Pilz-Sinusitis – Pilzinfektion der Nasennebenhöhlen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Pilz-Sinusitis ist eine Entzündung oder Infektion der Nasennebenhöhlen, die durch Pilze verursacht wird. Diese Pilze sind oft Schimmelpilze, die in der Luft vorkommen. Es gibt verschiedene Formen: Manche verlaufen mild, andere schwerwiegend. Die Behandlung hängt von der Art der Infektion ab.
Wichtige Fakten
- Pilz-Sinusitis ist nicht ansteckend.
- Sie betrifft vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen.
- Manchmal bildet sich ein Pilzball in einer Nebenhöhle – das ist eine Ansammlung von Pilzgewebe.
- Schwere Verläufe sind selten, müssen aber schnell behandelt werden.
Pilz-Sinusitis ist deutlich seltener als eine gewöhnliche, durch Viren oder Bakterien verursachte Nasennebenhöhlenentzündung. Bestimmte Formen wie der Pilzball sind jedoch nicht sehr selten.
Betroffen sind häufig Menschen mit Asthma, Nasenpolypen, Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem – zum Beispiel durch eine schwere Erkrankung oder durch Medikamente, die die Abwehrkräfte dämpfen.
Symptome
- Plötzliche Sehstörungen oder Doppelbilder – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Schwellung oder Rötung um die Augen oder im Gesicht – sofort 112 wählen.
- Hohes Fieber mit starkem Kopfschmerz – sofort Notruf 112.
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung – sofort 112.
- Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken – sofort 112.
- ⚠Schwere Gesichts- oder Kopfschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Wiederholtes Nasenbluten ohne erkennbare Ursache
- ⚠Verschlechterung des Allgemeinzustands, besonders bei geschwächtem Immunsystem
Häufige Symptome
- Verstopfte Nase oder einseitiger Schnupfen
- Schmerzen oder Druckgefühl im Gesicht
- Kopfschmerzen, oft auf einer Seite
- Verminderter Geruchssinn
- Schleim- oder Eiterfluss aus der Nase
- Gelegentlich kleine Blutspuren im Nasensekret
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ähneln die Beschwerden denen von Erwachsenen: anhaltende Nasenverstopfung, Gesichtsschmerzen und manchmal Mundgeruch. Kinder sind insgesamt seltener betroffen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können Symptome wie Verwirrtheit, Müdigkeit oder Fieber im Vordergrund stehen. Manche ältere Menschen spüren weniger Schmerzen, weshalb die Infektion später bemerkt wird.
Ursachen
Hauptursachen
- Pilze der Gattung Aspergillus – sie sind der häufigste Auslöser.
- Andere Schimmelpilze aus der Umgebung können ebenfalls Infektionen verursachen.
- Ein Pilzball entsteht, wenn Pilzfäden sich mit Schleim und Zellresten in einer Nebenhöhle ansammeln.
- Bei der allergischen Form reagiert das Immunsystem überschießend auf Pilzbestandteile.
Risikofaktoren
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. nach Organtransplantation, bei HIV oder durch Chemotherapie)
- Schlecht eingestellte Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
- Nasenpolypen
- Frühere Nasenoperationen oder Fremdkörper in der Nase
- Längerer Einsatz von Antibiotika oder Kortisonpräparaten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Sehstörungen, Schwellungen im Gesicht, hohem Fieber oder starker Verschlechterung wählen Sie sofort den Notruf 112.
- Wenn Sie ein geschwächtes Immunsystem haben und Fieber oder Gesichtsschmerzen bekommen, suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn verstopfte Nase, Druckschmerz im Gesicht und Kopfschmerzen länger als eine Woche bestehen oder immer wiederkehren.
- Wenn Sie den Verdacht auf eine Pilz-Sinusitis haben, zum Beispiel weil die Beschwerden trotz üblicher Behandlung nicht besser werden.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte. Bei einer Nasenspiegelung schaut er mit einem dünnen, biegsamen Instrument mit Kamera in Ihre Nase. Bei Auffälligkeiten kann eine Computertomographie die Nebenhöhlen genau darstellen. Manchmal wird auch eine kleine Gewebeprobe entnommen, um Pilze sicher nachzuweisen.
