In-Stent-Restenose: Wenn sich eine Herzkranzarterie erneut verengt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine In-Stent-Restenose bedeutet, dass sich eine Herzkranzarterie an der Stelle wieder verengt, an der ein Stent eingesetzt wurde. Ein Stent ist ein kleines Drahtgitter, das ein Blutgefäß offen hält. Bei der Restenose wächst Gewebe in den Stent hinein oder es bildet sich ein Blutgerinnsel, sodass das Blut nicht mehr gut fließen kann.
Wichtige Fakten
- Ein Stent ist ein Röhrchen aus Metallgeflecht, das eine verengte Herzkranzarterie offenhält.
- Eine In-Stent-Restenose tritt meist Monate bis Jahre nach dem Einsetzen auf.
- Sie kann erneut behandelt werden, zum Beispiel mit einem neuen Stent oder einer Bypass-Operation.
Es ist nicht selten. Bei etwa 10 von 100 Menschen mit einem Stent kann sich das Gefäß erneut verengen. Dank moderner Medikamente und Stents ist die Wahrscheinlichkeit heute geringer als früher.
Sie betrifft Menschen, die bereits einen Stent in einer Herzkranzarterie haben. Das sind meist ältere Menschen, aber auch Jüngere können betroffen sein, etwa bei bestimmten Zuckerkrankheiten oder nach erneuten Verstopfungen.
Symptome
- Starke oder länger als 5 Minuten anhaltende Brustschmerzen
- Ausstrahlende Schmerzen in ein oder beide Arme, Rücken, Kiefer oder Bauch
- Schwere Luftnot, kalter Schweiß, Übelkeit oder das Gefühl einer drohenden Ohnmacht
- ⚠Schmerzen in der Brust, die in Ruhe nicht nachlassen
- ⚠Neue oder häufiger kommende Schmerzen bei leichter Belastung
Häufige Symptome
- Druck- oder Engegefühl in der Brust (Angina pectoris), besonders bei Belastung
- Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung
- Schmerzen in Rücken, Nacken, Arm oder Oberbauch
Symptome bei Kindern
- Kinder, die wegen eines angeborenen Herzfehlers einen Stent erhalten haben, zeigen oft keine typischen Brustschmerzen. Achten Sie auf auffällige Müdigkeit, weniger Appetit oder Atemnot beim Spielen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die Beschwerden manchmal untypisch: allgemeine Schwäche, Völlegefühl, Übelkeit oder Luftnot ohne klares Engegefühl.
Ursachen
Hauptursachen
- Das Gefäß heilt nach dem Stent-Einsatz. Dabei kann zu viel neues Gewebe wachsen und den Stent von innen wieder verengen.
- Bildung eines Blutgerinnsels im Stent, besonders wenn blutverdünnende Medikamente nicht regelmäßig eingenommen werden.
- Eine erneute Verkalkung und Arteriosklerose im Stent, die sich über Jahre entwickelt.
Risikofaktoren
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Rauchen
- Erhöhte Blutfette
- Bluthochdruck
- Übergewicht
- Nicht-Einnehmen der verordneten blutverdünnenden Medikamente
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie erneut Brustschmerzen, Luftnot oder andere Schmerzen wie vor der Stent-Behandlung bemerken, wenden Sie sich noch am selben Tag an eine Ärztin oder einen Arzt oder rufen Sie 112 an.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie trotz Behandlung zunehmend erschöpft sind oder eine Belastung nicht mehr wie bisher schaffen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und schaut sich Ihre Krankengeschichte an. Danach folgen meist schmerzfreie Untersuchungen, um die Durchblutung des Herzens zu prüfen. Ist ein Verdacht da, kann eine Herzkatheteruntersuchung Klarheit bringen.
Mögliche Untersuchungen
- EKG (Elektrokardiogramm) in Ruhe und bei Belastung
- Ultraschall des Herzens (Echokardiografie)
- Szintigrafie oder Stress-MRT, die zeigen, wie gut der Herzmuskel durchblutet ist
- Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiografie) – dabei kann der Arzt die Verengung direkt sehen und gleichzeitig behandeln
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist ambulant möglich. Bei der Herzkatheteruntersuchung benötigen Sie eine örtliche Betäubung und bleiben wach. Die Ärztin oder der Arzt bespricht das Ergebnis anschließend mit Ihnen und schlägt eine Behandlung vor.
Behandlung
Das Ziel ist, das Gefäß wieder zu öffnen, erneute Verengungen zu verhindern und die Beschwerden zu lindern. Je nach Ausmaß gibt es mehrere Möglichkeiten. Darüber entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie verordnete Medikamente regelmäßig – auch wenn Sie sich wohlfühlen.
- Bewegen Sie sich nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Rauchfrei bleiben und auf Alkohol weitgehend verzichten.
Medizinische Behandlungen
Medikamente gegen Blutgerinnsel (Blutverdünner) werden fast immer verordnet, um einen neuen Verschluss zu verhindern. Zusätzlich gibt es Mittel, die die Durchblutung verbessern, den Blutdruck senken und das Cholesterin regulieren. Auch Medikamente gegen Zuckerkrankheit können angepasst werden. Diese Behandlung wird individuell auf Sie abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn der Stent stark verengt ist, entfernen Ärztinnen und Ärzte das störende Gewebe meist mit einem Ballon und setzen oft einen neuen Stent ein. In manchen Fällen ist eine Bypass-Operation sinnvoll – dabei wird eine Umleitung um die verengte Stelle gelegt.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen haben nach der Behandlung wieder gute Lebensqualität. Achten Sie auf Ihren Körper, nehmen Sie Beschwerden ernst und halten Sie regelmäßige Kontrolltermine ein.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Medikamente zuverlässig ein – das ist das A und O.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z.B. 30 Minuten Gehen oder Radfahren an den meisten Tagen.
- Essen Sie ausgewogen und überwiegend pflanzlich.
- Vermeiden Sie Rauchen und Stress im Alltag.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten unterstützt die Gefäße. Fangen Sie mit moderater Bewegung an, zum Beispiel mit Spaziergängen. Ihr Behandlungsteam passt die Trainingsempfehlung an Ihren Gesundheitszustand an.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Angst vor einem erneuten Herzproblem ist verständlich. Sprechen Sie über Ihre Sorgen – mit Angehörigen, in einer Selbsthilfegruppe oder mit Ihrem Behandlungsteam. Psychische Belastung wirkt sich auch aufs Herz aus, deshalb ist es wichtig, sie ernst zu nehmen.
Vorbeugung
Eine In-Stent-Restenose lässt sich nicht ganz verhindern. Aber Sie können das Risiko deutlich senken: durch konsequente Medikamenteneinnahme, einen gesunden Lebensstil und gut eingestellte Grunderkrankungen wie Zucker, Blutdruck und Fettstoffwechsel.
Früherkennungsprogramme
Nach dem Einsetzen eines Stents sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Die Ärztin oder der Arzt prüft, ob Ihr Herz gut versorgt ist. Bei Beschwerden ist eine Herz-Kreislauf-Untersuchung nötig.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunahme der Beschwerden und Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit
- Herzinfarkt, wenn die Arterie ganz verschließt
- Herzrhythmusstörungen
Langzeitprognose
Eine In-Stent-Restenose ist heute gut behandelbar. Die Aussichten hängen stark davon ab, wie schnell gehandelt wird und wie konsequent die Nachsorge umgesetzt wird. Viele Betroffene sind nach einer erneuten Behandlung lange beschwerdefrei.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.