Augenkrebs: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Augenkrebs ist eine seltene Erkrankung, bei der bösartige Tumore im Auge oder in den angrenzenden Geweben entstehen. Es gibt verschiedene Formen, zum Beispiel das Aderhautmelanom bei Erwachsenen oder das Retinoblastom bei kleinen Kindern. Ein Tumor kann das Sehvermögen beeinträchtigen und sich in seltenen Fällen in andere Körperteile ausbreiten. Nicht jeder Tumor im Auge ist bösartig; viele Veränderungen sind gutartig.
Wichtige Fakten
- Augenkrebs ist selten und macht weniger als 1 % aller Krebserkrankungen aus.
- Eine frühe Erkennung verbessert die Behandlungsmöglichkeiten und oft auch den Erhalt des Sehvermögens.
- Die Behandlung richtet sich nach Art, Größe und Lage des Tumors und wird individuell geplant.
Nein, Augenkrebs ist eine sehr seltene Krebsart. Jedes Jahr erkranken in Deutschland nur wenige tausend Menschen daran.
Augenkrebs kann in jedem Alter auftreten. Bestimmte Formen wie das Retinoblastom treten meist bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Andere Formen, wie das Aderhautmelanom, kommen häufiger bei Erwachsenen über 50 Jahren vor.
Symptome
- Plötzlicher Verlust des Sehvermögens auf einem Auge
- Starke, plötzlich auftretende Augenschmerzen
- Schnelles Hervortreten eines Auges, zum Beispiel nach einem Unfall
- ⚠Neue, anhaltende Blitze oder ein plötzlicher Schatten im Gesichtsfeld
- ⚠Rötung, Schwellung oder Schmerzen im Auge, die nicht nachlassen
- ⚠Sichtbare Veränderungen an der Iris oder Pupille
Häufige Symptome
- Verschwommenes Sehen oder plötzliche Sehstörungen
- Blitze oder dunkle Flecken im Gesichtsfeld (sogenannte Mouches volantes)
- Ein dunkler Fleck auf der Regenbogenhaut (Iris)
- Veränderung der Pupillenform oder -größe
- Hervortreten eines Auges (Exophthalmus)
- Rötung oder Schwellung des Auges ohne erkennbare Ursache
Symptome bei Kindern
- Weißlicher Schimmer in der Pupille, besonders auf Fotos mit Blitzlicht
- Schielen oder Abweichen eines Auges
- Rötung oder Schwellung des Auges
- Sich verschlechterndes Sehvermögen beim Kleinkind
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Oft zunächst keine Symptome, daher sind regelmäßige Augenuntersuchungen wichtig
- Bestehende Sehschwäche verändert sich ohne neue Brille
- Augenschmerzen im fortgeschrittenen Stadium
- Gefühl eines Druckes im Auge
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache von Augenkrebs ist meist unbekannt.
- Bei manchen Formen, wie dem Retinoblastom, führt eine vererbte Veränderung im Erbgut zu unkontrolliertem Zellwachstum.
- Bei Erwachsenen entsteht Augenkrebs häufig aus Pigmentzellen der Aderhaut (Melanom).
Risikofaktoren
- Helle Haut, helle Augen und Sonnenempfindlichkeit
- Viele Muttermale an der Aderhaut
- Familiäre Vorbelastung (z.B. Retinoblastom im Kindesalter der Eltern)
- Längere intensive Sonnenbestrahlung ohne Augenschutz
- Alter über 50 Jahren
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche Sehstörungen oder ein neuer Schatten im Sichtfeld
- Augenschmerzen, die nicht innerhalb weniger Stunden nachlassen
- Schnelles Hervortreten eines Auges
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei Veränderungen des Sehens oder neuen Flecken im Auge innerhalb von zwei Wochen einen Augenarzt aufsuchen
- Wenn Sie über 40 sind, lassen Sie Ihre Augen regelmäßig, etwa alle zwei Jahre, untersuchen
- Bei familiärer Vorbelastung mit Augenkrebs ist eine frühzeitige augenärztliche Kontrolle sinnvoll
Diagnose
Der erste Schritt ist eine gründliche Untersuchung beim Augenarzt. Dabei wird das Auge mit speziellen Geräten betrachtet und die Sehkraft geprüft. Bei Verdacht auf einen Tumor folgt eine Überweisung an ein spezialisiertes Augenkrebszentrum, wo bildgebende Verfahren eingesetzt werden.
Mögliche Untersuchungen
- Spaltlampenuntersuchung: Mikroskopische Betrachtung des vorderen Augenabschnitts
- Augenspiegelung (Ophthalmoskopie): Blick auf die Netzhaut und Aderhaut
- Ultraschalluntersuchung des Auges
- Optische Kohärenztomographie (OCT): Schnittbilder der Netzhaut
- Fluoreszenzangiographie: Darstellung der Blutgefäße im Auge mit Kontrastmittel
- In manchen Fällen eine Gewebeprobe (Biopsie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern in der Regel ein bis zwei Stunden. Sie erhalten Tropfen, die die Pupille erweitern. Danach ist das Sehen für einige Stunden leicht verschwommen. Die endgültige Diagnose wird in einem spezialisierten Zentrum besprochen. Dort werden auch die weiteren Schritte individuell geplant.
