Diabetisches Koma: wichtige Informationen für Betroffene und Angehörige
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein diabetisches Koma ist eine lebensbedrohliche Bewusstseinsstörung, die bei Menschen mit Diabetes mellitus auftreten kann. Sie entsteht, wenn der Blutzuckerspiegel extrem hoch oder extrem niedrig wird. Ohne schnelle Hilfe kann die Person ohnmächtig bleiben und bleibende Schäden erleiden. Ein diabetisches Koma ist ein medizinischer Notfall.
Wichtige Fakten
- Ein diabetisches Koma ist eine Notfallsituation, die schnelle Hilfe braucht.
- Es kann durch zu hohen (Überzuckerung) oder durch zu niedrigen Blutzucker (Unterzuckerung) entstehen.
- Mit moderner Diabetesbehandlung und guter Schulung ist ein Koma meist vermeidbar.
Ein diabetisches Koma ist in Deutschland heute selten geworden, weil Diabetes besser behandelt und kontrolliert werden kann. Es kommt aber immer wieder vor, zum Beispiel wenn Diabetes nicht erkannt wurde oder eine Infektion den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringt.
Betroffen sind Menschen mit Diabetes mellitus. Ein Koma durch stark erhöhten Blutzucker tritt besonders bei jungen Menschen mit Typ-1-Diabetes auf. Ein Koma durch sehr niedrigen Blutzucker kann bei vielen Menschen mit medikamentös behandeltem Diabetes vorkommen, vor allem bei älteren Menschen.
Symptome
- Die Person ist nicht mehr ansprechbar oder reagiert nur noch schwach
- Krampfanfall
- Atemprobleme oder unregelmäßige Atmung
- Sehr hohe oder sehr niedrige Blutzuckerwerte und gleichzeitige schwere Beschwerden
- Schockzeichen wie blasse, kalte Haut und schneller Puls
- ⚠Wiederholtes Erbrechen, verbunden mit hohen Blutzuckerwerten
- ⚠Hohes Fieber und starke körperliche Schwäche
- ⚠Zunehmende Verwirrtheit und Benommenheit
- ⚠Warnzeichen, die sich zu Hause nicht bessern
Häufige Symptome
- Starker Durst und häufiges Wasserlassen
- Müdigkeit, Schwäche und Schwindel
- Übelkeit oder Erbrechen
- Verwirrtheit und verlangsamtes Denken
- Fruchtiger Geruch der Atemluft
- Kalter Schweiß, Zittern und Herzklopfen bei Unterzuckerung
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen und Übelkeit
- Schnelle, tiefe Atmung
- Ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Reizbarkeit
- Auffälliger Geruch der Atemluft
- Plötzlicher Appetitverlust
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Starke Verwirrtheit oder Orientierungslosigkeit
- Sprech- und Bewegungsstörungen
- Niedriger Blutdruck und schneller Puls
- Trockene Haut und trockener Mund
- Ohnmacht oder plötzliche Bewusstlosigkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Zu hoher Blutzucker (Überzuckerung): Zu wenig Diabetesmedikamente genommen, Infektionen oder starker körperlicher Stress
- Zu niedriger Blutzucker (Unterzuckerung): Zu viel Diabetesmedikamente, ausgelassene Mahlzeiten oder ungewohnte körperliche Anstrengung
- Unbemerkter Diabetes, der erst durch ein Koma entdeckt wird
Risikofaktoren
- Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2
- Infektionen wie Lungenentzündung oder Harnwegsinfektion
- Nieren- oder Herzerkrankungen
- Höheres Alter und Gebrechlichkeit
- Alkoholgenuss oder unregelmäßige Lebensgewohnheiten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Anzeichen eines Komas auftreten, sofort in die Notaufnahme gehen oder die 112 anrufen
- Wenn eine Person mit Diabetes plötzlich sehr verwirrt oder benommen wirkt
- Wenn der Blutzucker trotz typischer Warnzeichen nicht im normalen Bereich bleibt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Diabetes haben, nehmen Sie regelmäßig geplante Kontrolltermine beim Hausarzt oder in der Diabetes-Schwerpunktpraxis wahr
- Wenn Sie wiederholt starke Blutzuckerschwankungen bemerken, sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam
Diagnose
Ein diabetisches Koma wird im Krankenhaus festgestellt. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach der Krankengeschichte, untersucht die Person gründlich und nimmt eine Blutprobe ab.
