Verklebung der kleinen Schamlippen (Labiale Adhäsionen)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Labiale Adhäsion ist eine Verklebung der inneren Schamlippen (der kleinen Schamlippen) miteinander. Diese Verklebung ist meist harmlos und verursacht häufig keine Beschwerden. Sie tritt vor allem bei Mädchen im Vorschulalter und manchmal bei Frauen nach den Wechseljahren auf.
Wichtige Fakten
- Sie kommt besonders bei Mädchen zwischen 3 Monaten und 6 Jahren vor.
- Sie entsteht meist ohne erkennbare Ursache und ist nicht gefährlich.
- In der Pubertät bildet sie sich oft von selbst zurück.
- Bei Erwachsenen tritt sie vor allem nach den Wechseljahren auf.
Ja, bei Mädchen ist eine Verklebung der kleinen Schamlippen recht häufig. Schätzungen zufolge sind etwa 1 bis 3 von 100 Mädchen betroffen. Viele Verklebungen fallen gar nicht auf und werden nur bei Vorsorgeuntersuchungen entdeckt.
Vor allem Mädchen im Alter von wenigen Monaten bis zu 6 Jahren sind betroffen. Auch Frauen nach den Wechseljahren können eine Labiale Adhäsion entwickeln, weil der Östrogenspiegel sinkt. Bei erwachsenen Frauen im gebärfähigen Alter ist sie dagegen selten.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112, wenn ein Kind oder eine Frau überhaupt nicht mehr Wasser lassen kann.
- Rufen Sie die 112, wenn starke Schmerzen im Unterleib auftreten.
- Rufen Sie die 112, wenn hohes Fieber ohne erkennbare Ursache hinzukommt.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn das Wasserlassen stark brennt.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn ein eitriger Ausfluss auftritt.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn sich der Intimbereich plötzlich rötet und anschwillt.
Häufige Symptome
- In den meisten Fällen bestehen keine Beschwerden.
- Manchmal verändert sich der Harnstrahl, zum Beispiel er ist nach oben oder zur Seite gerichtet.
- Möglicherweise fällt beim Wasserlassen ein dünner Strahl oder ein Spritzen auf.
- Leichte Rötung oder Reizung im Intimbereich möglich.
Symptome bei Kindern
- Mädchen haben manchmal Probleme beim Wasserlassen, weil der Urin nicht vollständig abfließen kann.
- Wiederholte Harnwegsinfekte können ein Hinweis sein.
- Eltern bemerken die Verklebung oft erst im Rahmen der Körperpflege.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei erwachsenen Frauen können Brennen, Juckreiz oder Schmerzen beim Wasserlassen auftreten.
- Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind möglich.
- Oft bleibt die Verklebung jedoch ohne Symptome und wird nur zufällig entdeckt.
Ursachen
Hauptursachen
- Ein niedriger Östrogenspiegel sorgt für eine dünne, empfindliche Schleimhaut, die leicht verkleben kann.
- Leichte Reizungen oder Entzündungen im Intimbereich können die Verklebung begünstigen.
- Eine übertriebene oder ungeeignete Intimhygiene, zum Beispiel mit duftender Seife, kann die Haut reizen.
Risikofaktoren
- Alter zwischen 3 Monaten und 6 Jahren
- Zustand nach den Wechseljahren
- Häufiges Tragen von Windeln, wenn die Haut lange feucht bleibt
- Bestimmte Hauterkrankungen (selten)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Ihr Kind nicht Wasser lassen kann, starke Schmerzen hat oder Anzeichen einer Harnwegsinfektion zeigt (z. B. Brennen, ständiger Harndrang, trüber Urin), sollten Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie die Verklebung bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an, auch wenn keine Beschwerden bestehen.
- Bei Erwachsenen genügt ein Termin in der Frauenarztpraxis oder der Hausarztpraxis zur Abklärung.
Diagnose
Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt durch eine einfache Untersuchung des Intimbereichs. Dabei erkennt sie oder er die Verklebung an der typischen dünnen, grau-weißlichen Hautbrücke zwischen den kleinen Schamlippen.
