Dupuytren-Kontraktur: Gut erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Dupuytren-Kontraktur ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes in der Handfläche. Dabei verhärten sich Stränge unter der Haut und ziehen sich zusammen. Dadurch werden ein oder mehrere Finger langsam nach innen gezogen. Typisch ist, dass der Finger nicht mehr vollständig gestreckt werden kann.
Wichtige Fakten
- Die Erkrankung ist gutartig und nicht lebensbedrohlich.
- Sie verläuft oft über Jahre und ist meist nicht schmerzhaft.
- Nicht jeder Knoten muss sofort behandelt werden – eine Beobachtung ist manchmal genug.
- Mit einer frühzeitigen Behandlung kann die Handfunktion meist erhalten bleiben.
Ja, sie ist eine der häufigsten gutartigen Erkrankungen des Bindegewebes der Hand. Besonders Menschen über 50 Jahren sind betroffen.
Hauptsächlich Männer ab dem 50. Lebensjahr erkranken, Frauen sind seltener betroffen. Auch Menschen mit Diabetes, Epilepsie, erhöhtem Alkoholkonsum oder einer Familiengeschichte mit der Erkrankung haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Bei plötzlichen Lähmungserscheinungen, Gefühllosigkeit oder einer hochroten, schmerzhaften Schwellung der Hand sollten Sie sofort den Notruf 112 wählen. Diese Zeichen gehören nicht zur typischen Dupuytren-Kontraktur, können aber auf eine schwere Verletzung oder Durchblutungsstörung hindeuten.
- ⚠Wenn sich innerhalb weniger Tage oder Wochen eine starke Bewegungsunfähigkeit entwickelt
- ⚠Wenn die Handfläche anschwillt, sich heiß anfühlt oder stark schmerzt
- ⚠Wenn Sie mit der betroffenen Hand plötzlich nichts mehr festhalten können
Häufige Symptome
- Knoten oder Verhärtungen in der Handfläche
- Derbe Stränge unter der Haut, die wie Schnüre zu spüren sind
- Finger, zum Beispiel Ringfinger oder Kleiner Finger, werden nach innen gebeugt
- Schwierigkeiten, die Finger vollständig zu strecken
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern tritt die Dupuytren-Kontraktur so gut wie nie auf. In sehr seltenen Fällen kann sie mit angeborenen Syndromen verbunden sein, benötigt dann aber eine spezielle kinderärztliche Abklärung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen ist die Krümmung oft stärker und betrifft häufiger beide Hände. Dadurch können Alltagstätigkeiten wie das Greifen großer Gegenstände, das Anziehen oder das Händewaschen eingeschränkt sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt.
- Eine erbliche Veranlagung spielt eine wesentliche Rolle – die Erkrankung kommt in manchen Familien gehäuft vor.
- Es kommt zu einer Zunahme von Bindegewebszellen, die sich zu Strängen verdichten.
Risikofaktoren
- Männliches Geschlecht
- Alter über 50
- Familiäre Vorbelastung
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Anfallsleiden (Epilepsie)
- Starker Alkoholkonsum
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Suchen Sie noch am selben Tag einen Arzt auf, wenn Sie mehrere Finger nicht mehr strecken können, die Hand stark geschwollen oder gerötet ist oder Sie starke Schmerzen haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin beim Hausarzt oder einer Handärztin, wenn Sie Knoten oder Stränge in der Handfläche bemerken oder ein Finger zunehmend gebeugt bleibt.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung der Hand gestellt. Der Arzt tastet die Handfläche ab und prüft, wie weit Sie die Finger strecken können. Dazu wird die Hand flach auf einen Tisch gelegt.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung
- Messung der Fingerkrümmung mit einem Winkelmesser oder einem einfachen Lineal
- In einzelnen Fällen eine Ultraschalluntersuchung, um das Ausmaß der Stränge zu beurteilen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist unkompliziert und ohne besondere Vorbereitung möglich. Sie erfahren meist sofort, ob eine Dupuytren-Kontraktur vorliegt und wie ausgeprägt sie ist.
