Bindehautblutung (Subkonjunktivale Blutung): roter Fleck im Auge
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Bindehautblutung ist eine ungefährliche Blutung unter der durchsichtigen, dünnen Haut, die das Weiße des Auges bedeckt – der Bindehaut. Weil das Blut dort nicht abfließen kann, sammelt es sich und erscheint als scharf abgegrenzter, leuchtend roter Fleck auf dem Augapfel. Medizinisch nennt man das eine subkonjunktivale Blutung.
Wichtige Fakten
- Ein Bindehautblutfleck sieht oft dramatisch aus, verursacht aber meist keine Schmerzen.
- Das Sehvermögen ist in der Regel nicht beeinträchtigt.
- Der Fleck bildet sich meist innerhalb von ein bis drei Wochen von selbst zurück.
Ja, ein Bindehautblutfleck kommt häufig vor. Viele Menschen entdecken ihn zufällig im Spiegel und erschrecken, aber er ist meist völlig harmlos.
Er kann in jedem Alter auftreten. Etwas häufiger sind Erwachsene betroffen, insbesondere Menschen mit Bluthochdruck, Menschen mit Störungen der Blutgerinnung oder Menschen, die Medikamente einnehmen, die die Blutgerinnung beeinflussen.
Symptome
- Plötzliche Sehverschlechterung oder Sehverlust
- Sehr starke Schmerzen im oder hinter dem Auge
- Blut im Auge nach einem Unfall oder einem Schlag auf Kopf oder Auge
- Doppelbilder, Übelkeit oder Erbrechen zusammen mit Augenbeschwerden
- Bewusstseinsstörung oder Lähmungserscheinungen
- ⚠Der rote Fleck tritt ohne erkennbaren Auslöser immer wieder auf
- ⚠Zusätzlich treten Augenrötung, Ausfluss oder eine verschwommene Sicht auf
- ⚠Sie tragen Kontaktlinsen und haben dazu Schmerzen oder Lichtempfindlichkeit
- ⚠Sie nehmen blutgerinnungshemmende Medikamente ein und bemerken Blutungen
Häufige Symptome
- Ein deutlicher roter Fleck auf dem Weißen des Auges
- Keine Schmerzen
- Keine Sehstörungen
- Höchstens ein leichtes Fremdkörpergefühl
Symptome bei Kindern
- Meist derselbe harmlose rote Fleck wie bei Erwachsenen
- Tritt häufig nach kräftigem Husten, Niesen oder Pressen auf
- Wenn das Kind keine Schmerzen hat und normal sieht, ist es meist unbedenklich – zur Sicherheit sollte aber eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt hinzugezogen werden
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Der rote Fleck kann etwas größer oder kräftiger sein, weil die Bindehaut dünner ist
- Er kann häufiger auftreten, besonders bei Bluthochdruck oder bei Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten
- Die Rückbildung kann etwas länger dauern, ist aber in der Regel ebenfalls vollständig
Ursachen
Hauptursachen
- Kräftiges Husten, Niesen oder Pressen
- Leichte Verletzungen oder Reiben am Auge
- Schweres Heben oder starke körperliche Anstrengung
- Hoher Blutdruck
- In seltenen Fällen eine Entzündung oder andere Augenerkrankung
Risikofaktoren
- Bluthochdruck
- Einnahme von Medikamenten, die die Blutgerinnung beeinflussen
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Sehr trockene Augen
- Sporadische Verletzungen im Alltag, etwa durch Sand oder Äste
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn der rote Fleck mit Schmerzen, Sehstörungen oder Augenausfluss verbunden ist.
- Auch wenn Sie Kontaktlinsen tragen und das Auge gerötet oder schmerzhaft ist, ist eine zeitnahe Untersuchung wichtig.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ein einzelner, schmerzfreier Blutfleck ohne Sehprobleme kann bei einer normalen Arztvisite angesprochen werden.
- Wenn der Fleck zum wiederholten Mal ohne Ursache auftritt, sollten Sie einen Termin bei einer Augenärztin oder einem Augenarzt machen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt schaut Ihnen mit einer Spaltlampe ins Auge. So lässt sich genau erkennen, wo die Blutung liegt und ob die Augenhornhaut, die Regenbogenhaut oder das Augeninnere betroffen sind. Dazu fragt sie oder er nach möglichen Auslösern, Blutdruckwerten und Medikamenten. In Deutschland ist dabei die AWMF-Leitlinie zum roten Auge eine wichtige Grundlage für eine einheitliche Untersuchung.
