Plattenepithelkarzinom der Haut (Weißer Hautkrebs)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Plattenepithelkarzinom der Haut ist eine Form von Hautkrebs. Es entsteht aus veränderten Hautzellen in der obersten Hautschicht. Es wächst meist langsam und ist bei früher Erkennung sehr gut behandelbar.
Wichtige Fakten
- Plattenepithelkarzinome der Haut sind der zweithäufigste Hautkrebs beim Menschen.
- Sie entstehen vor allem durch jahrelange Sonnenbestrahlung und bilden sich oft im Gesicht, an den Ohren oder auf den Händen.
- Früh entfernt, ist die Heilungschance sehr hoch.
Ja, das Plattenepithelkarzinom der Haut ist häufig. Die Zahl der Neuerkrankungen ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen, vor allem bei Menschen mit heller Haut.
Es betrifft überwiegend Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Auch jüngere Menschen können erkranken, besonders wenn sie viele Sonnenbrände hatten, beruflich viel im Freien arbeiten oder ein geschwächtes Immunsystem haben.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112, wenn eine Hautveränderung plötzlich stark und nicht stillbar blutet.
- Rufen Sie die 112, wenn eine Hautveränderung mit Fieber, Schüttelfrost oder Atemnot verbunden ist.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn ein Knoten sehr schnell wächst oder stark schmerzt.
- ⚠Gehen Sie sofort zum Arzt, wenn die Hautstelle eitert oder von einem roten Streifen umgeben ist.
Häufige Symptome
- Ein rauer, schuppiger Hautfleck, der nicht abheilt
- Ein hautfarbener oder rötlicher Knoten mit harter Oberfläche
- Eine Wunde, die immer wieder aufbricht, blutet oder verkrustet
- Eine Hautstelle, die langsam größer wird, schuppt oder juckt
Symptome bei Kindern
- Ein echtes Plattenepithelkarzinom der Haut ist bei Kindern sehr selten.
- Jede Hautveränderung, die bei einem Kind länger als vier Wochen besteht, sollte ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen tritt es häufig an Gesicht, Kopfhaut, Ohren und Handrücken auf.
- Auch in alten Narben oder an schlecht heilenden Wunden kann sich ein Plattenepithelkarzinom entwickeln.
Ursachen
Hauptursachen
- UV-Strahlung der Sonne oder aus dem Solarium schädigt die Erbsubstanz der Hautzellen.
- Die geschädigten Zellen können sich unkontrolliert vermehren und mit der Zeit ein Karzinom bilden.
- Ein geschwächtes Immunsystem kann die Entstehung zusätzlich begünstigen.
Risikofaktoren
- Helle Haut, blonde oder rote Haare, blaue Augen
- Sonnenbrände, besonders in Kindheit und Jugend
- Langjährige Arbeit oder Freizeit in der Sonne
- Regelmäßige Solariumbesuche
- Chronische Wunden, Narben oder entzündliche Hauterkrankungen
- Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Eine Hautstelle, die seit mehr als vier Wochen besteht und nicht abheilt.
- Ein Knoten, der sichtbar größer wird.
- Eine Hautstelle, die immer wieder blutet oder verkrustet.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- In Deutschland übernimmt die Krankenkasse ab 35 Jahren alle zwei Jahre eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung.
- Sprechen Sie bei einem routinemäßigen Arztbesuch jede neue oder veränderte Hautstelle an.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Hautstelle genau, oft mit einem Auflichtmikroskop. Bei Verdacht wird eine kleine Gewebeprobe entnommen und im Labor untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- Hautuntersuchung mit Lupe oder Auflichtmikroskop
- Entnahme einer Gewebeprobe unter örtlicher Betäubung
- Bei fortgeschrittenem Befund: Ultraschalluntersuchung der örtlichen Lymphknoten
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Gewebeprobe wird in örtlicher Betäubung entnommen. Das ist eine kleine, wenig schmerzhafte Untersuchung. Sie können danach meist nach Hause. Das Ergebnis liegt in der Regel nach einigen Tagen vor.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Größe, Tiefe und Lage des Tumors. Sie folgt in Deutschland den Empfehlungen der aktuellen AWMF-Leitlinie. In den meisten Fällen ist die Behandlung erfolgreich und gut verträglich.