Behandlung
Die Behandlung von Augenkrebs hängt von der Tumorart, der Größe, der Lage und davon ab, ob sich bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben. Ziel ist es, den Tumor zu entfernen und das Sehvermögen so weit wie möglich zu erhalten. Oft arbeitet ein Team aus Augenärzten, Strahlentherapeuten und Onkologen zusammen.
Selbsthilfe zu Hause
- Schützen Sie Ihre Augen mit einer Sonnenbrille mit UV-Schutz, besonders bei heller Sonne
- Nehmen Sie alle Kontrolltermine wahr, auch wenn Sie keine Beschwerden haben
- Beobachten Sie Ihr Auge regelmäßig auf Veränderungen, aber vermeiden Sie starkes Druckausüben
- Suchen Sie bei neuen Symptomen umgehend ärztlichen Rat
Medizinische Behandlungen
Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen unter anderem eine Strahlentherapie, bei der der Tumor mit hochenergetischer Strahlung zerstört wird, eine Laserbehandlung oder Kältetherapie (Kryotherapie). Bei fortgeschrittenen Tumoren oder wenn sich Zellen ausgebreitet haben, kommen Systemtherapien in Betracht, die den ganzen Körper betreffen (z.B. Immuntherapie oder zielgerichtete Therapie). Welche Behandlung im Einzelfall geeignet ist, entscheiden die behandelnden Ärzte gemeinsam mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein operativer Eingriff kann notwendig sein, um den Tumor vollständig zu entfernen. Bei sehr großen Tumoren oder wenn das Auge kein Licht mehr sieht, kann die Entfernung des Auges (Enukleation) erforderlich sein. Nach der Operation erhält man in der Regel eine gut angepasste Augenprothese, die das natürliche Aussehen weitgehend wiederherstellt.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Behandlung sind regelmäßige Nachkontrollen wichtig, um ein erneutes Auftreten frühzeitig zu erkennen. Wenn Sie auf einem Auge schlechter sehen, kann eine Anpassung an den Alltag nötig sein, zum Beispiel beim Autofahren oder Treppensteigen. Viele Menschen führen mit einer guten Rehabilitation ein erfülltes Leben.
Tipps für den Alltag
- Verzichten Sie auf das Rauchen, da dies das Risiko für Krebserkrankungen allgemein erhöht
- Schützen Sie Ihre Augen mit einer Sonnenbrille mit UV-Schutz
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsübungen oder regelmäßige Bewegung
- Nehmen Sie sich Zeit für die Verarbeitung der Diagnose und suchen Sie sich Unterstützung
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die allgemeine Gesundheit und das Immunsystem. Bewegen Sie sich regelmäßig, zum Beispiel durch Spazierengehen oder Radfahren, so wie es Ihr Gesundheitszustand erlaubt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebsdiagnose kann Ängste, Trauer und Unsicherheit auslösen. Das ist normal. Viele Betroffene finden Halt im Gespräch mit Angehörigen, in Selbsthilfegruppen oder durch psychologische Unterstützung. Auch die Sorge um den Verlust des Sehvermögens ist belastend. Sprechen Sie offen darüber und suchen Sie sich frühzeitig professionelle Hilfe.
Vorbeugung
Die meisten Formen von Augenkrebs lassen sich nicht sicher verhindern, da sie oft spontan entstehen. Sie können jedoch das Risiko für Augenmelanome möglicherweise senken, indem Sie starke Sonnenbestrahlung meiden und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen. Zudem hilft eine regelmäßige augenärztliche Untersuchung dabei, Auffälligkeiten früh zu erkennen.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen Augenkrebs.
Früherkennungsprogramme
Für die Allgemeinbevölkerung gibt es kein spezielles Screening auf Augenkrebs. Menschen mit einer familiären Vorbelastung, insbesondere bei Retinoblastom, sollten jedoch bereits im Kindesalter engmaschig augenärztlich untersucht werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Tumorwachstum führt zu weiterem Verlust des Sehvermögens
- Der Tumor kann sich in andere Organe ausbreiten (Metastasen), zum Beispiel in die Leber
- Das Auge kann durch den Tumor zerstört werden und schmerzhaft entzündet sein
- In fortgeschrittenen Fällen kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden
Langzeitprognose
Die Prognose bei Augenkrebs ist bei rechtzeitiger Behandlung oft gut. Viele Menschen werden vollständig geheilt, und das Sehvermögen kann in vielen Fällen erhalten werden. Auch wenn die Diagnose zunächst belastend ist, gibt es heute wirksame Therapien und viel Unterstützung, um mit der Erkrankung zu leben.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Krebshilfe ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.