Dyshidrotisches Ekzem – Bläschen an Händen und Füßen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein dyshidrotisches Ekzem ist eine Hautentzündung, die vor allem an den Handflächen, den Fußsohlen und den Seiten von Fingern und Zehen auftritt. Es zeigt sich durch kleine, stark juckende Bläschen, die oft in Gruppen auftreten. Man nennt es auch Dyshidrose oder Pompholyx. Es ist eine Form des Ekzems, also eine nicht ansteckende Hauterkrankung, die in Schüben verläuft.
Wichtige Fakten
- Es entstehen kleine, prall gefüllte Bläschen, die stark jucken können.
- Die Bläschen treten typischerweise an Händen und Füßen auf.
- Die Erkrankung ist nicht ansteckend.
- Die Ursache ist nicht vollständig geklärt, aber bestimmte Auslöser können Schübe begünstigen.
- Die Behandlung lindert die Symptome, eine vollständige Heilung ist aber nicht immer möglich.
Ein dyshidrotisches Ekzem ist eine recht häufige Hauterkrankung. Etwa 5 bis 20 von 100 Menschen mit einer Neigung zu Ekzemen entwickeln im Laufe des Lebens ein dyshidrotisches Ekzem. Die genaue Häufigkeit ist jedoch schwer zu bestimmen.
Es betrifft vor allem junge Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Menschen, die bereits an Neurodermitis (atopisches Ekzem) leiden oder in deren Familie Hauterkrankungen vorkommen, haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Plötzlich auftretende Atemnot, Schwellung im Gesicht oder im Halsbereich (Zeichen einer schweren allergischen Reaktion – auch wenn dies selten ist)
- Hohes Fieber mit starkem Krankheitsgefühl und sich schnell ausbreitenden Hautveränderungen (mögliche schwere Infektion)
- ⚠Zeichen einer Infektion der Haut: Eiter, gelbe Krusten, starke Rötung oder Wärmegefühl
- ⚠Rote Streifen auf der Haut, die von der betroffenen Stelle wegführen
- ⚠Starke Schmerzen, die trotz Selbstpflege nicht besser werden
- ⚠Bläschen, die sich immer wieder mit Eiter füllen oder dauerhaft nässen
Häufige Symptome
- Kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen an Handflächen, Fingerseiten oder Fußsohlen
- Starker Juckreiz oder ein Spannungsgefühl an den betroffenen Stellen
- Rötung und leichte Schwellung der Haut
- Nässen der Bläschen, wenn sie aufplatzen
- Trockene, schuppige oder rissige Haut nach dem Abheilen der Bläschen
Symptome bei Kindern
- Das dyshidrotische Ekzem ist bei Kindern seltener, kann aber auch schon im Kindesalter auftreten.
- Die Symptome ähneln denen bei Erwachsenen: kleine Bläschen und Juckreiz an Händen und Füßen.
- Kinder kratzen sich häufig, wodurch die Haut leicht aufkratzen kann und sich Infektionen entwickeln können.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen ist die Haut dünner und empfindlicher, dadurch platzen die Bläschen schneller.
- Die Haut trocknet im Alter leichter aus, was die Beschwerden verstärken kann.
- Die Abheilung dauert oft länger und das Risiko für Risse und Zweitinfektionen ist erhöht.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist unbekannt. Man nimmt an, dass eine Fehlregulation des Immunsystems eine Rolle spielt.
- Stress und seelische Belastung können Schübe auslösen oder verstärken.
- Starkes Schwitzen, zum Beispiel durch Hitze oder körperliche Anstrengung, wird häufig als Auslöser beschrieben.
- Kontakt mit Reizstoffen wie Seifen, Reinigungsmitteln, Lösungsmitteln oder Nickel kann die Haut angreifen.
- Bei manchen Menschen spielen Pilzinfektionen an den Füßen eine begünstigende Rolle.