Mögliche Untersuchungen
- Untersuchung mit der Spaltlampe (einem speziellen Mikroskop für das Auge)
- Prüfung der Sehschärfe
- Messung des Augeninnendrucks
- Blutdruckmessung
- Bei wiederholten Blutungen: Blutuntersuchung zur Prüfung der Blutgerinnung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Sie können sofort wieder nach Hause gehen. Meens tells: Meistens erhalten Sie am Ende die beruhigende Nachricht, dass keine Behandlung nötig ist.
Behandlung
Ein Bindehautblutfleck braucht in der Regel keine Behandlung. Der Körper baut das ausgetretene Blut von selbst ab. Sie können den Heilungsprozess mit einfachen Maßnahmen unterstützen.
Selbsthilfe zu Hause
- Kühlen Sie das geschlossene Augenlid in den ersten beiden Tagen sanft mit einem sauberen, kühlen Tuch – das kann ein leichtes Druckgefühl lindern.
- Reiben Sie das Auge nicht.
- Vermeiden Sie für ein bis zwei Wochen schweres Heben und starkes Pressen.
- Nehmen Sie keine Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, eigenmächtig ein oder ab – besprechen Sie jede Änderung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Fragen Sie bei Unsicherheiten in Ihrer Apotheke oder Arztpraxis nach befeuchtenden Augentropfen, falls die Augen trocken sind.
Medizinische Behandlungen
Eine medikamentöse Behandlung des Blutflecks selbst gibt es nicht. Wenn die Untersuchung jedoch eine Grunderkrankung wie Bluthochdruck oder eine Störung der Blutgerinnung aufdeckt, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen, wie diese Erkrankung am besten behandelt wird.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einem Bindehautblutfleck nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag müssen Sie auf nichts Besonderes verzichten. Der Fleck ist nicht ansteckend. Sie können weiterarbeiten, lesen und Auto fahren, solange Sie gut sehen. Der Fleck verfärbt sich nach einigen Tagen gelblich-grünlich und wird dann blasser – ganz ähnlich wie ein blauer Fleck auf der Haut.
Tipps für den Alltag
- Lassen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig ärztlich kontrollieren.
- Schlafen Sie ausreichend und machen Sie bei Bildschirmarbeit regelmäßige Augenpausen.
- Schützen Sie Ihre Augen bei handwerklichen oder sportlichen Tätigkeiten mit einer Schutzbrille.
- Vermeiden Sie starkes Rauchen und übermäßigen Alkohol, das unterstützt die Gefäßgesundheit.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst sowie ausreichend Trinken sind gut für die Blutgefäße. Bewegung hält den Kreislauf fit. Bei Bluthochdruck sollten Sie die Intensität des Trainings mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abstimmen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein leuchtend roter Fleck im Auge kann erschrecken und das eigene Erscheinungsbild kurzzeitig verändern. Das ist verständlich. Meist verschwindet er jedoch von selbst und ohne Folgen. Wenn Sie sich sehr unwohl fühlen, hilft ein ruhiges Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Vorbeugung
Nicht jede Bindehautblutung lässt sich verhindern, weil sie auch bei alltäglichen Dingen wie Niesen oder Husten auftreten kann. Sie können das Risiko aber senken, indem Sie Ihre Augen schützen, auf einen gesunden Blutdruck achten und starkes Pressen beim Heben vermeiden.
Impfungen
Für einen Bindehautblutfleck gibt es keine Schutzimpfung.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung ist nicht notwendig. Wenn der Blutfleck jedoch wiederholt ohne erkennbaren Grund auftritt, kann eine ärztliche Untersuchung sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein unbehandelter Bindehautblutfleck heilt in der Regel folgenlos ab.
- Wenn eine Ursache wie Bluthochdruck unerkannt bleibt, kann diese Grunderkrankung langfristig gesundheitliche Folgen haben – ein ärztlicher Check ist deshalb sinnvoll.
Langzeitprognose
Fast immer ist alles gut: Der Körper baut das Blut ab, das Auge erholt sich vollständig. Innerhalb von ein bis drei Wochen ist der Fleck meist nicht mehr zu sehen. Das Sehvermögen bleibt in aller Regel dauerhaft unbeeinträchtigt.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Augenarztpraxis in Ihrer Nähe · Deutschland
- Hausarztpraxis in Ihrer Nähe · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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