Atelektase: Wenn sich Lungengewebe zusammenzieht
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Atelektase bedeutet, dass sich ein Teil der Lunge zusammengefaltet hat und nicht mehr mit Luft gefüllt wird. Dadurch kann in diesem Bereich weniger Sauerstoff ins Blut gelangen. Es kann nur ein kleines Stück Lunge betreffen oder einen größeren Bereich.
Wichtige Fakten
- Die Lunge besteht aus vielen kleinen Luftsäckchen. Bei einer Atelektase fallen diese in einem Bereich zusammen.
- Sie entsteht häufig nach Operationen oder bei langer Bettlägerigkeit, wenn man flach liegt und wenig atmet.
- Eine Atelektase lässt sich meist gut behandeln, wenn die Ursache gefunden und behoben wird.
Ja, Atelektasen kommen häufig vor, besonders nach Operationen oder bei Menschen, die längere Zeit im Bett liegen müssen.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders gefährdet sind Menschen nach einer Operation, Frühgeborene und Personen mit Lungenerkrankungen.
Symptome
- Plötzlich auftretende schwere Atemnot, die sogar Angst auslöst
- Bläuliche Verfärbung von Lippen oder Fingernägeln
- Starke Schmerzen in der Brust, die in den Arm oder Rücken ausstrahlen
- Bewusstlosigkeit oder Kreislaufzusammenbruch
- ⚠Fieber über 38,5 Grad mit Husten oder Atemnot
- ⚠Zunehmender Husten mit gelb-grünem oder blutigem Auswurf
- ⚠Atemnot, die sich trotz Ruhe nicht bessert
- ⚠Schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit oder Atemnot, besonders bei Belastung
- Husten, oft mit Schleim
- Flache, schnelle Atmung
- Leichtes Fieber
- Schmerzen im Brustbereich
Symptome bei Kindern
- Schnelle, mühsame Atmung
- Aufgeblähte Nasenflügel beim Atmen
- Grunzen oder Stöhnen beim Ausatmen (bei Säuglingen)
- Trink- und Gedeihprobleme bei Babys
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Schläfrigkeit
- Schwächegefühl und Antriebsminderung
- Neue oder zunehmende Atemnot bei leichter Bewegung
- Weniger Appetit und allgemeine Verschlechterung
Ursachen
Hauptursachen
- Verstopfte Atemwege durch Schleim, Blut oder einen Fremdkörper
- Flache Atmung nach Operationen oder durch Schonhaltung
- Druck von außen auf die Lunge, zum Beispiel durch Flüssigkeit, Luft oder einen Tumor
- Vorerkrankungen wie COPD oder eine schwere Lungenentzündung
Risikofaktoren
- Operationen im Bauch- oder Brustbereich
- Lange Bettlägerigkeit
- Rauchen
- Chronische Lungenerkrankungen
- Frühgeburt bei Kindern
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Atemnot in Ruhe oder bei leichter Belastung
- Hohes Fieber mit Husten und eitrigem Auswurf
- Aushusten von Blut
- Starke Brustschmerzen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltender Husten über mehrere Tage
- Wiederkehrende Atemwegsinfekte
- Unklares Schwächegefühl oder Leistungsknick ohne erkennbaren Grund
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, untersucht die Lunge und hört die Atemgeräusche ab. Dabei zeigt sich oft schon ein Hinweis auf eine Atelektase. Meist folgt eine Bildgebung, um die Diagnose zu bestätigen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Abhören von Lunge und Herz
- Messung der Sauerstoffsättigung im Blut mit einem kleinen Fingerclip
- Röntgenbild der Lunge
- Gegebenenfalls Computertomographie (CT) für genauere Aufnahmen
- In besonderen Fällen eine Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nur wenige Minuten. Bei einer Bronchoskopie erhalten Sie ein Beruhigungsmittel oder eine örtliche Betäubung. Ihr Arzt erklärt Ihnen vorher jeden Schritt.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache und vom Ausmaß der Atelektase ab. Im Mittelpunkt stehen das Öffnen der zusammengefallenen Lungenbereiche und das Behandeln der auslösenden Erkrankung.
Selbsthilfe zu Hause
- Atemübungen, zum Beispiel bewusstes tiefes Ein- und Ausatmen
- Ausreichend trinken, um festsitzenden Schleim zu lösen
- Mobilisation: Aufstehen und leichte Bewegung, sobald es medizinisch erlaubt ist
- Nicht rauchen, damit sich die Lunge besser erholen kann
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Medikamente verschreiben, die den Schleim verflüssigen oder die Atemwege erweitern. Die Auswahl erfolgt individuell. Krankengymnastik und Atemtherapie helfen, schlecht belüftete Lungenbereiche zu öffnen. Bei einer bakteriellen Infektion wird gezielt ein Antibiotikum eingesetzt – grundsätzlich nur nach ärztlicher Verordnung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn ein Tumor, ein Fremdkörper oder sehr hartnäckiger Schleim einen Atemweg verlegt, kann eine Bronchoskopie oder gegebenenfalls eine Operation notwendig sein. Das entscheidet der Facharzt nach genauer Untersuchung.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag ist es wichtig, die Lunge regelmäßig zu belüften. Das heißt: Tief durchatmen, Pausen mit bewusster Atmung einlegen und körperlich so aktiv bleiben, wie es der Arzt und der eigene Körper erlauben.
Tipps für den Alltag
- Spaziergänge an frischer Luft machen – möglichst nicht bei starker Luftverschmutzung
- Nicht rauchen und Passivrauchen meiden
- Auf eine aufrechte Haltung achten
- Bei Atemwegsinfekten frühzeitig ärztlichen Rat einholen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse stärkt das Immunsystem. Ausreichend Flüssigkeit, am besten etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag, hält den Schleim in den Bronchien flüssiger. Leichte Bewegung wie Gehen oder sanfte Gymnastik verbessert die Durchlüftung der Lunge. Steigern Sie die Belastung langsam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Atemnot und wiederkehrende Lungenprobleme können verunsichern und Ängste auslösen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder suchen Sie sich Unterstützung, wenn die seelische Belastung zunimmt.
Vorbeugung
Nicht jede Atelektase lässt sich verhindern. Besonders nach Operationen können einfache Maßnahmen das Risiko deutlich senken: frühes Aufstehen, tiefe Atemzüge und eine gute Schmerztherapie, denn Schmerzen führen dazu, dass man unwillkürlich flach atmet.
Impfungen
Lassen Sie sich zu den allgemeinen Schutzimpfungen beraten – insbesondere gegen Grippe und Pneumokokken. Diese Impfungen können schwere Atemwegsinfektionen und damit auch Atelektasen seltener machen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine Routine-Vorsorgeuntersuchung für Atelektasen. Bei erhöhtem Risiko kann der Arzt individuelle Kontrollen empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Entzündung des zusammengefallenen Lungenbereichs (Pneumonie)
- Anhaltender Sauerstoffmangel im Blut
- Bei wiederholten Atelektasen: Vernarbung des Lungengewebes
- Bei sehr großen Atelektasen: schwere Atemnot mit Notfallsituation
Langzeitprognose
Die Aussichten sind bei rechtzeitiger Behandlung in der Regel gut. Viele Atelektasen bilden sich vollständig zurück, wenn die Ursache gefunden und behandelt wird. Auch nach Operationen erholen sich die meisten Menschen dauerhaft.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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