolltermine einhalten und bei Fragen rechtzeitig einen Termin vereinbaren.
Diagnose
ADH wird in der Regel durch eine Biopsie gefunden. Dabei entnimmt die Ärztin oder der Arzt mit einer Hohlnadel eine kleine Gewebeprobe aus der Brust. Diese wird mikroskopisch untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall der Brust
- Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust)
- Gewebeprobe (Biopsie)
- Magnetresonanztomographie (MRT) in bestimmten Fällen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Biopsie wird ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nach dem Eingriff können Sie in der Regel nach Hause gehen. Die Auswertung dauert einige Tage. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht das Ergebnis ausführlich mit Ihnen.
Behandlung
Meist wird die veränderte Stelle operativ entfernt, auch wenn sie gutartig ist. Das senkt das Brustkrebsrisiko nicht vollständig, ermöglicht aber eine genaue Untersuchung des gesamten Gewebes.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie regelmäßig an den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen teil.
- Achten Sie auf Veränderungen Ihrer Brust und tasten Sie sie regelmäßig ab.
- Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihr persönliches Risiko und mögliche Maßnahmen.
Medizinische Behandlungen
In bestimmten Fällen können Medikamente eingesetzt werden, die das Risiko für Brustkrebs senken. Dies sind sogenannte selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren. Die Entscheidung hierfür trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen nach gründlicher Abwägung von Nutzen und Risiken. Konkrete Medikamente werden hier nicht genannt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Meist wird eine kleine Operation (Exzisionsbiopsie) empfohlen, bei der das gesamte veränderte Gewebe entfernt wird. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung.
Leben mit der Erkrankung
ADH verändert Ihren Alltag nur wenig. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen und eine achtsame Selbstwahrnehmung Ihrer Brust.
Tipps für den Alltag
- Bewegung und Sport unterstützen das körperliche und seelische Wohlbefinden.
- Alkohol in Maßen konsumieren oder möglichst darauf verzichten.
- Nicht rauchen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sowie regelmäßige Bewegung können das allgemeine Krebsrisiko senken. Empfehlenswert sind zum Beispiel mindestens 30 Minuten zügiges Gehen an den meisten Tagen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose ADH kann verunsichern und Ängste auslösen. Es ist wichtig zu wissen: ADH ist kein Krebs. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Sorgen – das hilft oft.
Vorbeugung
ADH selbst kann man nicht gezielt vorbeugen. Sie können aber das allgemeine Brustkrebsrisiko senken: durch einen gesunden Lebensstil und die Teilnahme an den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen ADH.
Früherkennungsprogramme
Nehmen Sie die Mammographie-Screening-Angebote wahr, zu denen Sie von Ihrer Krankenkasse eingeladen werden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie zu den für Sie empfohlenen Kontrollintervallen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt bleibt das erhöhte Brustkrebsrisiko bestehen.
- In seltenen Fällen kann sich an der Stelle ein bösartiger Tumor entwickeln.
Langzeitprognose
Die Prognose ist gut. Die meisten Frauen mit ADH erkranken nie an Brustkrebs. Durch regelmäßige Kontrollen und einen gesunden Lebensstil können Sie Ihr Risiko aktiv beeinflussen. Sollte dennoch ein Brustkrebs entstehen, ist er bei frühzeitiger Erkennung sehr gut heilbar.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Krebsinformationsdienst ↗ · Deutschland
- Frauenselbsthilfe nach Krebs ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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