Mögliche Untersuchungen
- In der Regel sind keine speziellen Tests nötig.
- Bei Verdacht auf eine Harnwegsinfektion wird eine Urinprobe untersucht.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schnell, schmerzfrei und ohne besondere Vorbereitung. Bei Kindern wird sie behutsam durchgeführt, oft auf dem Schoß der Eltern. Sie können Fragen stellen und sich erklären lassen, was genau gesehen wird.
Behandlung
Eine Behandlung ist nur dann sinnvoll, wenn Beschwerden auftreten. Bei Mädchen abwarten und beobachten ist häufig die beste Strategie, weil sich die Verklebung in der Pubertät meist von selbst löst. Bei anhaltenden Beschwerden kann eine ärztlich verordnete Creme helfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Waschen Sie den Intimbereich nur mit klarem Wasser – ohne Seife oder Duschgel.
- Trocknen Sie die Haut nach dem Waschen sanft ab, am besten mit einem weichen Tuch.
- Wechseln Sie bei Kindern Windeln regelmäßig und lassen Sie zwischendurch Luft an die Haut.
- Bevorzugen Sie Unterwäsche aus Baumwolle und verzichten Sie auf enge Kleidung.
Medizinische Behandlungen
Je nach Beschwerdebild kann eine östrogenhaltige Creme eingesetzt werden, die die Schleimhaut geschmeidiger macht und die Verklebung allmählich löst. Diese Behandlung muss ärztlich angeordnet und begleitet werden. In der Praxis kann der Arzt oder die Ärztin die Verklebung auch vorsichtig manuell lösen. Bei Frauen nach den Wechseljahren werden ähnliche Behandlungen angewendet. Wichtig: Führen Sie keine Manipulationen zu Hause durch, ohne ärztliche Anleitung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in sehr seltenen Fällen notwendig, etwa wenn die Verklebung trotz Behandlung nicht weicht oder immer wieder zu Beschwerden führt. Der Eingriff ist klein und wird in der Regel ambulant durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag brauchen die meisten Betroffenen keine Einschränkung. Es reicht, auf eine sanfte Intimhygiene zu achten und Veränderungen zu beobachten. Bei Kindern verschwindet die Verklebung in der Regel ohne aktive Behandlung.
Tipps für den Alltag
- Lockere, luftdurchlässige Kleidung tragen.
- Nasse Badekleidung schnell ausziehen.
- Auf reizende Produkte im Intimbereich verzichten.
- Ausreichend Flüssigkeit trinken – das beugt Harnwegsinfekten vor.
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät ist nicht nötig. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Trinken fördern die allgemeine Gesundheit. Sport, Schwimmen und Toben sind ausdrücklich erlaubt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Befund kann anfangs verunsichern – bei Eltern und auch bei erwachsenen Frauen. Es ist wichtig zu wissen: Die Verklebung ist keine Krankheit im gefährlichen Sinne und ist nicht ansteckend. Ein offenes Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt kann Ängste nehmen.
Vorbeugung
Vollständig verhindern lässt sich eine Labiale Adhäsion nicht immer. Eine sanfte Intimhygiene und der Verzicht auf reizende Substanzen können das Risiko senken. Bei Säuglingen und Kleinkindern hilft häufiges Windelwechseln und regelmäßige Luftzufuhr.
Impfungen
Nicht zutreffend.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening. Die Verklebung wird meist bei Routineuntersuchungen entdeckt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Es können wiederholte Harnwegsinfektionen auftreten.
- Bei starker Verklebung kann der Harnfluss behindert werden.
- Selten können Entzündungen im Bereich der Vulva auftreten.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind sehr gut. Bei den meisten Mädchen löst sich die Verklebung bis zur Pubertät von selbst. Bei Frauen nach den Wechseljahren kann eine Behandlung die Beschwerden wirksam beenden. Mit der richtigen Pflege und gelegentlicher ärztlicher Kontrolle bleibt die Beeinträchtigung gering.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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