Akustikusneurinom: Das Wichtigste verständlich erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Akustikusneurinom ist ein gutartiger (nicht krebsartiger) Tumor, der auf dem Hör- und Gleichgewichtsnerv wächst. Dieser Nerv verbindet das Innenohr mit dem Gehirn. Der Tumor wächst langsam und streut nicht in andere Körperteile.
Wichtige Fakten
- Es ist kein Krebs und streut nicht.
- Er wächst meist sehr langsam.
- Er betrifft fast immer nur eine Seite.
- Häufigste Anzeichen sind einseitige Hörprobleme, Ohrgeräusche und Schwindel.
Nein, es ist selten. Jedes Jahr erkranken etwa 1 von 100.000 Menschen.
Am häufigsten sind Erwachsene zwischen 30 und 60 Jahren betroffen. Frauen etwas häufiger als Männer.
Symptome
- Plötzliche sehr starke Kopfschmerzen
- Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit
- Krampfanfall
- Plötzliche Lähmungserscheinungen
- Plötzliche Sehstörungen
- ⚠Plötzlicher einseitiger Hörverlust
- ⚠Plötzlicher Drehschwindel oder Gangunsicherheit
- ⚠Neu aufgetretene Gesichtsnervenschwäche (zum Beispiel hängender Mundwinkel)
Häufige Symptome
- Hörminderung auf einem Ohr
- Ohrgeräusche (Tinnitus) auf einem Ohr
- Schwindel oder Gefühl der Unsicherheit
- Druckgefühl im Ohr
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Gesicht auf derselben Seite
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist ein Akustikusneurinom äußerst selten. Wenn es auftritt, können ähnliche Anzeichen wie bei Erwachsenen auftreten: einseitige Hörprobleme, Ohrgeräusche und Gleichgewichtsstörungen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann die Erkrankung zunächst übersehen werden, weil Hörverlust und Schwindel auch andere Ursachen haben können. Ein einseitig auftretendes Hörproblem sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Der Tumor entsteht aus den Hüllzellen (Schwann-Zellen), die den Hör- und Gleichgewichtsnerv schützen.
- In manchen Fällen liegt eine angeborene Erbkrankheit zugrunde: die Neurofibromatose Typ 2.
Risikofaktoren
- Neurofibromatose Typ 2 in der Familie
- Frühere Strahlenbehandlung im Kopfbereich (sehr selten)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche Hörverschlechterung auf einem Ohr
- Plötzlicher Schwindel oder das Gefühl, nicht sicher stehen zu können
- Neu aufgetretene Gesichtsnervenschwäche
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltende Hörminderung auf einem Ohr
- Ohrgeräusche, die nicht verschwinden
- Wiederkehrendes Schwindelgefühl
- Taubheitsgefühl im Gesicht
Diagnose
Zuerst fragt Ihr Arzt nach Ihren Beschwerden und untersucht Sie. Danach sind ein Hörtest und eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes die wichtigsten Untersuchungen.
Mögliche Untersuchungen
- Hörtest (Audiometrie)
- Magnetresonanztomographie (MRT) mit Kontrastmittel
- Gleichgewichtstest, falls nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden meist an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) überwiesen, manchmal auch an ein spezialisiertes Zentrum. Die Untersuchungen sind schmerzfrei und die Diagnose bedeutet keine Notlage. Man wird zunächst genau beobachten, ob und wie schnell der Tumor wächst.
Behandlung
Es gibt keine Medikamente, die diese Tumorart auflösen. Zur Auswahl stehen: regelmäßige Kontrolle, gezielte Bestrahlung oder Operation. Die Entscheidung hängt von Größe, Wachstum, Beschwerden, Alter und persönlichen Wünschen ab.
Selbsthilfe zu Hause
- Lassen Sie eine einseitige Hörminderung abklären und fragen Sie nach Hilfsmitteln wie Hörgeräten, falls Sie im Alltag beeinträchtigt sind.
- Schützen Sie Ihr Gehör vor lauten Geräuschen.
- Bei Schwindel: Stolperfallen in der Wohnung vermeiden, Geländer nutzen, beim Aufstehen langsam sein.
- Sprechen Sie offen mit Familie und Arzt – das hilft.
Medizinische Behandlungen
Wenn eine Behandlung nötig ist, gibt es zwei Hauptverfahren: die gezielte Bestrahlung (auch Radiochirurgie genannt) und die Operation. Beide werden in spezialisierten Zentren angeboten. Das Behandlungsteam erklärt Ihnen ausführlich Vor- und Nachteile.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird vor allem erwogen, wenn der Tumor groß ist, schnell wächst, auf das Gehirn drückt oder starke Beschwerden verursacht. Ziel ist es, den Tumor zu entfernen und dabei Hör- und Gesichtsnerv so gut wie möglich zu schonen.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit einem Akustikusneurinom können ihren Alltag gut bewältigen. Es kann helfen, sich bei Gesprächen bewusst auf das bessere Ohr zu drehen und bekannte Hörhilfen zu nutzen.
Tipps für den Alltag
- Bei Schwindel: Hilfsmittel wie Handläufe oder einen Stock verwenden.
- Genug Zeit für Ruhe und Entspannung einplanen.
- Mit dem Arzt besprechen, ob Auto- oder Radfahren erlaubt ist.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und moderate Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen sind sinnvoll. Bei Gleichgewichtsstörungen kann ein Gleichgewichtstraining in der Physiotherapie helfen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose kann Angst und Unsicherheit auslösen. Auch Hörverlust und Schwindel belasten. Es ist wichtig, mit vertrauten Menschen zu sprechen. Wenn Niedergeschlagenheit bleibt, ist ärztliche oder psychologische Unterstützung ein guter nächster Schritt.
Vorbeugung
Ein Akustikusneurinom lässt sich nicht sicher verhindern. Die Ursachen sind größtenteils unbekannt.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen diese Erkrankung.
Früherkennungsprogramme
Wenn in der Familie die Erkrankung Neurofibromatose Typ 2 bekannt ist, kann eine regelmäßige MRT-Kontrolle sinnvoll sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.
Komplikationen
Unbehandelt
- Weitere Verschlechterung des Hörvermögens bis zur Taubheit auf der betroffenen Seite
- Anhaltender Schwindel und Gangunsicherheit
- Bei sehr großem Tumor: Druck auf das Gehirn, was Kopfschmerzen, Übelkeit und Sehstörungen verursachen kann
- Mögliche Lähmung des Gesichtsnervs
Langzeitprognose
Die Aussichten sind meist gut. Der Tumor ist gutartig, wächst oft langsam und viele Betroffene brauchen gar keine aktive Behandlung, sondern nur regelmäßige Kontrollen. Wenn eine Behandlung nötig ist, sind Operation und Bestrahlung heute sehr präzise und erfolgreich.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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