Cholera – was Sie über die Durchfallerkrankung wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Cholera ist eine schwere Infektionskrankheit des Darms. Sie wird durch Bakterien ausgelöst, die über verunreinigtes Wasser oder verunreinigte Lebensmittel in den Körper gelangen. Das Hauptzeichen ist sehr starker, wässriger Durchfall, der zu gefährlichem Flüssigkeitsverlust führen kann.
Wichtige Fakten
- Cholera entsteht durch das Bakterium Vibrio cholerae.
- Die Ansteckung erfolgt fast immer über verunreinigtes Wasser oder Essen.
- Mit schneller Hilfe durch Flüssigkeits- und Salzersatz ist Cholera gut behandelbar.
In Deutschland ist Cholera heute sehr selten. Fälle kommen fast nur bei Menschen vor, die aus Risikogebieten zurückkehren, in denen es an sauberem Wasser und guter Abwasserentsorgung fehlt.
Cholera kann jeden treffen, aber besonders gefährdet sind Menschen in Gebieten mit schlechter Wasserversorgung und mangelnder Hygiene. Auch Reisende in solche Gebiete können sich anstecken.
Symptome
- Zeichen einer schweren Dehydrierung: keine Urinausscheidung, sehr trockener Mund, eingefallene Augen, kalte oder blasse Haut
- Kreislaufschock: schwacher schneller Puls, Blutdruckabfall, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit
- Wenn jemand in kurzer Zeit sehr viel Flüssigkeit verliert, sofort den Notruf 112 wählen.
- ⚠Wässriger Durchfall, der länger als einen Tag anhält
- ⚠Wiederholtes Erbrechen, sodass keine Flüssigkeit aufgenommen werden kann
- ⚠Anzeichen von Austrocknung wie starker Durst, dunkler Urin oder weniger Urin als sonst
Häufige Symptome
- Starker, wässriger Durchfall (oft ‚reiswasserartig‘)
- Erbrechen
- Durst und trockene Schleimhäute
- Muskelkrämpfe (zum Beispiel in Waden)
- Schwäche und Unwohlsein
Symptome bei Kindern
- Schnell eintretende Teilnahmslosigkeit und Müdigkeit
- Eingesunkene Augen und trockene Windel für mehrere Stunden
- Starker Flüssigkeitsverlust kann bei Kindern besonders schnell gefährlich werden
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ausgeprägter Flüssigkeitsverlust, der schneller zu Kreislaufproblemen führt
- Verwirrtheit oder Schwindel durch Dehydrierung
- Verschlechterung von bestehenden Krankheiten, etwa Herz- oder Nierenerkrankungen
Ursachen
Hauptursachen
- Die Infektion wird durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst.
- Die Bakterien verbreiten sich über den Stuhl infizierter Personen.
- Sie gelangen in Trinkwasser oder Lebensmittel, wenn Hygiene und sanitäre Anlagen fehlen.
Risikofaktoren
- Reisen in Gebiete mit unzureichender Wasser- und Abwasserversorgung
- Leben in Regionen mit Katastrophen oder Flüchtlingslagern
- Konsum von rohen Lebensmitteln oder nicht abgekochtem Trinkwasser in Risikogebieten
- Eine Magen-Darm-Erkrankung, die Magensäure reduziert, begünstigt Infektionen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starkem, anhaltendem Durchfall und Erbrechen, vor allem nach einer Reise in ein Risikogebiet, sollten Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
- Wenn Sie Anzeichen von Dehydrierung bemerken, suchen Sie umgehend eine Praxis oder Klinik auf.
- Bei Reisewarnungen oder Kontakt mit Erkrankten: Sicherheitshalber ärztlich abklären lassen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eine Reise in ein Gebiet mit möglicher Cholera planen, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Schutzmaßnahmen.
- Bei wiederkehrendem Durchfall oder Magenproblemen klären Sie auch andere Ursachen ab.