Mögliche Untersuchungen
- Blutzuckermessung
- Blutbild und Blutgasanalyse
- Urintest auf Ketonkörper
- Elektrokardiogramm (EKG) zur Kontrolle der Herzfunktion
- Bildgebung des Kopfes, zum Beispiel eine Computertomographie, um andere Ursachen auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung läuft sehr schnell ab, denn Zeit ist hier entscheidend. Sie oder Ihr Angehöriger werden auf einer Notaufnahme oder Intensivstation engmaschig überwacht.
Behandlung
Die Behandlung eines diabetischen Komas findet immer im Krankenhaus statt. Das Ziel ist, Flüssigkeit, Salze und den Blutzuckerspiegel sicher zu stabilisieren und die auslösende Ursache zu behandeln. Meist ist eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei bewusstlosen Personen keine Flüssigkeit oder Nahrung einflößen
- Die Person in die stabile Seitenlage bringen, falls sie bewusstlos wird
- Dem Notarzt/der Notärztin oder dem Klinikpersonal alle wichtigen Informationen geben, z. B. bekannte Diabeteserkrankung, letzte große Mahlzeit, bekannte Allergien
Medizinische Behandlungen
Im Krankenhaus erhält die Person Infusionen, um Flüssigkeit und Salze auszugleichen. Der Blutzucker wird langsam und kontrolliert angepasst. Die auslösende Krankheit, zum Beispiel eine Infektion, wird ebenfalls behandelt. Während der gesamten Zeit werden Kreislauf, Atmung und Bewusstsein überwacht.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem diabetischen Koma ist eine gute Diabetes-Schulung besonders wichtig. Sie lernen, Warnzeichen früher zu erkennen und richtig zu handeln. Außerdem ist es hilfreich, einen Notfallausweis mit sich zu tragen, auf dem Ihre Diabeteserkrankung und Notfallkontakte vermerkt sind.
Tipps für den Alltag
- Blutzucker regelmäßig messen und in einem Tagebuch dokumentieren
- Verschriebene Diabetesmedikamente zuverlässig anwenden
- Keine Mahlzeiten auslassen
- Freunde, Familie und Arbeitskollegen über die Anzeichen eines Komas informieren
- Einen persönlichen Notfallplan mit Ihrem Diabetes-Team erstellen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse und wenig zuckerhaltigen Getränken hilft, den Blutzucker stabil zu halten. Bewegung ist ebenfalls sehr wichtig, da sie den Blutzucker senkt. Besprechen Sie Ihre Ernährung und Ihr Sportprogramm mit Ihrem Arzt oder Ihrer Diabetes-Beratung, besonders wenn Sie Medikamente einnehmen, die den Blutzucker beeinflussen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein diabetisches Koma ist ein schwerwiegendes Ereignis. Danach sind Ängste, Schlafprobleme oder Unsicherheit normal. Psychologische Unterstützung und der Austausch mit anderen Betroffenen können helfen, die Erfahrung zu verarbeiten und wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu fassen.
Vorbeugung
Ja, zum größten Teil. Eine gute Blutzuckerkontrolle, regelmäßige Arzttermine und das Wissen über die Warnzeichen sind der beste Schutz. Wer Frühzeichen ernst nimmt und schnell reagiert, kann ein Koma fast immer verhindern.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe, Pneumokokken und nach Rücksprache auch gegen COVID-19 impfen. Infektionen können den Blutzucker gefährlich entgleisen lassen. Ihr Hausarzt berät Sie dazu.
Früherkennungsprogramme
Beim allgemeinen Gesundheits-Check-up (Check-up) beim Hausarzt wird auch der Blutzuckerwert überprüft. Wenn Sie Risikofaktoren für Diabetes haben, lassen Sie den Blutzucker regelmäßig messen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bewusstlosigkeit und Atemstillstand
- Herzrhythmusstörungen und Kreislaufversagen
- Nierenversagen
- Dauerhafte Schädigung des Gehirns
Langzeitprognose
Mit sofortiger medizinischer Behandlung erholen sich die meisten Menschen vollständig. Ein diabetisches Koma ist ein ernster Hinweis, die Diabetesbehandlung zu überdenken und zu verbessern. Viele entwickeln danach einen sichereren Umgang mit ihrer Erkrankung und führen ein normales Leben.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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