Risikofaktoren
- Eine bestehende Neurodermitis oder eine allergische Veranlagung
- Ein Beruf, bei dem die Hände viel mit Wasser, Seife oder Chemikalien arbeiten
- Häufiges Händewaschen oder Tragen von dichten Handschuhen
- Rauchen
- Eine familiäre Vorbelastung mit Ekzemen oder Allergien
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn sich die Bläschen mit Eiter füllen oder gelbe Krusten entstehen
- Wenn sich die Rötung rund um die Bläschen stark ausbreitet
- Wenn Sie Fieber entwickeln oder sich die Haut sehr heiß anfühlt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Bläschen nach 2 Wochen nicht abheilen oder immer wiederkehren
- Wenn der Juckreiz so stark ist, dass Sie nicht schlafen oder arbeiten können
- Wenn Sie unsicher sind, was die Hautveränderung ist
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose meist anhand des typischen Aussehens und der Verteilung der Bläschen an Händen und/oder Füßen. Dazu wird die Haut genau angesehen und Sie werden zu Ihren Beschwerden und möglichen Auslösern befragt.
Mögliche Untersuchungen
- Ein Abstrich der Bläschenflüssigkeit kann zeigen, ob eine zusätzliche Infektion mit Bakterien vorliegt.
- Eine Hautabschabung (mikroskopische Untersuchung) hilft, eine Pilzinfektion auszuschließen.
- Ein Allergietest (Pflastertest) kann Hinweise auf Kontaktallergien geben, zum Beispiel gegen Nickel.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzlos. Die Ärztin oder der Arzt wird Ihnen erklären, was sie oder er sieht und Sie mit einbeziehen. Möglicherweise werden Sie gebeten, über Ihren Alltag, Ihre Pflegegewohnheiten und Stressfaktoren zu berichten. Nach der Diagnose bekommen Sie einen Behandlungsplan und Tipps für die richtige Hautpflege.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern, die Haut zu beruhigen und Schübe zu verkürzen. Wichtig ist die konsequente Hautpflege und das Meiden auslösender Stoffe. Bei stärkeren Schüben kommen entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz, die die Ärztin oder der Arzt verschreibt.
Selbsthilfe zu Hause
- Kühlen Sie die betroffenen Stellen mit kühlen, feuchten Umschlägen oder einer Kühlkompresse (nicht direkt auf die Haut, sondern mit einem Tuch dazwischen).
- Tragen Sie Schutzhandschuhe bei der Hausarbeit oder bei Kontakt mit reizenden Substanzen.
- Verwenden Sie milde, parfümfreie Seifen und lauwarmes Wasser zum Waschen.
- Trocknen Sie die Hände und Füße danach sanft ab und cremen Sie sie mit einer fetthaltigen, rückfettenden Creme oder Salbe ein.
- Vermeiden Sie starkes Reiben und Kratzen, auch wenn es schwerfällt – kühlen oder klopfen Sie stattdessen sanft.
Medizinische Behandlungen
Die ärztliche Behandlung umfasst verschiedene Ansätze: Äußerlich angewendete entzündungshemmende Cremes oder Salben, die zum Beispiel Kortison enthalten, können Juckreiz und Rötung lindern. Auch nicht kortisonhaltige Immunmodulatoren können verschrieben werden. In schweren Fällen, wenn äußerliche Behandlungen nicht ausreichen, kann der Arzt eine systemische Therapie in Betracht ziehen, also Medikamente, die im ganzen Körper wirken. Zusätzlich kann eine ärztliche Behandlung von Stress oder eine Psychotherapie unterstützend sinnvoll sein. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einem dyshidrotischen Ekzem nicht angezeigt. Sie wird in der Regel nicht eingesetzt, es sei denn, es liegt eine andere zugrunde liegende Erkrankung vor, die operativ behandelt werden muss. Sprechen Sie bei speziellen Fragen zu Ihrem Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag geht es vor allem darum, Ihre Haut gut zu pflegen und Schübe so gut wie möglich zu vermeiden. Tragen Sie Handschuhe, wenn Sie mit Wasser, Reinigungsmitteln oder anderen Reizstoffen in Kontakt kommen. Nehmen Sie sich Zeit für die Hautpflege und hören Sie auf die Signale Ihrer Haut: Sobald Juckreiz oder Kribbeln auftritt, können Sie mit Kühlen und Eincremen gegensteuern.