Diagnose
Die Diagnose stellt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt anhand Ihrer Beschwerden und einer Reiseanamnese. Eine genaue Bestätigung erfolgt durch eine Stuhlprobe.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhlprobe zum Nachweis des Bakteriums Vibrio cholerae
- Körperliche Untersuchung, vor allem um den Flüssigkeitszustand zu prüfen
- Blutuntersuchung auf Elektrolyte und Nierenfunktion bei schweren Verläufen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der Praxis werden Sie gefragt, wo Sie in den letzten zwei Wochen waren und was Sie gegessen und getrunken haben. Für die Stuhlprobe erhalten Sie einen Becher, in den Sie eine kleine Probe abgeben. Das Ergebnis ist meist innerhalb weniger Tage da. Ist der Zustand schwer, erfolgt die Behandlung im Krankenhaus.
Behandlung
Der wichtigste Behandlungsgrundsatz ist der Ausgleich von Wasser und Salzen. Solange Sie trinken können, geschieht das mit einer speziellen Trinklösung. Bei schwerem Verlauf sind Infusionen notwendig.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken: abgekochtes Wasser oder spezielle Trinklösungen aus der Apotheke – in kleinen Schlucken
- Auf hygienische Zubereitung achten, um weitere Keime zu vermeiden
- Den Körper schonen und ausruhen
- Auf Milchprodukte und stark gewürzte Speisen verzichten, solange der Durchfall besteht
Medizinische Behandlungen
Ärztinnen und Ärzte behandeln Cholera vor allem mit Flüssigkeits- und Salzlösungen, die über den Mund oder bei schweren Fällen über die Vene gegeben werden. In bestimmten Situationen können auch Antibiotika eingesetzt werden, um die Dauer der Erkrankung zu verkürzen. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Leben mit der Erkrankung
Während der Erkrankung sollten Sie sich zu Hause erholen, viel trinken und auf Ihre Hygiene achten, um andere nicht anzustecken. Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife, besonders nach dem Toilettengang.
Tipps für den Alltag
- Nur abgekochtes oder anderweitig sicheres Wasser trinken
- Lebensmittel gründlich waschen oder kochen
- Händewaschen mit Seife vor dem Essen und nach dem Toilettengang
Ernährung und Bewegung
Eine leichte Kost, die den Darm nicht reizt, ist empfehlenswert. Dazu gehören zum Beispiel trockener Zwieback, klare Suppen, gekochter Reis und Bananen. Mit Sport und körperlicher Anstrengung sollten Sie warten, bis der Durchfall vollständig abgeklungen ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Infektion wie Cholera kann verunsichern, besonders wenn man schwer erkrankt ist oder in einem Risikogebiet lebt. Sorgen und Ängste sind verständlich. Sprechen Sie darüber – mit vertrauten Menschen, aber auch mit Ihrem medizinischen Team.
Vorbeugung
Cholera kann durch sauberes Trinkwasser, gute Abwasserentsorgung und grundlegende Hygienemaßnahmen gut verhindert werden. Für Reisende gilt: ‚Koch es, schäl es, oder lass es‘ – also nur abgekochtes Wasser trinken und Essen gut durcherhitzen.
Impfungen
Es gibt Schluckimpfstoffe gegen Cholera, die für Reisende in bestimmte Risikogebiete empfohlen sein können. Ob eine Impfung für Sie infrage kommt, besprechen Sie rechtzeitig vor der Reise mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Ein übliches Screening in Deutschland gibt es nicht. Bei bestimmten Reisezielen kann eine Reiseberatung sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schwere Dehydrierung führt dazu, dass die Nieren nicht mehr arbeiten und Organe geschädigt werden können
- Kreislaufschock mit lebensbedrohlichem Blutdruckabfall
- Bei nicht rechtzeitiger Behandlung kann Cholera zum Tode führen – das ist aber selten, wenn moderne Medizin verfügbar ist
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung – vor allem dem Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen – ist Cholera in den meisten Fällen innerhalb weniger Tagen überstanden. Die Heilungschancen sind sehr gut, wenn Sie schnell ärztliche Hilfe suchen.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Robert Koch-Institut ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.