Behandlung
Wie behandelt wird, hängt davon ab, wie stark die Finger betroffen sind und wie sehr Sie im Alltag beeinträchtigt sind. Bei einer leichten Kontraktur kann es reichen, die Hand regelmäßig zu beobachten. Bei stärkeren Krümmungen gibt es Möglichkeiten, die Stränge zu durchtrennen oder das Gewebe zu entfernen. Ziel ist es, die Beweglichkeit der Finger zu erhalten oder zu verbessern.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegen Sie Ihre Finger mehrmals täglich und strecken Sie sie vorsichtig
- Wärmeanwendungen, zum Beispiel ein warmes Handbad, können die Durchblutung fördern
- Vermeiden Sie anhaltenden festen Druck auf die Handfläche
- Nutzen Sie bei Hausarbeiten Hilfsmittel wie dicke Griffe, um die Hand zu schonen
Medizinische Behandlungen
Es gibt Behandlungsverfahren, bei denen ein Medikament in den Strang gespritzt wird, um ihn aufzuweichen. Auch eine sogenannte Nadelfasziotomie ist möglich, bei der der Strang mit einer dünnen Nadel durchtrennt wird. In ausgeprägteren Fällen kommt eine Operation in Frage, bei der das veränderte Gewebe entfernt wird. Welche Methode für Sie die beste ist, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird meist dann empfohlen, wenn die Fingerkrümmung mehr als 30 Grad beträgt, die Handfunktion deutlich einschränkt ist oder andere Maßnahmen nicht helfen. Dabei wird das verhärtete Bindegewebe aus der Hohlhand entfernt. Nach der Operation ist eine Handtherapie wichtig, um die Beweglichkeit wiederherzustellen.
Leben mit der Erkrankung
Morbus Dupuytren erfordert im Alltag oft nur kleine Anpassungen. Je früher Sie auf Veränderungen achten und Ihre Hand regelmäßig bewegen, desto länger bleibt sie meist gut nutzbar. Sollten Sie Einschränkungen spüren, geben Sie der betroffenen Hand ausreichend Erholungsphasen.
Tipps für den Alltag
- Machen Sie regelmäßig Fingerübungen, um die Beweglichkeit zu fördern
- Vermeiden Sie Überlastung und langes festes Zupacken
- Falls Sie rauchen oder viel Alkohol trinken, holen Sie sich Unterstützung für ein gesünderes Leben
- Besuchen Sie bei Bedarf eine Ergotherapie, um praktische Handlungshilfen zu erlernen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten unterstützt die Gewebegesundheit, kann die Erkrankung aber nicht heilen. Leichte Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren ist empfehlenswert, da sie die Durchblutung anregt. Spezielle Handübungen können mit einem Therapeuten abgestimmt werden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn die Hand im Alltag weniger funktioniert, kann das belastend sein. Es ist normal, sich dann unsicher oder traurig zu fühlen. Scheuen Sie sich nicht, mit Angehörigen oder Freunden zu sprechen. Bei anhaltender gedrückter Stimmung hilft eine ärztliche Beratung.
Vorbeugung
Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht, da die Neigung zu dieser Erkrankung zum Teil vererbt wird. Sie können aber Ihren Lebensstil so gestalten, dass Risikofaktoren wie Rauchen und Alkohol eine geringere Rolle spielen. Frühes Erkennen und Behandeln hilft, schwerere Verläufe zu vermeiden.
Impfungen
Es gibt keine Impfung, die vor einer Dupuytren-Kontraktur schützt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Früherkennungsprogramm. Wenn Sie in Ihrer Familie Fälle kennen, sollten Sie regelmäßig Ihre Handinnenflächen beobachten und Veränderungen frühzeitig ärztlich abklären lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitende Fingerkrümmung, die sich nicht mehr vollständig strecken lässt
- Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten wie Greifen, Schreiben oder Sport
- In fortgeschrittenen Fällen eine dauerhafte Beugekontraktur, die die Handfunktion stark einschränkt
Langzeitprognose
Die Dupuytren-Kontraktur ist gutartig und beeinflusst die Lebenserwartung nicht. Mit einer passenden Behandlung – von Übungen bis zur Operation – kann die Handfunktion in den meisten Fällen erhalten oder wiederhergestellt werden. Je früher Sie handeln, desto besser sind die Aussichten.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.