Im Krankenhaus Infektionen vermeiden – Tipps zum Schutz
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Krankenhausinfektion (auch nosokomiale Infektion genannt) ist eine Infektion, die Sie während eines Aufenthalts im Krankenhaus oder einer medizinischen Einrichtung bekommen. Sie war vorher nicht da. Betroffen sind zum Beispiel Wunden, die Blase, die Lunge oder der Magen-Darm-Trakt.
Wichtige Fakten
- Gute Handhygiene ist der wichtigste Schutz – für Sie und für das Pflegepersonal.
- Die meisten Krankenhausinfektionen sind durch strenge Hygienemaßnahmen vermeidbar.
- Keime wie MRSA sind oft gegen übliche Antibiotika resistent, aber auch behandelbar.
- Als Patient können Sie selbst viel zur Infektionsvermeidung beitragen.
In Deutschland bekommen etwa 3 bis 5 von 100 Patientinnen und Patienten während eines Krankenhausaufenthalts eine Infektion. Dank strenger Hygienerichtlinien sind schwere Fälle selten.
Jeder, der im Krankenhaus behandelt wird, kann eine Infektion bekommen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Frischoperierte, Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Frühgeborene und Personen mit Kathetern oder künstlicher Beatmung.
Symptome
- Schwere Atemnot
- Hohes Fieber (über 39 °C) mit Schüttelfrost
- Schnell ausbreitende Rötung oder dunkle Hautstellen um eine Wunde
- Anzeichen einer Blutvergiftung (Sepsis): Verwirrtheit, schneller Herzschlag, starkes Krankheitsgefühl
- ⚠Neu aufgetretenes Fieber
- ⚠Rötliche, schmerzende oder nässende Wunde
- ⚠Brennen beim Wasserlassen oder übelriechender Urin
- ⚠Anhaltender Durchfall oder Erbrechen
Häufige Symptome
- Fieber und Schüttelfrost
- Rötung, Schwellung oder Wundsekret an einer Operations- oder Verletzungswunde
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Hartnäckiger Husten mit Auswurf
- Durchfall oder Erbrechen
Symptome bei Kindern
- Hohes Fieber
- Trink- oder Essverweigerung
- Rötung und Schwellung um eine Zugangsstelle (z. B. Infusion)
- Ungewöhnliches Schreien oder Müdigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzlicher geistiger Abbau
- Gliederschmerzen oder allgemeine Schwäche
- Niedrige Körpertemperatur
- Häufige Stürze
Ursachen
Hauptursachen
- Krankheitskeime, die in medizinischen Einrichtungen vorkommen
- Direkte Übertragung über Hände von Personal oder Besuchern
- Keime, die sich auf medizinischen Geräten wie Kathetern, Beatmungsschläuchen oder Infusionen befinden
- Keime auf Türklinken, Betten, Tischen oder Kleidung
- Wundinfektionen nach Operationen
Risikofaktoren
- Langer Krankenhausaufenthalt
- Behandlung auf einer Intensivstation
- Operationen, vor allem wenn sie lange dauern
- Blasenkatheter, Venenzugang oder künstliche Beatmung
- Geschwächtes Immunsystem durch Krankheit oder Medikamente
- Vorherige Behandlung mit Antibiotika
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach einem Klinikaufenthalt Fieber, Schüttelfrost oder eine entzündete Wunde bemerken.
- Wenn sich Ihr Zustand schnell verschlechtert.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vor einer geplanten Operation oder einem Krankenhausaufenthalt – sprechen Sie über mögliche Risiken und Hygienemaßnahmen.
- Wenn Sie wissen möchten, ob Sie eine MRSA-Infektion haben und eine Einweisung ins Krankenhaus geplant ist.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Symptomen, untersucht Sie und entnimmt je nach Verdacht Proben. Werden Keime nachgewiesen, wird gezielt behandelt.
