Kleienpilzflechte (Tinea versicolor) – einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Tinea versicolor (auch Kleienpilzflechte genannt) ist eine häufige, harmlose Pilzinfektion der obersten Hautschicht. Sie entsteht, wenn ein natürlicher Hefepilz auf der Haut (Malassezia) sich übermäßig vermehrt. Dadurch entstehen helle oder bräunliche Flecken, besonders an Brust, Rücken und Oberarmen. Die Krankheit ist nicht ansteckend und spricht in der Regel gut auf eine Behandlung an.
Wichtige Fakten
- Sie ist nicht ansteckend.
- Sie tritt besonders bei feucht-warmem Wetter und starkem Schwitzen auf.
- Nach erfolgreicher Behandlung kann die ursprüngliche Hautfarbe noch Monate brauchen, um zurückzukehren.
Ja, Tinea versicolor ist eine der häufigsten Hautpilzinfektionen weltweit. Besonders in tropischen und feuchten Regionen kommt sie oft vor, aber auch in Deutschland ist sie nicht selten.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen, besonders aber Jugendliche und junge Erwachsene. Auch Menschen mit fettiger Haut oder starkem Schwitzen sind häufiger betroffen.
Symptome
- Bei Anzeichen einer schweren Zweitinfektion wie hohem Fieber, Schüttelfrost, starken Schmerzen oder einer schnell fortschreitenden Rötung und Schwellung rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Wenn die Hautveränderungen plötzlich stark nässen, Blasen bilden oder sich sehr schnell ausbreiten und stark schmerzen, suchen Sie noch am selben Tag eine Arztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst auf.
Häufige Symptome
- Helle, dunkle oder rötlich-bräunliche Flecken auf Brust, Rücken, Schultern oder Oberarmen
- Meist mehrere Flecken in der Nähe zueinander
- Leichte Schuppung, besonders wenn man über die Stelle kratzt
- Meist nur leichter oder gar kein Juckreiz
- Die Flecken werden unter Sonneneinwirkung nicht braun und heben sich dadurch deutlich von der übrigen Haut ab
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern treten die Flecken oft im Gesicht oder auf der Stirn auf
- Die Flecken sind meist harmlos, manchmal aber schwerer zu erkennen
- Juckreiz ist bei Kindern selten
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen ist die Haut oft trockener, die Flecken können blasser wirken
- Die Abheilung kann etwas länger dauern
- Die Infektion ist auch im Alter gut behandelbar
Ursachen
Hauptursachen
- Übermäßige Vermehrung des natürlichen Hefepilzes Malassezia auf der Haut
- Feucht-warme Umgebung, die das Pilzwachstum fördert
- Fettige Haut oder übermäßige Talgproduktion
Risikofaktoren
- Starkes Schwitzen, zum Beispiel durch Sport, Sauna oder heißes Wetter
- Fettige Haut oder unreine Haut
- Hormonelle Veränderungen in der Pubertät
- Ein geschwächtes Immunsystem, etwa durch Medikamente oder Grunderkrankungen
- Enge, nicht atmungsaktive Kleidung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie hohes Fieber oder starke Schmerzen in den Hautflecken bemerken.
- Wenn sich die Flecken eitrig entzünden oder stark nässen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie neuartige Hautflecken bemerken, die nicht von selbst verschwinden.
- Wenn Sie unsicher sind, um was es sich handelt.
- Wenn eine Selbstbehandlung mit freiverkäuflichen Produkten nach einigen Wochen nicht hilft.
Diagnose
In der Regel erkennt die Ärztin oder der Arzt die Erkrankung schon beim Anschauen der Haut. Oft wird zusätzlich ein Hautgeschabsel unter dem Mikroskop untersucht, um die Diagnose zu sichern.
Mögliche Untersuchungen
- Betrachtung der Hautflecken bei normalem Licht
- Untersuchung mit dem Wood-Licht: Ein spezielles UV-Licht lässt die betroffenen Stellen gelblich aufleuchten.
