Offenes Foramen ovale (PFO)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das offene Foramen ovale (PFO) ist eine kleine Öffnung zwischen den beiden oberen Herzkammern (Vorhöfen). Vor der Geburt ist diese Öffnung normal und wichtig, damit das Blut den noch nicht arbeitenden Lungenkreislauf umgehen kann. Nach der Geburt schließt sie sich meist innerhalb der ersten Monate. Bleibt sie offen, spricht man von einem PFO.
Wichtige Fakten
- Ein PFO ist eine kleine Verbindung zwischen den oberen Herzkammern, die nicht zugewachsen ist.
- Etwa jeder vierte Mensch hat ein PFO; die meisten merken nie etwas davon.
- Ein PFO verursacht meist keine Beschwerden, kann aber das Schlaganfallrisiko erhöhen.
- Nur wenn Beschwerden oder Risikofaktoren vorliegen, wird eine Behandlung empfohlen.
Ja, ein PFO ist recht häufig. Ungefähr 25 von 100 Menschen haben ein offenes Foramen ovale.
Ein PFO kann in jedem Alter vorkommen. Oft wird es zufällig entdeckt. Besonders wichtig ist es bei Erwachsenen mit einem Schlaganfall ungeklärter Ursache oder bei Tauchern, die wiederholt Probleme beim Auftauchen haben.
Symptome
- Plötzliche Schwäche oder Taubheit in einem Arm oder Bein
- Hängender Mundwinkel, sprachliche Schwierigkeiten
- Plötzlicher Sehverlust oder Doppelbilder
- Starke Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache
- ⚠Neu aufgetretenes Herzrasen oder Herzstolpern
- ⚠Atemnot oder Brustschmerzen bei Belastung
- ⚠Wiederholte Migräneattacken, vor allem mit Aura
Häufige Symptome
- Die meisten Menschen mit PFO haben keinerlei Beschwerden.
- Manche Menschen mit PFO haben häufiger Migräne, insbesondere Migräne mit Aura (Sehstörungen oder Kribbeln).
Symptome bei Kindern
- Kinder mit PFO haben normalerweise keine Symptome.
- Nur bei bestimmten zusätzlichen Herzfehlern kann es zu Atemnot oder Blaufärbung der Haut kommen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ein PFO verursacht im Alter meist keine Beschwerden.
- Durch das PFO können kleine Blutgerinnsel vom rechten in den linken Vorhof wandern und so einen Schlaganfall auslösen.
Ursachen
Hauptursachen
- Vor der Geburt ist die Öffnung ein normaler Bestandteil des Blutkreislaufs.
- Nach der Geburt schließt sie sich bei den meisten Menschen in den ersten Monaten.
- Wenn sie offen bleibt, ist das eine angeborene Besonderheit, deren genaue Ursache unbekannt ist.
Risikofaktoren
- Eine familiäre Häufung kann vorkommen.
- Gewisse berufliche oder sportliche Aktivitäten, wie anstrengendes Tauchen, können beim PFO Probleme verursachen.
- Andere Faktoren, die das Blutgerinnungsrisiko erhöhen, z. B. längere Bettruhe oder Reisen mit langem Sitzen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Anzeichen eines Schlaganfalls (Lähmungen, Sprachstörungen, Sehverlust) sofort den Notruf 112 wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Herzrasen, Atemnot oder wiederkehrende Migräne den Alltag beeinträchtigen, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
- Wenn ein Schlaganfall oder eine Embolie ohne klare Ursache aufgetreten ist, ist eine Herzuntersuchung sinnvoll.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel mit einer Ultraschalluntersuchung des Herzens gestellt. Dabei kann das Herz von außen (von der Brustwand) oder von innen (durch die Speiseröhre) betrachtet werden.
