Postpartale Präeklampsie: Bluthochdruck nach der Geburt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nach der Geburt eines Kindes kann bei manchen Frauen ein hoher Blutdruck auftreten. Wenn dazu noch Eiweiß im Urin gefunden wird, nennt man das postpartale Präeklampsie. Das ist eine ernste Erkrankung, die in den ersten Tagen und Wochen nach der Entbindung auftreten kann. Der Körper der Mutter muss dann besonders beobachtet und behandelt werden.
Wichtige Fakten
- Sie kann bis zu 6 Wochen nach der Geburt auftreten.
- Typische Zeichen sind hoher Blutdruck und Eiweiß im Urin.
- Eine schnelle Behandlung schützt Mutter und Kind.
- Auch Frauen, die während der Schwangerschaft keinen Bluthochdruck hatten, können betroffen sein.
Postpartale Präeklampsie ist nicht sehr häufig, aber sie ist eine ernste Komplikation nach der Geburt. Ärztinnen und Ärzte achten deshalb nach jeder Geburt auf die Blutdruckwerte.
Sie kann jede Frau nach einer Geburt betreffen. Bestimmte Umstände erhöhen das Risiko, zum Beispiel hoher Blutdruck in der Schwangerschaft, Übergewicht, Mehrlingsgeburten oder eine frühere Präeklampsie.
Symptome
- Krampfanfall
- Bewusstlosigkeit
- Starke Brustschmerzen oder Atemnot
- Plötzliche schwere Sehstörungen
- Sehr starker Kopfschmerz, der nicht weggeht
- ⚠Deutlich erhöhter Blutdruck (über 160/110 mmHg) zu Hause
- ⚠Schmerzen im Oberbauch
- ⚠Schwellungen im Gesicht oder an Händen und Füßen
- ⚠Übelkeit oder Erbrechen in den Wochen nach der Geburt
Häufige Symptome
- Starke oder anhaltende Kopfschmerzen
- Sehstörungen wie Flimmern, Doppelbilder oder verschwommenes Sehen
- Starke Wassereinlagerungen mit schneller Gewichtszunahme
- Schmerzen im rechten Oberbauch oder unter dem Rippenbogen
- Übelkeit und Erbrechen
- Kurzatmigkeit oder das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen
Ursachen
Hauptursachen
- Die genauen Ursachen sind nicht vollständig erforscht.
- Man vermutet, dass die Blutgefäße der Mutter nach der Geburt noch besonders empfindlich sind.
- Immunreaktionen, die während der Schwangerschaft aufgebaut wurden, können nach der Geburt weiterwirken.
Risikofaktoren
- Präeklampsie oder Bluthochdruck in einer früheren Schwangerschaft
- Schwangerschaft mit Zwillingen oder Drillingen
- Erste Schwangerschaft
- Übergewicht oder Adipositas
- Bestehende Erkrankungen wie Nierenerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen
- Alter der Mutter über 40 Jahre
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Blutdruck über 140/90 mmHg liegt und Kopfschmerzen oder Sehstörungen dazukommen
- Bei plötzlich auftretenden Schwellungen, vor allem im Gesicht
- Bei Schmerzen im Oberbauch
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur Nachsorgeuntersuchung in den ersten 6 Wochen nach der Geburt
- Wenn Sie den Blutdruck zu Hause messen und unsicher über den Wert sind
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt misst Ihren Blutdruck und lässt Ihren Urin auf Eiweiß untersuchen. Zusätzlich werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um die Leber- und Nierenwerte sowie die Blutplättchen zu kontrollieren.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung
- Urintest auf Eiweiß
- Blutentnahme zur Kontrolle von Leber und Nieren
- Kontrolluntersuchung von Blutgerinnung und Blutplättchen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn der Verdacht auf eine postpartale Präeklampsie besteht, wird man Sie wahrscheinlich zur Beobachtung in ein Krankenhaus einweisen. Dort werden Sie regelmäßig überwacht, und Sie erhalten eine passende Behandlung.
Behandlung
Die Behandlung der postpartalen Präeklampsie hängt davon ab, wie stark der Blutdruck erhöht ist und ob bereits Organe betroffen sind. Meist ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nötig, bis sich die Blutdruckwerte stabilisiert haben.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend Ruhe und Schlaf
- Den Blutdruck regelmäßig kontrollieren lassen
- Keine schweren körperlichen Anstrengungen
- Ausreichend Wasser trinken
- Salzreiche Fertiggerichte und stark koffeinhaltige Getränke meiden
Medizinische Behandlungen
Es werden blutdrucksenkende Medikamente eingesetzt, die auch in der Stillzeit verträglich sind. Zusätzlich können Medikamente gegeben werden, die das Risiko für Krampfanfälle senken. Die genaue Auswahl trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Leben mit der Erkrankung
In den ersten Wochen nach der Geburt sollten Sie auf Ihren Körper achten. Messen Sie Ihren Blutdruck, wenn es Ihnen empfohlen wurde, und scheuen Sie sich nicht, bei ungewöhnlichen Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen. Ihr Körper braucht Zeit, um sich zu erholen.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Hilfe von Partner, Familie oder Freundinnen an
- Planen Sie regelmäßige Pausen und Schlafphasen
- Reduzieren Sie Stress, zum Beispiel durch ruhige Atemübungen
- Vermeiden Sie Rauchen und Alkohol
- Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ärztin, bevor Sie Sport treiben
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist empfehlenswert. Leichte Bewegung im Alltag, zum Beispiel Spaziergänge, können helfen, den Blutdruck zu senken. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ab wann Sie mit dem Sport beginnen können.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine postpartale Präeklampsie kann Ängste und Unsicherheit auslösen, gerade weil Sie sich gleichzeitig um Ihr Neugeborenes kümmern müssen. Es ist wichtig, sich emotional unterstützen zu lassen. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Gefühle mit einer Fachkraft zu besprechen.
Vorbeugung
Eine postpartale Präeklampsie lässt sich nicht zuverlässig verhindern. Aber eine gute Schwangerschaftsvorsorge und regelmäßige Blutdruckkontrollen in den Wochen nach der Geburt können helfen, Probleme früh zu erkennen.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland empfehlen die Leitlinien der AWMF, den Blutdruck nach der Geburt regelmäßig zu kontrollieren, besonders wenn Risikofaktoren vorliegen. Auch ein Urintest auf Eiweiß kann sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eklampsie (Krampfanfälle)
- Schlaganfall durch sehr hohen Blutdruck
- Schädigung von Leber und Nieren
- HELLP-Syndrom, eine schwere Form der Präeklampsie
- Flüssigkeitsansammlung in der Lunge
Langzeitprognose
Wenn die Erkrankung früh erkannt und behandelt wird, ist die Prognose für die Mutter sehr gut. Die meisten Frauen erholen sich vollständig, auch wenn es einige Wochen dauern kann. Mit der richtigen Unterstützung kehren Blutdruck und Allgemeinbefinden meist zur Normalität zurück.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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