Herzschwäche verstehen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Herzinsuffizienz – im Alltag auch Herzschwäche genannt – bedeutet, dass das Herz nicht mehr genug Blut durch den Körper pumpen kann. Dadurch bekommen manche Organe und Gewebe zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe.
Wichtige Fakten
- Das Herz pumpt schwächer als ein gesundes Herz.
- Herzschwäche ist keine plötzliche Erkrankung, sondern entwickelt sich meist über Jahre.
- Eine gute Behandlung kann die Beschwerden lindern und die Lebensqualität deutlich verbessern.
Ja. Herzschwäche ist eine häufige Erkrankung, besonders bei älteren Menschen. In Deutschland sind schätzungsweise mehr als zwei Millionen Menschen betroffen.
Betroffen sind vor allem Menschen über 60 Jahren. Aber auch jüngere Menschen können eine Herzschwäche entwickeln, zum Beispiel nach einer Herzmuskelentzündung oder angeborenen Herzfehlern.
Symptome
- Plötzliche starke Atemnot, auch in Ruhe
- Brustschmerzen, die in den Arm, den Rücken oder den Kiefer ausstrahlen können
- Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- ⚠Deutliche Zunahme der Beschwerden innerhalb weniger Tage
- ⚠Gewichtszunahme von mehr als 2 Kilogramm in 2 bis 3 Tagen
- ⚠Stark geschwollene Beine und zunehmende Erschöpfung
Häufige Symptome
- Atemnot bei Belastung oder im Liegen
- Müdigkeit und Erschöpfung bei alltäglichen Tätigkeiten
- Geschwollene Knöchel, Beine oder Füße
- Husten, besonders nachts
- Schnelle Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können Anzeichen wie Trinkschwäche, schnelle Atmung oder verzögertes Wachstum auftreten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen zeigt sich Herzschwäche oft durch Verwirrtheit, allgemeine Schwäche, wenig Appetit oder zunehmende Erschöpfung.
Ursachen
Hauptursachen
- Koronare Herzkrankheit (verengte Herzkranzgefäße)
- Bluthochdruck
- Herzinfarkt
- Herzmuskelentzündung
- Erkrankungen der Herzklappen
Risikofaktoren
- Rauchen
- Diabetes mellitus
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Hoher Alkoholkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich sehr kurzatmig sind oder sich deutlich schwächer fühlen
- Bei Anzeichen eines Herzinfarkts: sofort den Notruf 112 wählen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie neu oder verstärkt unter Atemnot oder Erschöpfung bei Belastung leiden
- Wenn Sie zunehmend geschwollene Knöchel oder Beine bemerken
Diagnose
Der Arzt fragt zunächst nach Ihren Beschwerden und Vorerkrankungen. Danach hört er Ihr Herz ab und ordnet weitere Untersuchungen an.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung auf bestimmte Herzwerte
- EKG (Elektrokardiogramm) – Aufzeichnung der Herzströme
- Ultraschall des Herzens (Echokardiografie)
- Belastungstest auf dem Fahrrad oder Laufband
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und dauern nicht lange. Meist müssen Sie dafür nicht ins Krankenhaus – Ihr Hausarzt überweist Sie bei Bedarf an eine kardiologische Fachpraxis.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, das Herz zu entlasten, Beschwerden zu lindern und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Je früher die Herzschwäche erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln.
Selbsthilfe zu Hause
- Wiegen Sie sich täglich und suchen Sie bei rascher Gewichtszunahme ärztlichen Rat
- Reduzieren Sie Speisesalz – zum Beispiel bei Fertigprodukten und Wurstwaren
- Achten Sie auf die vom Arzt empfohlene Trinkmenge
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber ohne sich zu überlasten
- Meiden Sie Rauchen und Alkohol
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung umfasst Medikamente, die das Herz entlasten, den Blutdruck senken oder überschüssiges Wasser aus dem Körper schwemmen. Ihr Arzt wird Ihnen eine individuell abgestimmte Therapie verschreiben. Die genaue Einstellung braucht Zeit und regelmäßige Kontrollen. Lassen Sie sich außerdem gut über Ihre Blutdruck- und Blutzuckerwerte beraten, falls Sie an Diabetes oder Bluthochdruck leiden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei manchen Formen der Herzschwäche können Eingriffe sinnvoll sein, zum Beispiel die Operation einer undichten Herzklappe, ein Bypass oder das Einsetzen eines Herzschrittmachers oder Defibrillators. Ob das für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrem Kardiologen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Herzschwäche lässt sich lange gut leben, wenn Sie auf sich achten und die Behandlung konsequent durchführen. Es ist wichtig, Ihren Körper gut zu beobachten und regelmäßig zur Kontrolle zu gehen.
Tipps für den Alltag
- Planen Sie im Alltag ausreichend Pausen ein
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf
- Vermeiden Sie starke körperliche Anstrengung – aber ohne sich zu schonen
- Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin
Ernährung und Bewegung
Empfohlen wird eine ausgewogene, salzarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Bewegung sollte leicht und regelmäßig sein – zum Beispiel 20 bis 30 Minuten Spazierengehen pro Tag, je nachdem wie Sie sich fühlen. Besprechen Sie die für Sie passende Bewegung mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Erkrankung kann Sorgen und Ängste auslösen. Das ist ganz normal. Ein offenes Gespräch mit Ihrem Arzt, Bewegung an der frischen Luft und Austausch mit Angehörigen können helfen. Wenn Sie sich über längere Zeit niedergeschlagen oder hoffnungslos fühlen, wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder eine psychologische Beratungsstelle.
Vorbeugung
Nicht jede Herzschwäche lässt sich verhindern, aber ein gesunder Lebensstil kann das Risiko deutlich senken. Wichtig sind die Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes, ein Verzicht auf Rauchen und regelmäßige körperliche Aktivität.
Impfungen
Für Menschen mit Herzschwäche werden oft eine Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken empfohlen. Sprechen Sie dazu mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung für Herzinsuffizienz. Beim allgemeinen Gesundheits-Check-up, den die Krankenkassen in Deutschland anbieten, können Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Herzschwäche kann sich mit der Zeit verschlimmern
- Es kann zu wiederholten Krankenhausaufenthalten wegen Atemnot kommen
- In schweren Fällen können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten
Langzeitprognose
Auch wenn eine Herzinsuffizienz nicht heilbar ist, gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten, die die Lebensqualität deutlich verbessern können. Viele Menschen leben mit einer Herzschwäche noch viele Jahre aktiv und zufrieden. Eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Ärzteteam ist dafür der wichtigste Schritt.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.