Mögliche Untersuchungen
- Abstrich von Wunde, Nase oder Rachen
- Blutuntersuchung, manchmal mit Blutkultur
- Urinuntersuchung
- Bei Lungenentzündung ein Röntgenbild der Lunge
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Proben werden ins Labor geschickt. Das Ergebnis kann ein bis zwei Tage dauern. Oft beginnt die Behandlung zunächst mit einem breit wirksamen Medikament und wird danach angepasst.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Art des Keims und der Stelle der Infektion. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, die den Körper unterstützen und den Keim gezielt bekämpfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken, vor allem bei Fieber oder Blaseninfektionen
- Bettruhe und körperliche Schonung
- Wunde sauber und trocken halten, nicht aufmachen
- Hände regelmäßig gründlich waschen oder desinfizieren
- Kontakt mit erkrankten Menschen vermeiden
Medizinische Behandlungen
Übliche Behandlungen sind Antibiotika bei bakteriellen Infektionen, Mittel gegen Pilze bei Pilzinfektionen, fiebersenkende Medikamente oder Infusionen mit Flüssigkeit. Bei bestimmten Keimen und abhängig von der Infektionsstelle kann auch eine Operation nötig sein, zum Beispiel um einen Abszess zu entlasten. Ihr medizinisches Team wird individuell mit Ihnen besprechen, welche Therapie in Ihrer Situation geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
In manchen Fällen ist ein kurzer operativer Eingriff nötig, um eine infizierte Wunde zu öffnen und zu reinigen. Ihr Ärzteteam erklärt Ihnen, warum das in Ihrem Fall sinnvoll sein kann.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie zu Hause auf eine gute Handhygiene, halten Sie Wunden sauber und beobachten Sie jede Veränderung. Nehmen Sie verschriebene Medikamente nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein.
Tipps für den Alltag
- Aufmerksames Händewaschen, auch vor dem Essen
- Eigene Handtücher und Waschlappen benutzen
- Ausreichend Schlaf
- Offene Fragen immer direkt an das medizinische Team richten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten stärkt das Immunsystem. Leichte Bewegung, zum Beispiel Spazierengehen, hilft dem Körper, sich zu erholen. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, was für Sie passend ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Infektion während einer Krankheit kann Angst und Sorge auslösen. Sie dürfen sich Zeit nehmen, das Erlebte zu verarbeiten. Viele Menschen fühlen sich besser, wenn sie über ihre Fragen und Gefühle sprechen.
Vorbeugung
Ja, die beste Prävention sind Händehygiene, saubere medizinische Geräte und der sorgsame Umgang mit Antibiotika. Auch Sie können helfen: Waschen und desinfizieren Sie sich regelmäßig die Hände, halten Sie Distanz zu erkrankten Menschen und fragen Sie aktiv nach, wenn Sie unsicher sind.
Impfungen
Schutzimpfungen, zum Beispiel gegen Grippe und Pneumokokken, können schwere Infektionen in Krankenhäusern verhindern. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie alle empfohlenen Impfungen haben.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland wird bei Patienten mit erhöhtem Risiko vor einer geplanten Krankenhausaufnahme ein Test auf gefährliche Keime wie MRSA angeboten. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Hausarztpraxis.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine unbehandelte Infektion kann sich ausbreiten, zum Beispiel auf das Blut, was zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen kann.
- Es können Abszesse (eingeschmolzene, eitrige Hohlräume) entstehen.
- Die Wundheilung kann sich verzögern und der Krankenhausaufenthalt sich verlängern.
Langzeitprognose
Die große Mehrheit der Krankenhausinfektionen wird erfolgreich behandelt. Die Medizin verfügt heute über viele Möglichkeiten, auch bei resistenten Keimen. Je früher eine Infektion erkannt wird, umso besser sind die Aussichten. Wichtig ist, dass Sie sich bei Unsicherheiten an Ihr Ärzteteam wenden – schnelles Handeln gibt Sicherheit.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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