Blasensteine – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Blasensteine sind harte, steinartige Ablagerungen, die sich in der Harnblase bilden. Sie bestehen aus Mineralien und Salzen, die im Urin auskristallisieren. Meistens sind sie klein wie Sandkörner, können aber auch größer werden und Beschwerden verursachen.
Wichtige Fakten
- Blasensteine können Schmerzen beim Wasserlassen verursachen.
- Sie entstehen häufig bei nicht vollständig entleerter Blase.
- Mit ausreichend Trinken lässt sich das Risiko senken.
- Viele kleine Steine gehen von selbst ab, größere brauchen manchmal eine Behandlung.
Blasensteine sind in Deutschland deutlich seltener geworden. Sie treten vor allem bei älteren Männern auf, aber auch Frauen und Kinder können betroffen sein.
Besonders häufig sind Männer über 50 Jahre, da eine vergrößerte Prostata den Harnabfluss behindern kann. Auch Menschen mit chronischen Harnwegsinfekten oder mit einem Blasenkatheter haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Kein Urin mehr lassen können (Harnverhalt)
- Starke Schmerzen im Bauch oder Rücken
- Fieber und Schüttelfrost
- Bewusstseinsstörung
- ⚠Blut im Urin
- ⚠Anhaltende Schmerzen beim Wasserlassen
- ⚠Ständiger Harndrang mit nur wenig Urin
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Häufiger Harndrang
- Blut im Urin
- Schmerzen im Unterbauch
- Unterbrochener Harnstrahl
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen
- Einnässen
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Trüber oder übelriechender Urin
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Plötzlicher Harndrang
- Schwacher Harnstrahl
- Blut im Urin
- Harnverhalt (kein Wasserlassen möglich)
Ursachen
Hauptursachen
- Nicht vollständige Entleerung der Blase
- Zu wenig Flüssigkeit – konzentrierter Urin
- Harnwegsinfektionen
- Fremdkörper in der Blase, zum Beispiel ein Blasenkatheter
- Vergrößerte Prostata beim Mann
Risikofaktoren
- Männliches Geschlecht und höheres Alter
- Bewegungsmangel
- Ernährung mit viel oxalatreichen Lebensmitteln wie Spinat oder Rhabarber
- Stoffwechselerkrankungen wie Gicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Blut im Urin bemerken
- Wenn Sie starke Schmerzen im Bauch oder Rücken haben
- Wenn Sie Fieber haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt Beschwerden beim Wasserlassen haben
- Wenn Sie den Verdacht auf Blasensteine haben
Diagnose
Der Arzt fragt zunächst nach Ihren Beschwerden und untersucht Sie. Dabei tastet er den Bauch ab und prüft, ob die Blase schmerzt. Anschließend werden Urin und Blut im Labor untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung auf Blut und Entzündungszeichen
- Ultraschall der Blase und der Nieren
- Röntgen oder Computertomographie (CT)
- Blutuntersuchung zur Überprüfung der Nierenwerte
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern meist nicht lange. Beim Ultraschall müssen Sie eine volle Blase haben. Trinken Sie daher vorher ausreichend und gehen Sie erst nach der Untersuchung zur Toilette.
Behandlung
Die Behandlung hängt von Größe, Lage und Beschwerden der Steine ab. Kleine Steine gehen oft von alleine ab. Bei größeren Steinen helfen verschiedene Verfahren. Ärztinnen und Ärzte orientieren sich dabei an den aktuellen Leitlinien, zum Beispiel der AWMF und der Deutschen Gesellschaft für Urologie.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken – mindestens 2 bis 2,5 Liter pro Tag
- Auf Toilettengänge nicht verzichten – die Blase regelmäßig entleeren
- Wärme auf dem Unterbauch kann Krämpfe lindern
- Bei Schmerzen den Arzt um Rat fragen – nicht selbst Medikamente einnehmen
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Ihnen Schmerzmittel empfehlen, um die Beschwerden zu lindern. Es gibt auch Medikamente, die das Abgehen der Steine unterstützen. Diese müssen aber immer ärztlich verordnet werden. Bei Harnwegsinfekten ist eine antibiotische Behandlung möglich – in Absprache mit dem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn ein Stein die Blase blockiert, sehr groß ist oder immer wieder Infektionen verursacht, kann ein Eingriff nötig sein. Dabei wird der Stein durch die Harnröhre oder über einen kleinen Schnitt am Bauch entfernt. Es gibt auch die Möglichkeit, Steine mit Stoßwellen zu zertrümmern.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Behandlung geht der Alltag meist wieder normal weiter. Wichtig ist, ausreichend zu trinken und auf Warnsignale des Körpers zu achten.
Tipps für den Alltag
- Täglich mindestens 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken
- Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung
- Nicht zu viel Salz und tierisches Eiweiß essen
- Bei Harnwegsinfekten rechtzeitig zum Arzt gehen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst ist empfehlenswert. Wer dazu neigt, Blasensteine zu bekommen, sollte oxalatreiche Lebensmittel nicht in großen Mengen essen. Bewegung regt den Stoffwechsel an und beugt Verstopfung vor, die Druck auf die Blase ausüben kann.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederkehrende Schmerzen und Unsicherheit können belasten. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste – das hilft oft schon.
Vorbeugung
Nicht alle Blasensteine sind vermeidbar, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Am wichtigsten ist es, genug zu trinken und auf eine gesunde Ernährung zu achten.
Impfungen
Gegen Blasensteine gibt es keine Impfung.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Früherkennung gibt es nicht. Regelmäßige Vorsorge beim Hausarzt, insbesondere im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung, kann jedoch Nieren- und Harnwegserkrankungen früh erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Harnwegsinfekte und Entzündungen
- Chronische Nierenschäden durch Rückstau des Urins
- Wiederkehrende Koliken und Schmerzen
- Harnverhalt mit notwendigem Notfalleingriff
Langzeitprognose
Die meisten Blasensteine können gut behandelt werden. Mit richtiger Behandlung und Vorbeugung ist die Prognose sehr gut. Die Beschwerden gehen meist vollständig zurück.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.