Peniskrümmung (Peyronie-Krankheit): Ursachen und Behandlung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einer Peniskrümmung ist der erigierte Penis seitlich, nach oben oder nach unten gebogen. Eine leichte Krümmung ist oft normal. Bei manchen Männern kann die Krümmung durch Narbengewebe im Penis entstehen – das nennt man Peyronie-Krankheit. Sie kann Schmerzen verursachen, beim Geschlechtsverkehr stören oder psychisch belasten.
Wichtige Fakten
- Eine leichte Krümmung ist bei vielen Männern völlig normal.
- Eine plötzlich auftretende, schmerzhafte Krümmung kann auf eine Peyronie-Krankheit hinweisen.
- Es gibt behandlungen, die Schmerzen lindern und die Krümmung verbessern können.
Nicht selten. Vor allem Männer zwischen 40 und 60 Jahren entwickeln eine Peyronie-Krankheit. Weil viele Männer aus Scham nicht zum Arzt gehen, ist die genaue Zahl unbekannt.
Männer jeden Alters. Die angeborene Form zeigt sich meist ab der Pubertät. Die Peyronie-Krankheit tritt häufiger bei Männern im mittleren und höheren Lebensalter auf.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen im Penis – rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Ein hörbares Knallgeräusch während des Geschlechtsverkehrs, gefolgt von Bluterguss und Schwellung (möglicherweise Penisbruch).
- Sie können nicht Wasser lassen – sofort den Notruf 112 anrufen.
- Fieber zusammen mit einer roten, geschwollenen und stark schmerzenden Penisregion.
- ⚠Eine schnell wachsende, schmerzhafte Verhärtung oder Knoten im Penis.
- ⚠Plötzliche Erektionsstörung, die mehrere Tage andauert.
- ⚠Ungewöhnlicher, eitriger Ausfluss aus der Harnröhre.
Häufige Symptome
- Seitliche, nach oben oder unten gerichtete Biegung des erigierten Penis
- Schmerzen bei der Erektion, vor allem zu Beginn
- Tastbarer Knoten oder Verhärtung unter der Haut des Penis
- Verkürzung des Penis
- Erektionsstörungen, wenn der Penis durch die Krümmung instabil wird
Symptome bei Kindern
- Bei der angeborenen Peniskrümmung ist die Biegung meist schmerzlos.
- Sie wird oft erst in der Pubertät bemerkt, wenn die Erektionen häufiger werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Männern entsteht die Krümmung häufig schleichend durch eine Peyronie-Krankheit.
- Typisch sind neue Verhärtungen, Schmerzen und allmählich zunehmende Biegung.
- Manchmal treten zusätzlich Erektionsprobleme oder eine Verkürzung des Penis auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Angeborene (kongenitale) Form: Der Penis ist von Geburt an leicht gebogen, da die Schwellkörper nicht gleichmäßig aufgebaut sind.
- Peyronie-Krankheit: Es bildet sich Narbengewebe (Plaques) im Schwellkörper. Der Penis verkrümmt sich bei der Erektion.
- Verletzungen des Penis, zum Beispiel durch Unfälle oder zu kräftigen Geschlechtsverkehr.
- Manchmal ist keine genaue Ursache erkennbar.
Risikofaktoren
- Männer in der Familie, die ebenfalls an einer Peyronie-Krankheit leiden
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Bluthochdruck
- Rauchen
- Wiederholte kleine Verletzungen beim Geschlechtsverkehr oder Sport
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn ein Notfallzeichen auftritt (starke Schmerzen, Bluterguss, kein Urin lassen, Fieber).
- Wenn die Peniskrümmung plötzlich auftritt oder sich rasch verschlechtert.
- Wenn Sie über Tage hinweg keine Erektion bekommen, obwohl Sie das sonst können.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie einen neuen Knoten oder eine Verhärtung im Penis bemerken.
- Wenn die Krümmung beim Geschlechtsverkehr schmerzhaft ist oder Probleme bereitet.
- Wenn Sie sich wegen der Form Ihres Penis sehr unsicher fühlen oder Angst haben.
Diagnose
Ihr Hausarzt fragt Sie nach Ihren Beschwerden und untersucht den Penis vorsichtig. Oft ist die Diagnose damit schon gestellt. Manche Ärzte bitten Sie, ein Foto des erigierten Penis zu Hause zu machen, um die Krümmung sichtbar zu machen.