Mögliche Untersuchungen
- Nasenendoskopie: Blick in die Nase mit einer kleinen Kamera
- Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) der Nasennebenhöhlen
- Laboruntersuchung von Gewebeproben oder Nasensekret
- Allergietests, wenn eine allergische Pilz-Sinusitis vermutet wird
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen finden meist ambulant statt, Sie müssen also nicht ins Krankenhaus. Sie dauern nur wenige Minuten und sind in der Regel nicht schmerzhaft. Bei der Nasenspiegelung wird manchmal ein leichtes Betäubungsspray verwendet. Nach der Diagnose bespricht Ihr Behandlungsteam mit Ihnen die nächsten Schritte.
Behandlung
Wie die Pilz-Sinusitis behandelt wird, hängt von der Form und Schwere ab. Die Empfehlungen der Fachgesellschaften (AWMF-Leitlinie) werden dabei beachtet. Ein Pilzball wird meist operativ entfernt. Bei invasiven (in das Gewebe eindringenden) Pilzinfektionen sind rasch wirkende Medikamente notwendig.
Selbsthilfe zu Hause
- Nasenspülungen mit einer Kochsalzlösung, die Sie in der Apotheke erhalten und anwenden können
- Viel trinken, um das Sekret zu verflüssigen
- Wasserdampf einatmen, damit die Schleimhäute feucht bleiben
- Auf ausreichend Schlaf und Erholung achten
- Rauchen meiden, denn Tabakrauch reizt die Schleimhäute
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente, die gegen Pilze wirken (Antimykotika). Sie werden als Tabletten, Kapseln oder Infusion verabreicht. Bei der allergischen Form können außerdem Kortisonpräparate eingesetzt werden, um die Entzündung zu hemmen. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, entscheidet allein Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt vor allem infrage, wenn sich ein Pilzball entfernen lässt oder Nasenpolypen die Belüftung behindern. Auch bei invasiven Pilzinfektionen ist eine Operation oft notwendig, um abgestorbenes Gewebe zu entfernen. Der Eingriff erfolgt meist über die Nase, sodass von außen keine Narben sichtbar sind.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Behandlung können Sie in der Regel Ihren Alltag wieder normal gestalten. Halten Sie Ihre Kontrolltermine ein und melden Sie neue Beschwerden frühzeitig, damit schnell reagiert werden kann.
Tipps für den Alltag
- Pflegen Sie Ihre Nasen: regelmäßiges Spülen mit Kochsalzlösung beugt Verkrustungen vor
- Vermeiden Sie Schimmel in der Wohnung, indem Sie gut lüften und feuchte Stellen beseitigen
- Stellen Sie Ihren Blutzucker bei Diabetes gut ein – das stärkt die Abwehrkräfte
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau unterstützen das Immunsystem
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und leichte Bewegung – zum Beispiel Spaziergänge – helfen Ihrem Körper, Infektionen besser zu bewältigen. Nach einer Operation sprechen Sie größere sportliche Aktivitäten vorher mit Ihrem Arzt ab.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Nasennebenhöhlenbeschwerden können seelisch belasten, besonders wenn sie lange andauern. Es ist völlig normal, sich davon niedergeschlagen zu fühlen. Nehmen Sie Ihre Gefühle ernst und suchen Sie sich Unterstützung – professionelle Hilfe kann sehr entlastend sein.
Vorbeugung
Eine Pilz-Sinusitis lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Sie können Ihr Risiko jedoch senken: Behandeln Sie Allergien konsequent, vermeiden Sie Schimmel in der Wohnung und stärken Sie Ihr Immunsystem durch einen gesunden Lebensstil.
Impfungen
Gegen Pilzinfektionen gibt es keine Impfung.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung einer Pilz-Sinusitis gibt es nicht. Bei bekannten Risikofaktoren kann eine regelmäßige Kontrolle durch Ihre Hausärztin oder Ihren HNO-Arzt sinnvoll sein – sprechen Sie ihn oder sie darauf an.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Pilzinfektion kann auf das Auge übergreifen und zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen
- Sie kann auf das Gehirn übergreifen und eine Hirnhautentzündung verursachen
- Bei invasiven Formen können Blutgefäße geschädigt werden
- Knochengewebe kann zerstört werden
Langzeitprognose
Die meisten Formen der Pilz-Sinusitis – insbesondere der Pilzball – lassen sich gut und dauerhaft behandeln. Nach einer Operation ist die Heilungsaussicht sehr gut. Selbst bei invasiven Formen kann eine schnelle und intensive Behandlung viele Menschen heilen. Ihr Behandlungsteam begleitet Sie eng und sorgt sich um Ihre Genesung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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