Median Arcuate Ligament Syndrom (MALS)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Median Arcuate Ligament Syndrom (MALS) ist eine seltene Erkrankung, bei der ein Band im Zwerchfell (der Median-Arcuate-Ligament) die Bauchschlagader (Aorta) oder die daraus abgehende Eingeweideschlagader (Zöliakiearterie) von außen zusammendrückt. Dadurch wird die Durchblutung von Magen, Darm und anderen Bauchorganen beeinträchtigt, was zu Schmerzen und anderen Beschwerden führen kann.
Wichtige Fakten
- Die Beschwerden treten oft nach dem Essen auf, weil dann mehr Blut in die Bauchorgane fließt und die Einengung stärker spürbar ist.
- MALS ist eine Ausschlussdiagnose – andere Ursachen für Bauchschmerzen müssen zuerst ausgeschlossen werden.
- Eine Operation kann die Beschwerden in vielen Fällen deutlich lindern.
MALS ist eine seltene Erkrankung. Sie wird oft erst spät erkannt, weil die Symptome vielen anderen Magen-Darm-Erkrankungen ähneln.
MALS kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten, wird aber am häufigsten bei jüngeren Frauen zwischen 20 und 40 Jahren festgestellt. Auch Kinder und ältere Menschen können betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Zeichen eines Schocks (zum Beispiel kalter Schweiß, Verwirrtheit, sehr niedriger Blutdruck)
- Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Stuhl
- ⚠Starke Schmerzen, die die alltäglichen Aktivitäten einschränken
- ⚠Wiederholtes Erbrechen oder Unfähigkeit, Flüssigkeit bei sich zu behalten
- ⚠Ungewollter, schneller Gewichtsverlust
Häufige Symptome
- Schmerzen im oberen Bauch, oft nach dem Essen oder bei körperlicher Anstrengung
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Übelkeit und Erbrechen
- Völlegefühl oder Druckgefühl im Bauch
- Durchfall oder Verstopfung
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen nach dem Essen
- Schlechtes Gedeihen oder unzureichende Gewichtszunahme
- Übelkeit oder Erbrechen ohne klare Ursache
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Symptome können weniger typisch sein und an andere Alterserkrankungen erinnern.
- Verschlechterung des Allgemeinzustands mit Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um eine angeborene oder erworbene Lage- und Formbesonderheit des Zwerchfellbands.
- Durch das Band wird die Zöliakiearterie eingeengt, wodurch die Blutversorgung der Bauchorgane zeitweise reduziert wird.
- Auch Nerven im Bereich des Bandes können gereizt werden, was zu Schmerzen beitragen kann.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht (Frauen sind häufiger betroffen)
- Niedriges Körpergewicht oder starke Gewichtsabnahme
- Bindegewebsschwäche oder Fehlbildungen im Bauchraum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei anhaltenden oder zunehmenden Bauchschmerzen, die den Alltag beeinträchtigen
- Bei ungewolltem und schnellem Gewichtsverlust
- Bei wiederholtem Erbrechen oder starkem Unwohlsein
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie schon länger unter Bauchschmerzen nach dem Essen leiden, sollten Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt darüber sprechen.
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Beschwerden nicht zu anderen Erklärungen passen, suchen Sie eine ärztliche Einschätzung.
Diagnose
Die Diagnose von MALS erfordert eine sorgfältige Abklärung durch Fachleute. Weil die Symptome auch bei vielen anderen Erkrankungen vorkommen, werden zuerst andere Ursachen wie Magenschleimhautentzündung, Gallensteine oder Reizdarmsyndrom ausgeschlossen.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschalluntersuchung des Bauches, auch mit einer speziellen Dopplersonografie, um die Durchblutung der Bauchschlagader zu messen
- Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Bauches
- Angiographie (eine Röntgenuntersuchung der Blutgefäße) zur Darstellung der Engstelle
- Gegebenenfalls Magenspiegelung oder andere Untersuchungen zum Ausschluss anderer Krankheiten
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose kann einige Zeit in Anspruch nehmen, da mehrere Untersuchungen nötig sind. Lassen Sie sich Zeit und suchen Sie wenn nötig eine zweite ärztliche Meinung. Fachleute für Gefäßmedizin oder spezielle Bauchzentren haben oft Erfahrung mit MALS.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Schwere der Beschwerden ab. Bei leichten Symptomen kann zunächst eine konservative Behandlung mit Ernährungsumstellung und Schmerzmanagement versucht werden. Wenn die Schmerzen stark sind oder Gewichtsverlust auftritt, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Die Entscheidung wird gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt getroffen.