Mögliche Untersuchungen
- Tastuntersuchung (Palpation) des Penis, um Verhärtungen zu finden
- Ultraschalluntersuchung, um Narbengewebe und Durchblutung zu beurteilen
- Fotodokumentation, um den Krümmungswinkel zu messen
- Bei Bedarf Überweisung zum Urologen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist kurz und schmerzt normalerweise nicht. Sie brauchen sich nicht zu schämen – Ärzte sehen solche Situationen häufig und behandeln sie diskret und professionell.
Behandlung
Nicht jede Peniskrümmung muss behandelt werden. Wenn Sie keine Schmerzen haben und Sexualleben nicht gestört ist, ist Abwarten möglich. Bei der Peyronie-Krankheit kann es im ersten Jahr zu einer spontanen Besserung kommen. Bei stärkeren Beschwerden gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten – von Medikamenten über Stoßwellen bis zu Operationen.
Selbsthilfe zu Hause
- Geben Sie sich bei einer frischen Peyronie-Erkrankung etwas Zeit – sie kann sich von selbst bessern.
- Kühlen Sie den Penis bei Schmerzen nach ärztlicher Rücksprache mit einem in ein Tuch gewickelten Kühlpack.
- Vermeiden Sie grobe Sexualpraktiken oder Stöße, die den Penis verletzen könnten.
- Sprechen Sie offen mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner über Ihre Sorgen.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Behandlungen vorschlagen, die das Narbengewebe beeinflussen sollen. Dazu gehören Cremes zum Auftragen auf die Haut, Injektionen in den Penis, Medikamente zum Einnehmen oder eine Stoßwellentherapie. Auch Vakuum-Erektionsgeräte kommen zum Einsatz. Welche Behandlung passt, hängt von Ursache, Schweregrad und Erkrankungsphase ab. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt über Nutzen und Risiken.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird meist erst nach mindestens einem Jahr erwogen, wenn die Krümmung stabil bleibt und keine Spontanbesserung mehr zu erwarten ist. Sie ist vor allem sinnvoll, wenn Geschlechtsverkehr unmöglich ist oder eine deutliche Erektionsstörung besteht. Die Operation führt ein erfahrener Urologe durch.
Leben mit der Erkrankung
Leben Sie so normal wie möglich. Die Situation kann emotional belastend sein, aber sie ist nicht gefährlich. Mit ärztlicher Unterstützung und offener Kommunikation lässt sich der Alltag gut bewältigen.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen
- Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren
- Regelmäßige Bewegung, aber Sportarten mit hohem Sturz- oder Verletzungsrisiko meiden
- Stress reduzieren und ausreichend schlafen
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und ungesättigten Fetten fördert die Durchblutung und unterstützt die Gefäßgesundheit. Ausdauertraining wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen an den meisten Tagen der Woche ist empfehlenswert.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Peniskrümmung kann Scham, Angst und Niedergeschlagenheit auslösen. Auch Partnerschaftskonflikte sind möglich. Diese Gefühle sind ernst zu nehmen. Wenn der Leidensdruck groß ist, kann eine Psychotherapie helfen, besser mit der Situation umzugehen.
Vorbeugung
Eine angeborene Peniskrümmung lässt sich nicht verhindern. Für die Peyronie-Krankheit gibt es keinen sicheren Schutz, aber ein gesunder Lebensstil und das Vermeiden von Penisverletzungen können das Risiko möglicherweise senken.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung speziell für Peniskrümmungen. Lassen Sie im Rahmen von allgemeinen Check-ups Blutdruck und Blutzucker kontrollieren, damit Risikofaktoren früh erkannt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunehmende Krümmung, bis der Geschlechtsverkehr nicht mehr möglich ist
- Dauerhafte Schmerzen oder harte Knoten im Penis
- Erektionsstörungen durch Instabilität des Penis
- Psychische Belastung mit Scham, Vermeidungsverhalten und Partnerschaftsproblemen
Langzeitprognose
Die meisten Männer können gut mit der Situation leben. Bei manchen bessert sich eine Peyronie-Erkrankung sogar ohne Behandlung. Moderne Therapien sind erfolgreich – und eine Operation hilft in vielen Fällen, die Krümmung zu korrigieren und sexuelle Aktivität wieder möglich zu machen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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