Tipps für den Alltag
- Stress abbauen: Entspannungsübungen, Sport oder ein Hobby können helfen.
- Ausreichend schlafen und auf eine ausgewogene Ernährung achten.
- In gesunden Phasen die Haut regelmäßig eincremen, damit sie geschmeidig bleibt.
- Handschuhe aus Baumwolle unter Gummihandschuhen tragen, wenn Sie schwitzen.
- Fingerspitzengefühl beim Umgang mit sauren oder alkalischen Substanzen – auch Zitrusfrüchte, Tomaten oder scharfe Seifen können reizen.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine spezielle Diät, die ein dyshidrotisches Ekzem heilt. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und vollwertigen Lebensmitteln unterstützt jedoch die Hautgesundheit. Bei manchen Menschen spielen Nahrungsmittelallergien eine Rolle – das sollte aber nur mit ärztlicher Abklärung angenommen werden. Bewegung und Sport sind sinnvoll, da sie Stress abbauen. Wechseln Sie danach die Kleidung und trocknen Sie Ihre Haut gut ab, um Schwitzen zu vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sichtbare Hautveränderungen können belasten, peinlich sein oder das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Es ist normal, sich frustriert oder ängstlich zu fühlen. Sprechen Sie mit vertrauten Menschen darüber oder suchen Sie professionelle Unterstützung, zum Beispiel bei einer psychologischen Beratung. Auch Selbsthilfegruppen können helfen, Erfahrungen auszutauschen und mit der Erkrankung besser umzugehen.
Vorbeugung
In vielen Fällen lässt sich ein dyshidrotisches Ekzem nicht vollständig verhindern, aber Sie können Schübe häufigkeit und Intensität verringern, indem Sie Ihre persönlichen Auslöser kennen und meiden. Dazu gehören das Vermeiden von bekannten Kontaktallergenen, guter Hitzeschutz für die Hände und das konsequente Pflegen der Haut mit feuchtigkeitsspendenden Produkten. Auch Stressbewältigung und ein gesunder Lebensstil können vorbeugend wirken.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff, der ein dyshidrotisches Ekzem verhindern kann. Die allgemeinen empfohlenen Impfungen sollten Sie aber wie beim Hausarzt üblich wahrnehmen, da Windpocken oder andere Infektionen die Haut zusätzlich belasten können.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiges Screening auf dyshidrotisches Ekzem ist nicht üblich. Wenn Sie zu Ekzemen neigen, ist eine gute Hautbeobachtung sinnvoll: Frühzeitig erkannte Schübe lassen sich besser behandeln.
Komplikationen
Unbehandelt
- Durch starkes Kratzen kann die Haut aufkratzen und bakterielle Infektionen begünstigen.
- Es kann zu schmerzhaften Rissen in der Haut kommen, vor allem an den Fingern.
- In seltenen Fällen kann sich eine Nagelveränderung oder eine Entzündung des Nagelbetts entwickeln.
- Ständige Entzündungen können die Haut verdicken und unangenehm spannen.
Langzeitprognose
Ein dyshidrotisches Ekzem ist unangenehm, aber gut behandelbar. Mit der richtigen Pflege, einem bewussten Umgang mit Auslösern und ärztlicher Unterstützung lassen sich die Beschwerden meist gut in den Griff bekommen. Bei vielen Menschen tritt die Erkrankung in Schüben auf, kann aber über Jahre hinweg ruhig bleiben. Die Prognose ist insgesamt gut – die meisten Betroffenen finden im Laufe der Zeit einen Weg, gut mit der Hauterkrankung zu leben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 1. August 2026
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