- Hautgeschabsel: Mit einem kleinen Skalpell wird etwas Hautschuppe entnommen und im Labor unter dem Mikroskop auf Pilze untersucht.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schnell und schmerzfrei. Meist bekommen Sie noch während desselben Termins eine Einschätzung und eine Behandlungsempfehlung.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die übermäßige Pilzvermehrung einzudämmen. Sie erfolgt in der Regel mit Antipilzmitteln zum Auftragen auf die Haut. Bei großflächigen oder wiederkehrenden Flecken kann auch eine Behandlung mit Tabletten in Betracht kommen. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, hängt von der Ausdehnung und dem Ort der Flecken ab. Orientierung geben die aktuellen Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Selbsthilfe zu Hause
- Haut nach dem Duschen, Baden oder Sport gründlich abtrocknen, besonders in Hautfalten.
- Luftige, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle tragen.
- Verschwitzte Kleidung schnell wechseln.
- Milde, feuchtigkeitsspendende Hautpflege ohne starke Duftstoffe verwenden.
- Nach dem Auftragen von Cremes die Hände waschen und Einwirkzeiten einhalten.
- Sonnenschutz verwenden, aber wissen: Die Flecken bleiben zunächst heller, das ist normal.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Antipilzmittel (Antimykotika) als Creme, Spray, Lotion oder Shampoo. Manche sind in der Apotheke frei verkäuflich, andere benötigen ein Rezept. Bei sehr großen Hautflächen kann die Ärztin oder der Arzt auch Tabletten verschreiben. Wichtig ist, die Behandlung so lange durchzuführen, wie es die Ärztin, der Arzt oder die Apotheke empfiehlt – auch wenn die Flecken schon besser aussehen. Lassen Sie sich genau erklären, wie Sie das Mittel auf der Haut anwenden sollen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Tinea versicolor ist gut behandelbar, aber Sie können Geduld brauchen: Auch nachdem die Pilze abgestorben sind, bleiben die Flecken noch oft wochen- oder monatelang sichtbar. Die Haut erinnert sich sozusagen an die Entzündung. Setzen Sie die Behandlung konsequent fort und halten Sie die Haut trocken, dann bildet sich die Hautfarbe meist von selbst zurück.
Tipps für den Alltag
- Verschwitzte Kleidung nicht lange am Körper lassen.
- Nach dem Sport kurz duschen und danach gründlich abtrocknen.
- Statt engen Synthetiks besser Baumwollunterwäsche und lockere Kleidung tragen.
- In der Sauna oder bei Hitze nicht unnötig lange in feuchter Kleidung verweilen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem und kann das Risiko für Hautpilzinfektionen senken. Sport ist ausdrücklich erlaubt, wichtig ist nur, nach dem Training zu duschen und die Haut gut abzutrocknen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die sichtbaren Flecken können manchmal zu Unsicherheit oder Scham führen. Das ist verständlich. Es hilft, sich zu erinnern: Die Krankheit ist harmlos, nicht ansteckend und gut behandelbar. Bei anhaltenden Sorgen kann ein offenes Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt helfen.
Vorbeugung
Vollständig verhindern lässt sich die Kleienpilzflechte nicht, weil der Hefepilz auf jeder Haut vorkommt. Sie können das Risiko für neue Schübe aber senken, indem Sie übermäßiges Schwitzen und anhaltende Feuchtigkeit auf der Haut vermeiden.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Tinea versicolor.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Früherkennungsuntersuchung gibt es nicht. Wenn Sie Hautveränderungen bemerken, lassen Sie diese von einer Ärztin oder einem Arzt abklären.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Flecken können sich über große Bereiche des Körpers ausbreiten.
- Die Hautfarbe kann über Monate ungleichmäßig bleiben, besonders wenn man die Flecken der Sonne aussetzt.
- Durch starkes Kratzen kann die Haut verletzt werden und eine zusätzliche bakterielle Infektion entstehen.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung verschwinden die Pilze in der Regel zuverlässig. Auch wenn die Flecken danach noch eine Weile zu sehen sind, kehrt die normale Hautfarbe meist vollständig zurück. Neue Schübe sind möglich, lassen sich aber durch vorbeugende Maßnahmen und eine erneute Behandlung gut in den Griff bekommen. Die Erkrankung ist harmlos und beeinträchtigt die allgemeine Gesundheit nicht.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 1. August 2026
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