Selbsthilfe zu Hause
- Schützen Sie die behandelte Hautstelle mit Kleidung oder Sonnencreme, bis die Wunde vollständig verheilt ist.
- Halten Sie die Wunde sauber und trocken und befolgen Sie die Hinweise zur Wundpflege.
- Kontrollieren Sie Ihre Haut etwa einmal im Monat selbst.
- Fotografieren Sie auffällige Hautstellen mit dem Handy, um Veränderungen im Laufe der Zeit zu erkennen.
Medizinische Behandlungen
Die erste Wahl ist meist eine Operation: Das Karzinom wird vollständig mit einem kleinen Sicherheitsabstand entfernt. Bei sehr oberflächlichen Tumoren oder Vorstufen kommen auch andere Verfahren infrage, etwa Kältebehandlung, Laser oder Strahlentherapie. Welche Methode für Sie geeignet ist, entscheidet Ihr Behandlungsteam individuell und bespricht es ausführlich mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird in der Regel empfohlen, wenn das Karzinom gut abgegrenzt und vollständig entfernbar ist. Sie erfolgt meist in örtlicher Betäubung und erfordert bei kleineren Tumoren keinen Krankenhausaufenthalt.
Leben mit der Erkrankung
Nach erfolgreicher Behandlung bleibt meist nur eine kleine Narbe. Wichtig ist, die Haut weiterhin regelmäßig zu beobachten und ungewohnten Sonnenschutz in den Alltag einzubauen. Die meisten Menschen können ihr Leben ohne Einschränkungen weiterführen.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie täglich Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auf Gesicht, Hals und Händen auf.
- Meiden Sie die intensive Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr.
- Tragen Sie im Freien einen Hut, eine Sonnenbrille und leichte Kleidung, die die Haut bedeckt.
- Verzichten Sie auf Solarien, da sie das Hautkrebsrisiko deutlich erhöhen.
Ernährung und Bewegung
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sowie regelmäßige Bewegung unterstützen das Immunsystem. Es gibt jedoch kein bestimmtes Essen, das Hautkrebs heilen oder verhindern kann.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Hautkrebs kann verunsichern und Ängste auslösen. Das ist normal. Vielen Menschen hilft es, sich in Ruhe zu informieren und mit vertrauten Personen über ihre Sorgen zu sprechen.
Vorbeugung
Nicht jeder Fall ist verhinderbar, aber das Risiko lässt sich deutlich senken: durch konsequenten Sonnenschutz, das Meiden von Solarien und frühzeitige Behandlung von Hautkrebsvorstufen.
Impfungen
Eine Schutzimpfung speziell gegen Plattenepithelkarzinome der Haut gibt es nicht. Eine HPV-Impfung schützt vor bestimmten anderen Krebsarten, nicht aber vor diesem Hautkrebs.
Früherkennungsprogramme
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt in Deutschland ab 35 Jahren alle zwei Jahre die Hautkrebs-Früherkennung. Menschen mit erhöhtem Risiko wird oft eine jährliche Kontrolle beim Hautarzt empfohlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Tumor kann in tiefere Hautschichten, Knorpel oder Knochen einwachsen.
- Es können Tochtergeschwulste in nahegelegenen Lymphknoten entstehen.
- In seltenen Fällen bilden sich Metastasen in anderen Organen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind bei frühzeitiger Behandlung sehr gut. Die meisten Tumoren werden vollständig entfernt und heilen dauerhaft aus. Auch bei fortgeschritteneren Befunden gibt es wirksame Behandlungen. Eine regelmäßige Nachsorge hilft, neue Veränderungen früh zu erkennen und schnell zu behandeln.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Krebsgesellschaft e.V. ↗ · Deutschland
- Deutsche Hautkrebsstiftung ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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