Mögliche Untersuchungen
- Echokardiographie (Herzultraschall) von außen
- Kontrastmittel-Ultraschall (Bubble-Test)
- Transösophageale Echokardiographie (TEE) – Ultraschall über die Speiseröhre
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und werden meist ambulant durchgeführt. Sie dauern zwischen 20 und 60 Minuten. Vor einer TEE erhalten Sie weitere Informationen zur Vorbereitung und zu möglichen Risiken.
Behandlung
Eine Behandlung ist nur dann nötig, wenn ein erhöhtes Schlaganfallrisiko besteht oder bereits ein Schlaganfall aufgetreten ist. Dann gibt es zwei Hauptmöglichkeiten: eine medikamentöse Behandlung, die Blutgerinnsel verhindert, oder ein Verschluss des PFO mit einem Schirmchen über einen Herzkatheter.
Selbsthilfe zu Hause
- Sorgen Sie für ausreichend Bewegung im Alltag.
- Trinken Sie genug Flüssigkeit, besonders bei langen Reisen.
- Vermeiden Sie langes unbewegliches Sitzen – stehen Sie regelmäßig auf.
- Rauchen Sie nicht.
- Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob bei langen Flügen Kompressionsstrümpfe sinnvoll sind.
Medizinische Behandlungen
Wenn ein PFO behandelt werden soll, kommen blutverdünnende Medikamente in Frage. Sie hemmen die Bildung von Blutgerinnseln. Die genaue Art und Dauer der Behandlung legt die Ärztin oder der Arzt individuell fest.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein chirurgischer Verschluss am offenen Herzen ist heute sehr selten geworden. Er wird nur in Ausnahmefällen durchgeführt, wenn ein Katheter-Eingriff nicht möglich oder nicht sinnvoll ist.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit PFO leben ohne Einschränkungen und bemerken nichts von der Besonderheit. Sie sollten nur dann etwas beachten, wenn bei Ihnen ein erhöhtes Schlaganfallrisiko festgestellt wurde – in diesem Fall werden Sie von Ihrem Arzt begleitet.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, idealerweise an den meisten Tagen der Woche.
- Reduzieren Sie Stress im Alltag.
- Gehen Sie regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten unterstützt die Herzgesundheit. Moderate Ausdaueraktivitäten wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen sind empfehlenswert. Fragen Sie bei Bedarf Ihren Arzt nach einer individuellen Empfehlung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose PFO kann verunsichern, vor allem wenn sie mit einem Schlaganfall in Verbindung stehen könnte. Es kann helfen zu wissen, dass ein PFO bei den meisten Menschen gutartig ist. Bei anhaltenden Ängsten oder Sorgen ist es wichtig, mit einem Arzt oder einer Beratungsstelle zu sprechen.
Vorbeugung
Ein PFO lässt sich nicht verhindern, weil es eine angeborene Besonderheit ist. Wohl aber können Sie das Risiko für Blutgerinnsel senken – zum Beispiel durch regelmäßige Bewegung, Nichtrauchen und ausreichendes Trinken.
Impfungen
Im Allgemeinen sind die üblichen empfohlenen Impfungen für Erwachsene wichtig, zum Beispiel gegen Grippe. Ein spezieller Impfstoff gegen ein PFO existiert nicht.
Früherkennungsprogramme
Eine allgemeine Vorsorgeuntersuchung für PFO gibt es nicht. Die Diagnose wird nur dann gezielt gesucht, wenn ein konkreter Anlass besteht, wie zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder bei unklaren Herzsymptomen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein unbehandeltes PFO kann in seltenen Fällen einen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA) begünstigen.
- Bei Tauchern können durch Gasbläschen, die ins arterielle Blut übertreten, Symptome wie Schwindel oder Verwirrtheit auftreten.
Langzeitprognose
Die Prognose ist sehr gut. Die meisten Menschen mit PFO haben keinerlei Nachteile. Selbst wenn eine Behandlung notwendig sein sollte, sind die modernen Verfahren sicher und gut verträglich.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 1. August 2026
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