Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft, oft auch Morgenübelkeit genannt, ist ein häufiges Beschwerdebild. Es tritt meist in den ersten Monaten auf und kann zu jeder Tageszeit auftreten. Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, aber die Hormonumstellung spielt eine wichtige Rolle.
Wichtige Fakten
- Kommt häufig vor, etwa die Hälfte aller Schwangeren ist betroffen.
- Beginnt meist um die sechste Schwangerschaftswoche und klingt oft nach dem ersten Drittel ab.
- Leichte Fälle sind unbedenklich für Mutter und Kind.
- Bei sehr starkem Erbrechen kann eine ärztliche Behandlung nötig sein.
Ja, Übelkeit und Erbrechen gehören zu den häufigsten Beschwerden in der frühen Schwangerschaft. Ungefähr jede zweite bis dritte schwangere Person ist betroffen.
Es betrifft Menschen, die schwanger sind, unabhängig vom Alter. Manche Frauen sind stärker betroffen, zum Beispiel bei Mehrlingen oder in der ersten Schwangerschaft.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112 an, wenn Sie ohnmächtig werden oder das Gefühl haben, zusammenzubrechen.
- Rufen Sie die 112 an, wenn Sie über einen längeren Zeitraum keinerlei Flüssigkeit bei sich behalten können und sehr stark erbrechen.
- ⚠Wenn Sie Blut erbrechen oder das Erbrochene dunkelbraun oder schwarz aussieht, suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe auf.
- ⚠Wenn Sie starke Schmerzen im Bauch haben, suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe auf.
- ⚠Wenn Sie Fieber haben und sich allgemein sehr krank fühlen, suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe auf.
Häufige Symptome
- Übelkeit, die zu jeder Tageszeit auftreten kann
- Erbrechen, manchmal auch nur Würgreiz
- Gefühl der Abneigung gegen bestimmte Gerüche oder Speisen
- Verbesserung der Symptome nach einigen Wochen
Symptome bei Kindern
- Nicht zutreffend, da es sich um eine Schwangerschaftsbeschwerde handelt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nicht zutreffend, da es sich um eine Schwangerschaftsbeschwerde handelt.
Ursachen
Hauptursachen
- Veränderungen des Hormonspiegels, insbesondere des Schwangerschaftshormons hCG.
- Ein empfindlicher Magen-Darm-Trakt oder eine erhöhte Geruchswahrnehmung.
- Die Umstellung des Kreislaufs und der Blutgefäße in der Schwangerschaft.
Risikofaktoren
- Erste Schwangerschaft
- Mehrlingsschwangerschaft
- Übelkeit oder Erbrechen in einer früheren Schwangerschaft
- Neigung zu Reisekrankheit oder Migräne
- Vorbelastung in der Familie
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie sehr viel und anhaltend erbrechen und nichts bei sich behalten können.
- Wenn Sie Anzeichen einer Austrocknung bemerken, zum Beispiel dunklen Urin, Schwindel oder Mundtrockenheit.
- Wenn Sie starke Bauchschmerzen oder Blutungen haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Übelkeit Sie im Alltag stark einschränkt oder Sie an Gewicht verlieren.
- Wenn Sie unsicher sind, wie Sie mit der Übelkeit umgehen sollen.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel anhand Ihrer Beschwerden gestellt. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie zu den Symptomen, dem Zeitpunkt des Beginns und möglichen Auslösern befragen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung und Gespräch (Anamnese)
- Ultraschalluntersuchung, um die Schwangerschaft zu beurteilen und Mehrlinge oder andere Besonderheiten auszuschließen
- Urintest, um Austrocknung oder andere Veränderungen festzustellen
- Blutuntersuchung, wenn der Verdacht auf eine andere Ursache besteht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel unkompliziert und schmerzfrei. Sie müssen dafür keinen großen Aufwand einplanen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird mit Ihnen besprechen, ob die Beschwerden im Rahmen der normalen Schwangerschaft liegen oder ob weitere Maßnahmen sinnvoll sind.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Beschwerden. Bei leichter Übelkeit reichen oft schon Änderungen im Alltag und bei der Ernährung. Bei stärkeren Beschwerden gibt es medikamentöse und andere unterstützende Behandlungen, die mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin abgestimmt werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt statt großer Portionen.
- Langsames Aufstehen aus dem Bett und ein kleiner Snack am Morgen, zum Beispiel ein Zwieback.
- Stark riechende Speisen und Gerüche meiden.
- Ingwer oder Pfefferminze als Tee oder als Bonbon können beruhigend wirken.
- Ausreichend trinken, am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees in kleinen Schlucken.
Medizinische Behandlungen
Wenn die Übelkeit sehr stark ist und Sie zu wenig Flüssigkeit aufnehmen, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Dazu gehören Medikamente gegen Übelkeit, die speziell in der Schwangerschaft geeignet sind. Diese werden nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt. In schweren Fällen kann auch eine Infusion mit Flüssigkeit in einem Krankenhaus oder einer Praxis nötig sein. Wichtig ist, dass Sie keine Medikamente eigenmächtig einnehmen, ohne vorher ärztlichen Rat einzuholen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag hilft es, auf die Signale des Körpers zu achten. Planen Sie Pausen ein, und gönnen Sie sich Ruhe, wenn die Übelkeit schlimmer wird. Oft wird sie durch Müdigkeit und Hunger verstärkt.
Tipps für den Alltag
- Für ausreichend Schlaf und Erholung sorgen.
- Trockene Lebensmittel wie Zwieback oder Salzstangen bereithalten.
- Routine beibehalten, aber flexibel bleiben.
- Beim Kochen auf lüften und fette Speisen vermeiden.
Ernährung und Bewegung
Bevorzugen Sie leichte, fettarme und eiweißreiche Kost. Frische Luft und leichte Spaziergänge können die Beschwerden lindern. Vermeiden Sie intensive sportliche Aktivitäten, wenn Sie sich unwohl fühlen. Hören Sie auf Ihren Körper.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständige Übelkeit kann belastend sein und die Lebensqualität einschränken. Es ist normal, sich in dieser Zeit erschöpft oder niedergeschlagen zu fühlen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Umfeld und holen Sie sich Unterstützung.
Vorbeugung
Eine vollständige Vorbeugung ist nicht möglich. Man kann aber die Beschwerden lindern, indem man auf den eigenen Körper hört, frühzeitig auf die Auslöser achtet und die Ernährung anpasst.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Übelkeit in der Schwangerschaft.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Morgenübelkeit gibt es nicht, da es sich um ein normales Schwangerschaftssymptom handelt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Starker Flüssigkeits- und Elektrolytverlust kann zu Austrocknung führen.
- Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen bei der Mutter.
- In seltenen Fällen kann sich ein schweres Krankheitsbild entwickeln, das ärztlich behandelt werden muss.
Langzeitprognose
Die meisten Frauen erleben eine deutliche Besserung der Symptome bis zur 14. bis 16. Schwangerschaftswoche. Auch bei stärkeren Beschwerden ist die Prognose für Mutter und Kind sehr gut, vorausgesetzt, es wird rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch genommen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.