Selbsthilfe zu Hause
- Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt statt großer, schwerer Mahlzeiten
- Schonkost, die den Magen nicht übermäßig belastet
- Ausreichend trinken, vor allem wenn Sie zu Gewichtsverlust neigen
- Stress vermeiden und Entspannungstechniken nutzen, da Stress die Symptome verschlimmern kann
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung von Schmerzen und Begleitbeschwerden können allgemeine Schmerzmittel und Medikamente gegen Übelkeit eingesetzt werden, deren Auswahl Ihr Arzt oder Ihre Ärztin individuell festlegt. Auch eine krankengymnastische Behandlung zur Entspannung des Zwerchfells kann unterstützend wirken. In ausgeprägten Fällen wird ein chirurgisches Durchtrennen des einengenden Bandes erwogen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird vor allem dann empfohlen, wenn die konservativen Maßnahmen nicht ausreichen, starke Schmerzen bestehen oder ein erheblicher Gewichtsverlust auftritt. Der Eingriff wird meist minimalinvasiv (per Bauchspiegelung) durchgeführt und kann die Durchblutung wiederherstellen.
Leben mit der Erkrankung
Mit MALS kann man lernen umzugehen, auch wenn es manchmal Geduld braucht. Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers und planen Sie Ihre Mahlzeiten bewusst. Es kann helfen, ein Tagebuch zu führen, um festzustellen, welche Situationen die Beschwerden auslösen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige, moderater Bewegung, die keine starken Bauchschmerzen verursacht
- Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation, um Stress abzubauen
- Ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Lebensweise
Ernährung und Bewegung
Eine leichte, fettarme Ernährung kann die Symptome lindern. Bevorzugen Sie gut verdauliche Speisen und vermeiden Sie sehr große Portionen. Bewegung ist wichtig, aber wählen Sie Aktivitäten mit geringer Belastung wie Spazierengehen oder Schwimmen. Besprechen Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten mit einer Ernährungsfachperson, falls Sie Gewicht verlieren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Bauchschmerzen und unklare Diagnosen können emotional belastend sein. Es ist normal, dass man sich manchmal ängstlich oder niedergeschlagen fühlt. Scheuen Sie sich nicht, auch über diese Gefühle zu sprechen – Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen dabei helfen.
Vorbeugung
MALS ist eine anatomische Besonderheit und lässt sich nicht aktiv verhindern. Es ist auch nicht bekannt, dass bestimmte Verhaltensweisen das Entstehen der Erkrankung begünstigen.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen MALS. Es gelten die allgemeinen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein Screening für MALS. Die Diagnose wird nur bei Personen durchgeführt, die entsprechende Beschwerden haben.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn MALS unbehandelt bleibt, können Schmerzen und Gewichtsverlust zunehmen.
- Eine dauerhaft verminderte Durchblutung kann zu Funktionsstörungen der Bauchorgane führen.
- Schwere Mangelernährung und Müdigkeit können die Lebensqualität stark einschränken.
Langzeitprognose
Auch wenn die Erkrankung belastend sein kann, gibt es gute Nachrichten: Mit der richtigen Behandlung, sei es eine konservative Therapie oder ein chirurgischer Eingriff, bessern sich die Beschwerden bei vielen Menschen deutlich. Die Erfolgsaussichten nach einer Operation sind in erfahrenen Zentren gut. Eine frühzeitige Abklärung erhöht die Chance auf eine wirksame Behandlung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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